Training on Systems Thinking in Development Cooperation and Humanitarian Aid

International development processes are complex, inter-related, non-linear, and constantly changing. They involve many different types of actors, all with different levels of power. Systems Thinking methods try to mirror these qualities, and move away from more conventional project design and implementation that use simple linear input-output-impact project logic. Systems Thinking helps us to understand and deal with the root causes of the issues at hand and break the constant cycle of reacting to immediate crises in fragmented ways. This training will show participants how to adopt a systems mindset and put it into practice.

The primary objective of this training is to equip participants with the skills, knowledge, and tools required to apply a systems mindset in their thinking, working practices and decision-making. Participants will learn how to approach upcoming challenges systematically, take multiple perspectives and develop impactful solutions.

On completion of the training, participants

  • are familiar with the core concepts and principles of Systems Thinking
  • are aware of the role of power dynamics in systems
  • have learned about a diverse set of Systems Thinking tools and methods, including Systems Mapping, and have tried out several of them
  • have looked specifically at the challenges of localisation and/or climate change adaptation from a Systems Thinking perspective
  • have reflected on how to overcome institutional barriers to Systems Thinking
  • know where to find additional resources and tools on Systems Thinking

Proposals should be submitted until 03/05/2024 to ilona.reindl@globaleverantwortung.at.

Strenge externe Kontrollmechanismen minimieren das Terrorismusfinanzierungsrisiko entwicklungspolitischer NGOs

Pressemappe der AG Globale Verantwortung

Ausgangssituation

Entwicklungspolitische und humanitäre NGOs leisten weltweit Humanitäre Hilfe im Katastrophenfall und tragen durch langfristige Projekte nachhaltig dazu bei, Armut und Hunger zu reduzieren. Weil die Not der Menschen oftmals dort am größten ist, wo es Konflikte und/oder schwache staatliche Strukturen gibt, findet auch die Arbeit von NGOs zum Teil in diesen Regionen statt. Die Programme der Organisationen in diesen Gebieten zielen darauf ab, das Leid der besonders betroffenen Zivilbevölkerung zu lindern, etwa, indem sie die Versorgung mit Wasser sicherstellen oder gesundheitsfördernde Maßnahmen und Bildungsprogramme durchführen. Sie tragen damit dazu bei, die Grundlage für eine langfristig stabilere soziale und wirtschaftliche Entwicklung und in weiterer Folge auch für eine positive Wohlstands- und Rechtsstaatsentwicklung zu schaffen.

Die Organisationen distanzieren sich klar von terroristischen Gruppierungen und tragen in ihrer Arbeit Sorge, weder unmittelbar noch mittelbar in irgendeiner Weise terroristische Aktivitäten oder Geldwäsche zu ermöglichen. Sie setzen vielfältige präventive Maßnahmen, um dieses Risiko zu minimieren. Dazu zählen beispielsweise die Nutzung regulierter und kontrollierter Finanzkanäle für Finanztransaktionen, die standardmäßige Anwendung des 4-Augenprinzips bei allen finanziellen Entscheidungen, umfassende Partner*innen-Assessments und die langfristige Zusammenarbeit mit bewährten Partner*innen sowie verbindliche Projektvereinbarungen und umfassende Berichts- und Nachweispflichten der Partner*innen. Gleichzeitig unterliegen entwicklungspolitische und humanitäre NGOs in Österreich starken externen Kontrollmechanismen (z.B. durch ihre nationalen und internationalen Geldgeber*innen) oder unterwerfen sich diesen freiwillig (z.B. im Rahmen des österreichischen Spendengütesiegels (OSGS) oder durch Erlangung der Spendenbegünstigung durch das BMF).

Diese Kombination aus internem Management und externen Kontrollmaßnahmen reduziert in der Gesamtbetrachtung das Risiko, dass Mittel des entwicklungspolitischen und humanitären NGO-Sektors für terroristische Zwecke missbraucht werden könnten, deutlich.

Externe Kontrollmechanismen

Im Folgenden sind die wichtigsten externen Kontrollmechanismen angeführt, denen entwicklungspolitische und humanitäre NGOs in Österreich unterliegen (können) und die ihr Risiko, für terroristische Zwecke missbraucht zu werden, minimieren.

Spendenbegünstigung des BMF
Spendenbegünstigte Organisationen müssen jährlich von externen, unabhängigen Wirtschaftsprüfer*innen bestätigen lassen, dass sie die gesetzlichen Voraussetzungen für die Spendenbegünstigung erfüllen. Dies beinhaltet die Prüfung von Rechnungs- oder Jahresabschlüssen.1

Österreichisches Spendengütesiegel
Träger*innen des österreichischen Spendengütesiegels (OSGS) verpflichten sich freiwillig, die umfassenden Kriterien des OSGS zu erfüllen. Sie haben ein strenges Aufnahmeverfahren durchlaufen und lassen sich einmal jährlich von externen, unabhängigen Steuerberater*innen oder Wirtschaftsprüfer*innen auf die Erfüllung der Kriterien kontrollieren.

Das Spendengütesiegel wird von der Kammer der Steuerberater:innen und Wirtschaftsprüfer:innen (KSW) nach einer unabhängigen Prüfung der Kriterien durch eines ihrer Mitglieder vergeben. Die Kriterien werden laufend evaluiert und in Kooperation mit Vertreter*innen der Praxis und Expert*innen von der KSW weiterentwickelt. Teil jeder OSGS-Prüfung sind neben umfangreichen Transparenz- und Kontrollvorgaben für eine sachgemäße Mittelverwendung auch explizit risikominimierende Maßnahmen in Bezug auf Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung: „Bei der Annahme von Spenden hat die Organisation sicher zu stellen, dass sämtliche dahinter liegenden Prozesse das Risiko von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung durch entsprechende Sicherungsmaßnahmen weitestgehend ausschließen“ (Kriterium 27).

Akkreditierung durch die Austrian Development Agency (ADA)
NGOs können sich von der ADA für die Umsetzung von humanitären Maßnahmen und Nexus-Projekten/Programmen akkreditieren lassen. Voraussetzung ist die Erfüllung strenger Qualitätsstandards, u.a. müssen ansuchende Organisationen einen „Nachweis von internen Prozessen und Kontrollsystemen zur Vermeidung von Betrug, Korruption, Bestechung, Geldwäsche, Terrorismusfinanzierung und anderen Formen des Missbrauchs“ erbringen.

EU Humanitarian Partnership Certificate 2021-2027 (DG ECHO)
Ähnlich wie im Fall der ADA können sich NGOs bei DG ECHO, die der Europäischen Kommission unterstellt ist, als Implementierungspartner*innen für humanitäre Maßnahmen präqualifizieren. Um das EU Humanitarian Parntership Certificate von DG ECHO zu erhalten, müssen die antragstellenden Organisationen unter anderem Qualitätskriterien erfüllen, die explizit auf die Vermeidung von Terrorismusfinanzierung und Geldwäsche abzielen: „The Organisation includes provisions in its procurement, sub-granting policies and contracts to ensure that its tenderers, implementing partners and contractors observe and uphold integrity rules and ethical standards, such as: i) avoidance of child labour; ii) respect of basic social rights and working conditions based on international labour standards and iii) respect of applicable law relating to anti-money laundering and combatting terrorism financing, in the execution of their contracts“.

Weitere externe Prüfungen
Neben den angeführten Kontrollmechanismen gibt es zahlreiche weitere externe Prüfverfahren, denen NGOs unterliegen (können). So besteht beispielsweise eine gesetzliche Prüfpflicht für größere Vereine aufgrund des Vereinsrechts, die ADA führt bei ihren strategischen Partner*innen strategische Prüfungen durch und auch andere öffentliche Fördergeber*innen (z.B. Länder, Ministerien, EU/INTPA) haben eigene Prüfverfahren für ihre Fördernehmer*innen.

Datenbasis

Die Österreichische Forschungsstiftung für Internationale Entwicklung (ÖFSE) erhebt jedes Jahr im Auftrag der ADA Daten zu den Zuschüssen privater Organisationen. Private Zuschüsse sind Mittel aus privaten Finanzierungsquellen (Spenden, Fundraising, Mitgliedsbeiträge, Selbstbesteuerung, Erbschaften, Patenschaften, usw.), die private Organisationen (Nichtregierungsorganisationen (NGOs/NROs), Stiftungen und andere private Körperschaften) in einem bestimmten Kalenderjahr für Entwicklung und humanitäre Hilfe in Entwicklungsländern sowie für Administration und Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit in Österreich ausgeben. Als Entwicklungsländer gelten jene Länder, die in der Empfängerländerliste des DAC angeführt werden.

Für die vorliegende Analyse greifen wir auf die aktuellsten zur Verfügung stehenden Daten aus dem Jahr 2021 zurück, die auf den Meldungen von 118 Organisationen basieren. Weitere Hintergrundinformationen zu den Daten des Jahres 2021 finden sich in der Publikation der ÖFSE zur Österreichischen Entwicklungspolitik 2023.

Ergebnisse

2021 gaben österreichische private Organisationen private Mittel in Höhe von insgesamt €172.002.7282 für Entwicklung und Humanitäre Hilfe in Entwicklungsländern sowie für Administration und Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit in Österreich aus.3

  • 98,3% der Mittel setzten Organisationen um, die spendenbegünstigt sind und daher jährlich von unabhängigen, externen Wirtschaftsprüfer*innen geprüft werden.
  • Von den nicht-spendenbegünstigten Organisationen sind zumindest weitere 35% wirtschaftsgeprüft. Damit erhöht sich der Anteil der Mittel, die von wirtschaftsgeprüften Organisationen umgesetzt wurden, auf 98,9%.4
  • 83,4% der Mittel setzten Organisationen um, die Träger des österreichischen Spendengütesiegels sind und jährlich anhand strenger Qualitätskriterien – inkl. Kriterien zu Terrorismusfinanzierung und Geldwäsche – von externen, unabhängigen Wirtschaftsprüfer*innen überprüft werden.5
  • 38,6% der Mittel setzten Organisationen um, die als Implementierungspartner*innen bei der ADA akkreditiert sind und ein strenges Qualifizierungsverfahren – inkl. Überprüfung von Kriterien zu Terrorismusfinanzierung und Geldwäsche – durchlaufen haben.
  • 25,7% der Mittel setzten Organisationen um, die als Implementierungspartner*innen von DG ECHO zertifiziert sind und ein strenges Prüfverfahren der DG ECHO durchlaufen haben – auch entlang von Kriterien zu Terrorismusfinanzierung und Geldwäsche.
  • 89,0% der Mittel setzten Organisationen um, die entweder das jährliche Prüfverfahren des Spendengütesiegels oder jenes für den Erwerb der ADA-Akkreditierung bzw. der ECHO-Zertifizierung durchlaufen haben und damit von einer oder mehreren externen, unabhängigen Stellen auf die Einhaltung von Kriterien zu Terrorismusfinanzierung und Geldwäsche überprüft wurden.6

Fazit

Der entwicklungspolitische und humanitäre NGO-Sektor in Österreich unterliegt starken externen Kontrollmechanismen, die das Risiko von Terrorismusfinanzierung und Geldwäsche minimieren. Unsere Auswertung zeigt, dass 98,9% aller privaten Mittel von Organisationen umgesetzt werden, die jährlich von externen, unabhängigen Wirtschaftsprüfer*innen geprüft werden. Darüber hinaus werden 89,0% aller privaten Mittel von Organisationen umgesetzt, die einem oder sogar mehreren strengen Prüfverfahren durch externe, unabhängige Stellen (KSW, ADA, DG ECHO) unterliegen, die Kriterien zu Terrorismusfinanzierung und Geldwäsche umfassen.

  1. Mit der Neuregelung der Spendenbegünstigung ab 2024 gibt es ein vereinfachtes Verfahren für die Verlängerung der Spendenbegünstigung. Der vorliegende Bericht analysiert Daten des Jahres 2021, weshalb im Text die zu diesem Zeitpunkt geltenden Bestimmungen angeführt sind. ↩︎
  2. Die Summe weicht aufgrund einer Datenbereinigung der KOO geringfügig (0,21%) von der von der ÖFSE berechneten Summe (€171.634.076) ab. ↩︎
  3. Über 90% der Mittel fließen in Entwicklungsländer, lediglich ein geringer Prozentsatz wird für Aktivitäten in Österreich aufgewendet. ↩︎
  4. Nicht wirtschaftsgeprüft werden insbesondere Kleinstvereine oder lokale Initiativen, z.B. von Schulen. ↩︎
  5. Für einige NGOs ist eine OSGS-Zertifizierung wenig relevant, etwa weil sie nur in einem geringen Ausmaß Spenden sammeln oder Träger des deutschen DZI-Spendensiegels sind. ↩︎
  6. Eine ADA-Akkreditierung sowie eine ECHO-Zertifizierung ist nur für große, humanitäre NGOs möglich. ↩︎

Link

Hintergrundinformation (21.02.2024): Entwicklungspolitische und humanitäre NGOs: Strenge externe Kontrollmechanismen minimieren das Terrorismusfinanzierungsrisiko des Sektors

Quellen

(ir)

Umsetzung FATF-Recommendation 8 in Österreich und Auswirkungen auf NROs

Österreich ist Mitglied der Financial Action Task Force (FATF), einer internationalen Arbeitsgruppe, die Standards zum Schutz des globalen Finanzsystems vor Geldwäscherei, Terrorismusfinanzierung sowie vor der Finanzierung der Verbreitung von Massenvernichtungswaffen entwickelt. Die FATF prüft in regelmäßigen Länderprüfungen die Einhaltung der insgesamt 40 Standards („Recommendations“) durch die Mitgliedstaaten.

Österreich wurde 2017/18 einer Länderprüfung unterzogen und erhielt für 36 Standards das Rating compliant oder largely compliant. Die Umsetzung von vier Standards wurde von der FATF als partially compliant eingestuft – darunter Recommendation 8, die den Schutz des NPO-Sektors vor Missbrauch für terroristische Zwecke zum Ziel hat.


Recommendation 8: Countries should identify the organisations which fall within the FATF definition of non-profit organisations (NPOs) and assess their terrorist financing risks. Countries should have in place focused, proportionate and risk-based measures, without unduly disrupting or discouraging legitimate NPO activities, in line with the risk-based approach. The purpose of these measures is to protect such NPOs from terrorist financing abuse, including:
(a) by terrorist organisations posing as legitimate entities;
(b) by exploiting legitimate entities as conduits for terrorist financing, including for the purpose of escaping asset-freezing measures; and
(c) by concealing or obscuring the clandestine diversion of funds intended for legitimate purposes to terrorist organisations
1


Die FATF begründete Österreichs partially compliant bei Rec. 8 unter anderem damit, dass Österreich noch keine Risikoanalyse des NPO-Sektors durchgeführt habe, nur sporadische Bewusstseinsbildungsaktivitäten für den NPO-Sektor setze und keine Best Practices für den NPO-Sektor entwickelt habe. Kritisiert wurde auch, dass NPOs in Österreich sehr stark selbstreguliert seien und externe Kontrolle auf ihre Registrierung und Einhaltung von Steuervorschriften fokussiere und daher nicht geeignet sei zu zeigen, dass NPOs Maßnahmen zur Reduktion des Risikos von Terrorismusfinanzierung setzen. (FATF-Report 2017)

2024/25 findet die nächste Länderprüfung Österreichs statt. Österreich setzt unter der Führung des BMF aktuell eine Reihe von Schritten, um bei dieser Prüfung Verbesserungen bei der Umsetzung von Recommendation 8 nachweisen zu können und das Rating zumindest auf (largely) compliant zu verbessern. Zu diesen Schritten zählen:

  • NPO-spezifische Information inkl. Best-Practices auf Webseite des BMF (März 2023)
  • NPO-Risikoeherbung (August/September 2023; Nacherhebung Dezember 2023)
  • NPO-Sektorrisikoanalyse (Q4/23 – Q2/24)
  • Monitoringmaßnahmen (=Vereinsprüfungen mit Schwerpunkt Terrorismusfinanzierung) (ab 2024)
  • Begleitend: Outreach-Maßnahmen für NPOs (u.a. Workshop für NPOs und Banken am 27.9.2023)

Die AG Globale Verantwortung bringt sich – in Abstimmung mit anderen NPO-Interessensvertretungen – in diesen Prozess ein. Neben zahlreichen Gesprächen mit Vertreter*innen des BMF haben wir folgende Aktivitäten gesetzt (Unterlagen dazu in den Downloads weiter unten):

  • NPO-Sektorrisikoanalyse:
    • Mehrere schriftliche und mündliche Stellungnahmen zu Erstentwurf, Schlussfolgerungen und im Rahmen der öffentlichen Konsultation
    • Bereitstellung von Datenmaterial und Hintergrundinformationen für die Risikoanalyse
  • NPO-Risikoerhebung:
    • Bereitstellung von Hintergrundinformationen und Einschätzung begleitend zur Aussendung des BMF-Fragebogens an Mitgliedsorganisationen (August 2023)
    • Brief an das BMF mit Anmerkungen zur Befragung (September 2023)
    • Übermittlung eines Formulierungsvorschlag für Risiko-Nacherhebung an BMF (November 2023)
    • Begleitmail an Mitgliedsorganisationen zu Nacherhebung (Dezember 2023)
  • Stellungnahme zu den NPO-spezifischen Informationen auf der Webseite des BMF (Februar 2023)
  • Impulssetzung für Workshop mit Kredit- und Finanzinstitutionen im Sept. 2023 (Befragung unserer Mitgliedsorganisationen zu Herausforderungen im internationalen Geldtransfer, Vermittlung von Impulsgeber*innen aus dem NPO-Sektor)
  • Mitglied in der BMF-Projektgruppe „PPP NPOs“ und Teilnahme an Sitzungen
  • Gründung und Koordination des „NPO-Netzwerks Antiterrorismus“, einem losen Zusammenschluss von NPO-Interessensvertretungen und entwicklungspolitischen/humanitären NPOs zur Abstimmung der Kommunikation mit dem BMF
  • Regelmäßige Information der Mitgliedsorganisationen zu aktuellen Entwicklungen über eigenen Verteiler

Downloads

Datenauswertung der AG Globale Verantwortung:

NPO-Sektorrisikoanalyse des BMF:

Risikoerhebung des BMF:

BMF-Sitzungen:

Adaptierung von Rec. 8:

BMF-Workshop für NRO, Banken und Behörden:

NPO-spezifische Information auf Webseite des BMF:


  1. Die FATF hat Recommendation 8 und die dazugehörige Interpretative Note im November 2023 adaptiert, da der Standard in seiner ursprünglichen Version in einigen Ländern sehr restriktiv ausgelegt wurde und die legitime Arbeit von NPO behindert hat. Die AG Globale Verantwortung hat an der öffentlichen Konsultation im August 2023 teilgenommen ↩︎

(ir)

Curriculum to promote entrepreneurship and environmental awareness in several African countries

Challenge

How can the development of a cross-sectoral curriculum succeed in order to promote the spirit of innovation, entrepreneurship and environmental awareness of young people in the long term and to improve their chances on the labour market?

Target group

Young people/groups of young people who are willing to learn and who are involved in upcycling projects and other entrepreneurship projects of SOS Children’s Villages International in several African countries.

Framework

For already established upcycling projects, which are carried out in cooperation with Plasticpreneurs in several African countries (Ghana, Somalia, Benin), there is a lack of uniform pedagogical guiding material for the facilitators (curriculum, innovation, entrepreneurship, environmental protection), so that these groups can achieve their learning goals more effectively and in a more targeted way, and thus get employed. The central teaching contents of these projects are (1) the technical operation of the equipment, (2) creating awareness for the advantages of a circular economy of reusing raw materials instead of a „throwaway society“ and (3) the entrepreneurial empowerment of the participants so that they can understand and live basic knowledge of successful economic action.

SOS Children’s Villages International implements a variety of relevant projects that address these issues (innovation, entrepreneurship, environmental protection), but faces the challenge of condensing the succus of project results into a cross-sectoral curriculum/learning guide. We are convinced that the transition from non-repayable grants to social entrepreneurship can succeed more quickly and sustainably with new impulses from other economic sectors.

About SOS Children’s Village International

SOS Children’s Village International is the umbrella organisation for all SOS Children’s Villages in over 135 countries worldwide. In an effort to develop and spread new approaches to development cooperation, the umbrella organisation offers its members and local partners support in project development, in particular for the structured financing of pilot projects. A number of such projects have recently taken the direction of social entrepreneurship, providing opportunities for cross-sectoral cooperation between social, economic and academic actors.

Termin Follow-Up Session: 29 November 2023, 11 – 12 am

Note: This team works in English during the workshop.


More information about the co-creation workshop 2023

Job opportunities for young people through plastic waste recycling in rural Ethiopia

Challenge

How can collecting and recycling plastic waste create job opportunities for young people in rural Ethiopia?

Target group

  • Young people who without job prospects (median age Ethiopia is 19.8)
  • Ethiopian society which faces the challenge of increasing plastic waste

Framework conditions

Ethiopia is a developing country where the use of plastics is increasing. The problem is currently spreading in Addis Ababa; regional cities such as Harer/Diredawa and Bahirdar, as well as medium-sized cities, are also rapidly becoming a challenge. In large cities like Addis Ababa and Diredawa, factories for shredding machines are slowly emerging. There is also the possibility of starting a small-scale business. The sector enjoys strong political support as it is linked to job creation for young people. Many Ethiopians aspire to reuse plastic products for a purpose other than the original design. Currently, factories are starting to shred the collected plastic to recycle it and use it to make other products.

According to the UNEP (United Nations Environment Programme) 2023 report, the use of plastic is expected to shift in the coming years. The report calls for three market changes: Reuse, recycling, and repurposing and diversification of products. The report explains reuse: By promoting reuse options, including refillable bottles, bulk dispensers, deposit return systems, packaging return systems, etc., plastic pollution can be reduced by 30 per cent by 2040. To realise the potential, governments need to help build a stronger business case for reusables.

The reuse and recycling of plastics could be used both for climate-friendly living and at the same time create jobs for young people through collection, shredding and delivery to recyclers.

About Menschen für Menschen

Menschen für Menschen has been providing „help for self-help“ in Ethiopia since 1981. The aim is to develop entire regions in the long term and make them independent of foreign aid. Today, around 6 million people in areas with a total area of over 60,000 km² benefit from the work of the organisation. 13 of 28 project regions have already been completed and handed over in their entirety to the responsibility of the population.

Together with the population, measures from the fields of agriculture, water, education, health and income are linked and implemented. Especially the creation of jobs for young people has been an important focus for several years. In this context, the recycling of plastic waste also opens up economic opportunities and job opportunities for young people, in addition to the ecological necessity.

Termin Follow-Up Session: 28. November 2023, 11 – 12 am

Note: This team works in English during the workshop to enable the participation of an expert from Ethiopia.


More information about the co-creation workshop 2023

Less plastic waste on the Manaslu trek in Nepal

Challenge

What conditions do local people need to ensure that the plastic waste generated in the villages can be properly collected and recycled, creating added value for the local population in the process?

Target group

The local population in the remote mountain regions of Nepal is suffering from the ever-increasing amounts of plastic waste. Due to the lack of a waste collection infrastructure, the waste poses a considerable risk to the environment and the health of the local population. Often the waste is burnt, which leads to air pollution and the release of toxic gases and chemicals. In addition, watercourses are contaminated and soils are polluted by improper dumping, often for decades. Approximately 9,000 people live in the Manaslu region. Approximately 7,000 trekking tourists make this trek every year. Our local partner, a trekking guide and NGO founder, approached us with the request to support him and his team, as well as the local population, in solving this increasingly massive problem.

Framework conditions

Nepal, like other developing countries, has a waste infrastructure that can be improved. The classic waste management approaches in Nepal have always been landfilling and incineration. Large recycling plants are not an option, especially in small, remote places, and removal is cumbersome and expensive. To put this into perspective, the highest village is about a week’s walk from the nearest road. The involvement of the political leaders of the Manaslu Conservation Area Project of the National Trust for Nature Conservation has so far failed due to the poor accessibility and low motivation of those responsible. However, it is essential for such a project to be able to rely on the support of the responsible authorities.

Apart from the waste caused by trekking tourists (mostly plastic bottles), the local population also uses more and more products that are packed in plastic. Chinese noodle snacks, for example, are very popular, but the population is largely unaware of the connection between the amount of waste and health problems. An awareness-raising process for the local population should be initiated in parallel to the specific project.

In a bachelor thesis commissioned by Weltweitwandern for the Joanneum University of Applied Sciences, the amount of plastic waste on the Manaslu trek was researched: „In total, tourists and locals generate an estimated 35.7 tonnes of plastic waste, of which approximately 93% would be attributable to the local population“. (Dalla-Via 2022)

About Weltweitwandern

Weltweitwandern was founded in 1999 by Christian Hlade to fund a school in a remote village in the Himalayas. Since then, a strong social claim has been in our company DNA. So the idea that everyone should get something out of travelling has played a major role from the very beginning. „Leaving impressions instead of imprints“ is one of our slogans, because we have been committed to responsible tourism from the very beginning, with the aim of creating better places for the locals and for our guests through our walking tours. Most recently, we were awarded the „Travelife“ certificate in 2023, one of the most prestigious international awards for sustainability in tourism. With our partner sustainability programme, we motivate and support our local partner companies to make their activities in our destinations even more sustainable.

Follow-Up Session: 28 November 2023, 9 – 10 a.m.

Note: The team will work in English during the workshop to enable the participation of local experts.


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Curriculum zur Förderung von Unternehmertum und Umweltbewusstsein in mehreren afrikanischen Ländern

Challenge

Wie kann die Entwicklung eines cross-sektoralen Curriculums gelingen, um langfristig Innovationsgeist, Unternehmertum und Umweltbewusstsein von Jugendlichen zu fördern und ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt nachhaltig zu verbessern?

Zielgruppe 

Lernwillige Jugendliche/Jugendgruppen, die in Upcyclingprojekte und andere Entrepreneurshipprojekte von SOS Kinderdorf International in mehreren afrikanischen Ländern involviert sind 

Rahmenbedingungen 

Für bereits etablierte Upcyclingprojekte, die in Kooperation mit Plasticpreneurs in mehreren afrikanischen Ländern (Ghana, Somalia, Benin) durchgeführt werden, fehlt es an einheitlichem pädagogischen Leitmaterial für die Facilitatoren (Curriculum, Innovation, Unternehmertun, Umweltschutz), damit diese Gruppen wirksamer und gezielter ihre Lernziele erreichen können und dadurch in Beschäftigung kommen. Zentrale Lehrinhalte dieser Projekte sind (1) die technische Bedienung der Gerätschaften, (2) Bewußtseinsschaffung für die Vorteile einer kreislaufwirtschaftlichen Wiederverwendung von Rohstoffen anstelle einer „Wegwerfgesellschaft“ und (3) die unternehmerische Befähigung der Teilnehmer*innen, sodass diese Grundkenntnisse erfolgreichen wirtschaftlichen Handelns verstehen und leben können.

SOS Kinderdorf International setzt eine Vielzahl einschlägiger Projekte um, die diese Themen abhandeln (Innovation, Unternehmertum, Umweltschutz), steht jedoch vor der Herausforderung, den Sukkus aus den Projektergebnissen zu einem cross sektoralen Curriculum/Lernanleitung zu verdichten. Wir sind überzeugt, dass der Übergang von nichtrückzahlbaren Zuwendungen (Grants) zu sozialem Unternehmertum mit neuen Impulsen aus anderen Wirtschaftszweigen rascher und nachhaltiger gelingen kann.

Über SOS Kinderdorf International

SOS Kinderdorf International ist der Dachverband aller SOS Kinderdorf Vereine in über 135 Ländern weltweit. In dem Bemühen neue Ansätze in der Entwicklungszusammenarbeit zu entwickeln und zu verbreiten, bietet der Dachverband seinen Mitgliedern und lokalen Partnern Unterstützung bei Projektentwicklung, im speziellen zur strukturierten Finanzierung von Pilotprojekten an. Eine Vielzahl solcher Projekte hat in der jüngsten Vergangenheit die Richtung sozialen Unternehmertums eingeschlagen; hier bieten sich Gelegenheiten zur branchenübergreifenden Zusammenarbeit zwischen sozialen, wirtschaftlichen und akademischen Akteuren.

Termin Follow-Up Session: 29. November 2023, 11 – 12 Uhr

Hinweis: Dieses Team arbeitet während des Workshops auf Englisch.


Weitere Infos zum Co-Creation Workshop 2023

Jobchancen für Jugendliche durch Plastikmüllrecycling im ländlichen Äthiopien 

Challenge

Wie können durch die Sammlung und Wiederverwertung von Plastikmüll Jobchancen für Jugendliche im ländlichen Äthiopien geschaffen werden?  

Zielgruppe 

  • Jugendliche, die keine Arbeitsperspektive haben (Medianalter Äthiopien ist 19,8) 
  • Äthiopische Gesellschaft, die vor der Herausforderung von zunehmenden Kunststoffmüll steht 

Rahmenbedingungen 

Äthiopien ist ein Entwicklungsland, in dem die Verwendung von Kunststoffen zunimmt. Das Problem grassiert derzeit in Addis Abeba; Regionalstädte wie Harer/Diredawa und Bahirdar sowie mittelgroße Städte entwickeln sich ebenfalls schnell zu einer Herausforderung. In Großstädten wie Addis Abeba und Diredawa entstehen langsam Fabriken für Zerkleinerungsmaschinen. Es besteht auch die Möglichkeit, in kleinem Maßstab ein Unternehmen zu gründen. Der Sektor genießt starke politische Unterstützung, da er mit der Schaffung von Arbeitsplätzen für junge Menschen verbunden ist. Viele Äthiopier streben danach, Kunststoffprodukte für einen anderen Zweck als das ursprüngliche Design wiederzuverwenden. Derzeit beginnen Fabriken, den gesammelten Kunststoff zu zerkleinern, um ihn zu recyceln und daraus andere Produkte herzustellen.  

Laut UNEP-Bericht (UN-Umweltprogramm) 2023 soll die Verwendung von Kunststoff in den kommenden Jahren verlagert  werden. Der Bericht fordert drei Marktveränderungen: Wiederverwendung, Recycling sowie Neuausrichtung und Diversifizierung von Produkten. Der Bericht erläutert Wiederverwendung: Durch die Förderung von Wiederverwendungsoptionen, einschließlich nachfüllbarer Flaschen, Großspendern, Pfandrückgabesystemen, Verpackungsrücknahmesystemen usw. kann die Plastikverschmutzung bis 2040 um 30 Prozent reduziert werden. Um das Potenzial auszuschöpfen, müssen Regierungen beim Aufbau eines stärkeren Business Case für Mehrwegartikel unterstützen. 

Die Wiederverwendung und das Recycling von Kunststoffen könnten sowohl für eine klimaschonende Lebensweise genutzt werden als auch gleichzeitig durch Sammlung, Zerkleinerung und Lieferung an Recycler Arbeitsplätze für Jugendliche schaffen. 

Über Menschen für Menschen

Menschen für Menschen leistet seit 1981 „Hilfe zur Selbsthilfe“ in Äthiopien. Ziel ist es ganze Regionen langfristig zu entwickeln und unabhängig von fremder Hilfe zu machen. Insgesamt profitieren heute rund 6 Mio. Menschen in Gebieten mit einer Gesamtfläche von über 60.000 km² von der Arbeit der Organisation. 13 von 28 Projektregionen wurden bereits abgeschlossen und zur Gänze in die Verantwortung der Bevölkerung übergeben.

Gemeinsam mit der Bevölkerung werden Maßnahmen aus den Bereichen Landwirtschaft, Wasser, Bildung, Gesundheit und Einkommen miteinander verbunden und umgesetzt. Besonders die Schaffung von Arbeitsplätzen für junge Menschen ist hierbei seit einigen Jahren ein wichtiges Schwerpunktthema. In diesem Zusammenhang eröffnet auch das Recycling von Plastikmüll neben der ökologischen Notwendigkeit wirtschaftliche Chancen und Jobmöglichkeiten für junge Menschen.

Termin Follow-Up Session: 28. November 2023, 11 – 12 Uhr

Hinweis: Dieses Team arbeitet während des Workshops auf Englisch, um die Teilnahme einer Expertin aus Äthiopien zu ermöglichen.


Weitere Infos zum Co-Creation Workshop 2023

Weniger Plastikmüll auf dem Manaslu-Trek in Nepal

Challenge

Welche Voraussetzungen benötigen die Menschen vor Ort, damit der in den Dörfern anfallende Plastikmüll ordnungsgemäß gesammelt und wiederverwertet werden kann und dabei ein Mehrwert für die lokale Bevölkerung geschaffen wird?

Zielgruppe 

Die lokale Bevölkerung in den entlegenen Bergregionen Nepals leidet unter den immer größeren Mengen an v.a. Plastikmüll. Durch das Fehlen einer Müllsammelinfrastruktur stellt der Müll ein erhebliches Risiko für die Umwelt und die Gesundheit der lokalen Bevölkerung dar. Häufig wird der Müll verbrannt, was zur Luftverschmutzung und Freisetzung giftiger Gase sowie Chemikalien führt. Zudem werden Wasserläufe kontaminiert, und die Böden durch unsachgemäße Deponierung oft auf Jahrzehnte verschmutzt. In der Manaslu-Region leben ca. 9.000 Menschen. Ca. 7.000 Trekking-Tourist:innen sind jährlich auf diesem Trek unterwegs. Unser lokaler Partner, ein Trekking-Guide und NGO-Gründer, ist mit der Bitte an uns herangetreten, ihn und sein Team, sowie die lokale Bevölkerung bei der Lösung dieses immer massiver werdenden Problems zu unterstützen.

Rahmenbedingungen 

Nepal hat, wie auch andere Entwicklungsländer, eine ausbaufähige Müllinfrastruktur. Die klassischen Müllmanagementansätze in Nepal sind seit jeher die Deponierung und die Verbrennung. Große Recyclinganlagen sind insbesondere in kleinen, abgelegenen Orten keine Option, und der Abtransport ist mühsam und teuer. Zur Verdeutlichung: das höchstgelegene Dorf liegt ca. eine Woche Fußmarsch von der nächsten Straße entfernt. Die Involvierung der politisch Verantwortlichen des Manaslu Conservation
Area Project
vom National Trust for Nature Conservation scheiterte bisher an der schlechten Erreichbarkeit und geringen Motivation der Verantwortlichen. Es ist jedoch unumgänglich für ein solches Projekt, auf die Unterstützung der verantwortlichen Behörde zurückgreifen zu können.

Neben dem von Trekking-Tourist:innen verursachten Müll (großteils Plastikflaschen) verwendet auch die lokale Bevölkerung immer mehr Produkte, die in Plastik verpackt sind. Chinesische Nudel-Snacks z.B. erfreuen sich großer Beliebtheit, der Zusammenhang zwischen dem Müllaufkommen und gesundheitlichen Problemen ist der Bevölkerung großteils nicht bewusst. Ein Bewusstseinsbildungs-Prozess für die Bevölkerung vor Ort sollte parallel zum konkreten Projekt mit angestoßen werden.

In einer von Weltweitwandern beauftragten Bachelor-Arbeit für die FH Joanneum wurde das Plastikmüllaufkommen auf dem Manaslu-Trek erforscht: „Gesamt betrachtet kommen wir durch Touristinnen bzw. Touristen und Einheimische auf einen geschätzten Plastikmüllanfall von 35,7 Tonnen, wovon ungefähr 93 % der lokalen Bevölkerung zuzuschreiben wären.“ (Dalla-Via 2022)

Über Weltweitwandern

Weltweitwandern wurde 1999 von Christian Hlade gegründet, um eine Schule in einem entlegenen Dorf im Himalaya zu finanzieren. Seitdem steckt ein starker sozialer Anspruch in unserer Unternehmens-DNA. Der Gedanke, dass vom Reisen alle Beteiligten etwas haben sollen, spielte also von Anfang an eine große Rolle. „Eindrücke statt Abdrücke hinterlassen“ heißt einer unserer Leitsprüche, denn wir haben uns von Anfang an einem verantwortungsvollen Tourismus verschrieben mit dem Ziel, durch unsere Wanderreisen bessere Orte für die Einheimischen und für die Reisegäste zu schaffen. Ganz aktuell wurde uns 2023 das „Travelife“-Zertifikat verliehen, eine der renommiertesten internationalen Auszeichnungen für Nachhaltigkeit im Tourismus. Mit unserem Nachhaltigkeitsprogramm für Partner motivieren und unterstützen wir unsere lokalen Partnerunternehmen, damit ihre Aktivitäten in unseren Reiseländern noch nachhaltiger werden.

Termin Follow-Up Session: 28. November 2023, 9 – 10 Uhr

Hinweis: Das Team arbeitet während des Workshops u.U. auf Englisch, um die Teilnahme lokaler Expert*innen zu ermöglichen.


Weitere Infos zum Co-Creation Workshop 2023

Landkonflikte in Brasilien: Dokumentation von Übergriffen 

Challenge

Wie können Betroffene von Landkonflikten in Brasilien Übergriffe rasch und sicher mittels technischer Hilfsmittel dokumentieren? Wie kann mittels technologischer Unterstützung ein Frühwarnsystem etabliert werden?

Zielgruppe 

Traditionelle Gemeinschaften in ganz Brasilien (Kleinbauernfamilien, Indigene und Nachkommen von Sklav*innen), die unter Landkonflikten leiden.

Die Landpastoralkommission CPT (Comissão Pastoral da Terra) in Brasilien, die die lokale Bevölkerung bei Landkonflikten unterstützt, Rechtsberatung anbietet und einen jährlichen Landkonfliktbericht verfasst. Sie möchte ihre Dokumentation ausweiten, umfassender und sicherer für die Betroffenen machen.  

Rahmenbedingungen 

Traditionelle Gemeinschaften leben in Brasilien oft seit Generationen auf ihrem Land – oft aber ohne offizielle Landtitel. Ein Präsidentialdekret von 2007 anerkannte die traditionellen Gemeinschaften und ihre Rechte. Die Umsetzung dieser Rechte erfolgt jedoch schleppend; Gesetze, die den Verbleib von Familien in ihrem Gebiet garantieren, werden vom Staat weder rechtlich noch politisch durchgesetzt. Vielmehr ist das Land gezeichnet durch strukturelle Gewalt, mit der die Gemeinschaften von ihrem Land vertrieben werden – verursacht durch den Landhunger der Großprojekte für Agrarindustrie, Bergbau, Energieproduktion und Landspekulation. Alle vier Stunden kommt es in Brasilien damit zu einem Konflikt, in dem traditionelle Gemeinschaften Einschüchterungen, Zerstörung ihrer Felder, Morddrohungen, Mordversuche und Morde erleiden, weil sie für die Umsetzung ihrer Rechte kämpfen.

Die Nutzung neuer Technologien wie Smartphones etc. ist in Brasilien auch in traditionellen Gemeinschaften sehr verbreitet. Die Netzabdeckung ist unterschiedlich gut.

Über Welthaus Graz

Welthaus Graz, die entwicklungspolitische Organisation der Diözese Graz-Seckau, arbeitet seit Jahrzehnten mit der CPT in Brasilien zusammen. Der Erhalt und die Absicherung der Lebensgrundlagen – insbesondere des Zugangs zu Land – sind dabei zentrale Themen.

Termin Follow-Up Session: 29. November 2023, 15 – 16 Uhr

Hinweis: Das Team arbeitet während des Workshops u.U. auf Englisch, um die Teilnahme lokaler Expert*innen zu ermöglichen.


Weitere Infos zum Co-Creation Workshop 2023

Geschäftsmodell zur lokalen Entwicklung von assistierender Technologie für blinde und sehbehinderte Menschen in Zimbabwe 

Challenge

Wie kann zwischen Akteuren aus Österreich und Ländern des Globalen Südens eine Partnerschaft aufgesetzt werden, um gemeinsam ein Geschäftsmodell für assistierende Technologie für blinde und sehbehinderte Menschen in Zimbabwe zu entwickeln, das lokale Wertschöpfung generiert? 

Zielgruppe 

  • Blinde und hochgradig sehbehinderte Schulkinder, blinde Studierende und blinde junge Erwachsene in Ausbildung und auf Jobsuche in Afrika (vornehmlich Zimbabwe). 
  • Lokale Bevölkerung, die von lokaler Wertschöpfung profitiert (Arbeitnehmer/-innen, Unternehmer/-innen, etc.)  

Rahmenbedingungen 

Industrienationen: Produkte der Assistierenden Technologie sind Nischenprodukte und hoch spezialisiert. Ihre Herstellung in Industrienationen ist aufgrund der relativ geringen Stückzahlen gemessen am Aufwand (Entwicklung, Fertigung und Montage, Zertifizierung, Vertrieb) teuer.  

Niedriglohnländer: Hier sind die Verhältnisse faktisch umgekehrt. Der Markt ist vollkommen unerschlossen und der prinzipielle Bedarf selbst an einfachen Geräten (sofern sie nur den klimatischen Bedingungen genügen) um ein Vielfaches höher. Hier würde wegen der hohen Stückzahlen die „Economy of Scale“ voll greifen und deutlich günstigere Produkte ermöglichen. 

Wirtschaftliche Rahmenbedingungen: Eine Situationsverbesserung scheint nur dadurch möglich, dass mit einem disruptiven Ansatz die Karten neu gemischt werden.

Technisch: dass einfachere Lösungen für die Fertigung in hohen Stückzahlen zu geringeren Fertigungskosten eingesetzt werden.

Logistisch: dass zumindest Endfertigung, Vertrieb und Wartung direkt in die Zielländer verlegt wird. Wertschöpfung, Know-How-Gewinn, Empowerment und Arbeitsplatz-Generierung lokal/regional in Afrika. Die wachsende „Maker-Gemeinschaft“ in Afrika gibt Grund zu Hoffnung. 

Über Tetragon 

Tetragon ist ein österr. Start-Up-Unternehmen, das nach dem “BrailleRing” ein Konzept für verschiedene Braille-Geräte entwickelt hat, durch das auch blinden und sehbehinderten Menschen in Niedriglohnländern Zugang zu moderner assistierender Technologie geschaffen werden soll. Die Komponenten des Bausatz-Systems ecoBRAILLE für Braille-Displays werden in Österreich gefertigt und für Assembly und Vertrieb samt dem erforderlichen Know-How zum Selbstkostenpreis Niedriglohnländer abgegeben. Ebenso ist ein Bausatz für Braille-Schreibmaschinen (ecoTYPE) und Braille-Drucker (ecoBOSS) in Ausarbeitung.

Termin Follow-Up Session: 28. November 2023, 13 – 14 Uhr

Hinweis: Dieses Team arbeitet während des Workshops auf Englisch, um die Teilnahme lokaler Expert*innen zu ermöglichen.


Weitere Infos zum Co-Creation Workshop 2023

Stellungnahme zur Überarbeitung der FATF-Recommendation 8

Briefpapier der AG Globale Verantwortung

Österreich ist Mitglied der Financial Action Task Force (FATF), einer internationalen Arbeitsgruppe, die Standards zum Schutz des globalen Finanzsystems vor Geldwäscherei, Terrorismusfinanzierung sowie vor der Finanzierung der Verbreitung von Massenvernichtungswaffen entwickelt. Die FATF prüft in regelmäßigen Länderprüfungen die Einhaltung der insgesamt 40 Standards („Recommendations“) durch die Mitgliedstaaten. Für entwicklungspolitische und humanitäre NRO von besonderer Relevanz ist dabei Recommendation 8, die den Schutz des NPO-Sektors vor Missbrauch für terroristische Zwecke zum Ziel hat.


Recommendation 8: Countries should review the adequacy of laws and regulations that relate to entities that can be abused for the financing of terrorism. Non-profit organisations are particularly vulnerable, and countries should ensure that they cannot be misused:

(a) by terrorist organisations posing as legitimate entities;
(b) to exploit legitimate entities as conduits for terrorist financing, including for the purpose of escaping asset-freezing measures; and
(c) to conceal or obscure the clandestine diversion of funds intended for legitimate purposes to terrorist organisations.


Eine sehr restriktive Auslegung von Recommendation 8 hat in einigen Ländern zu einer unverhältnismäßigen Anwendung präventiver Maßnahmen mit negativen Auswirkungen auf die legitime Arbeit von NRO geführt (z.B. führt das de-risking von Banken zu Verzögerungen bei internationalen Geldtransfers bzw. deren Nicht-Durchführung). Die FATF hat diese Problematik erkannt und in einer öffentlichen Konsultation um Kommentare gebeten.

Die AG Globale Verantwortung hat sich mit einer Stellungnahme an der Konsultation beteiligt, wobei wir die Empfehlungen der Global NPO Coalition on FATF vollinhaltlich unterstützen. In unserer Stellungnahme empfehlen wir unter anderem Änderungen in der Formulierung des Standards, um den von NRO gesetzten Risikopräventationsmaßnahmen mehr Gewicht bei deren Risikoeinschätzung zu geben. Zudem regen wir an, Anreize für Finanzinstitute zu schaffen, um Transfers von NRO über reguläre Finanzkanäle zu erleichtern.  


Downloads

AG Globale Verantwortung (18.08.2023): Stellungnahme zu öffentlicher Konsultation der FATF zur Adaptierung von Recommendation 8

(ir)

Austausch „EZA-Projekte & Klimaschutz“ am 23.06.2023

Im ersten Teil berichteten einige Teilnehmer*innen über die Aktivitäten in ihren Organisationen, bevor es in einen offen Austausch ging. Im zweiten Teil identifizierten die Teilnehmer*innen gemeinsam Bereiche, in denen es Weiterbildungs- und Austauschbedarf gibt, und formulierten Wünsche an die AG Globale Verantwortung.

Zusammenfassung des Austausches „EZA-Projekte & Klimaschutz“

Einladung zum Austausch „EZA-Projekte & Klimaschutz“

Selbsteinstufung der Organisationen

Herausforderungen, Learnings und Wünsche an die Globale Verantwortung

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Impressionen

(ir)