Zivilgesellschaftlicher Appell: Weltbank darf Klimaziele nicht abschwächen Posted on 29. Mai 2026 - 15:09 by Ilona Reindl Auf ihrer Frühjahrstagung entscheidet die Weltbank über die Zukunft ihres zentralen Klimaplans, des Climate Change Action Plan (CCAP). Der CCAP legt fest, wie viel Geld die Weltbank in Klimaschutz und Anpassung investiert, zuletzt 35% ihrer gesamten Finanzierungen. Doch kurz vor dem Auslaufen des CCAPs wächst der Druck auf die Weltbank, diese Ziele abzuschwächen, insbesondere von Seiten der USA. Ein Ende des CCAP würde erhebliche Risiken mit sich bringen – unter anderem für die Ausrichtung der Weltbank am Pariser Klimaabkommen, ihre Klimafinanzierungszusagen sowie ihre allgemeinen Entwicklungsziele – und würde sich aufgrund der Vorbildwirkung der Weltbank Gruppe über diese hinaus negativ auswirken. Vor diesem Hintergrund fordern 89 zivilgesellschaftliche Organisationen – darunter die AG Globale Verantwortung – die Weltbank in einem gemeinsamen Brief auf, den CCAP über den 30. Juni 2026 hinaus zu verlängern bzw. durch einen neuen ambitionierten Plan zu ersetzen. Konkret fordern die unterzeichnenden Organisationen: Keine Abschwächung der Klimaverpflichtungen: Die Weltbank soll ihre bisherigen Klimaziele beibehalten. Gefordert wird eine Verlängerung des CCAP um ein weiteres Jahr, damit ausreichend Zeit bleibt, gemeinsam mit Mitgliedstaaten und Zivilgesellschaft einen neuen Fünfjahresplan zu entwickeln. Paris Alignment und Klimafinanzierung stärken: Die Weltbank soll ihre Ausrichtung am Pariser Klimaabkommen weiter verbessern. Das beinhaltet die Beibehaltung des 45%-Klimafinanzierungsziels, eine Erhöhung des Anteils an Zuschüssen sowie eine bessere und nachvollziehbare Berichterstattung über Klimafinanzierung. Energieinvestitionen an 1,5°C-Ziel ausrichten: Investitionen sollen sich stärker auf erneuerbare Energien, Energiezugang und dezentrale Energiesysteme konzentrieren. Gleichzeitig wird ein gerechter Ausstieg aus fossilen Energien gefordert – inklusive des schrittweisen Endes direkter und indirekter Finanzierung fossiler Projekte. Klimaschutz stärker in IFC- und MIGA-Standards verankern: Bei der Überarbeitung der Umwelt- und Sozialstandards von IFC und MIGA soll Klimaschutz stärker berücksichtigt werden. Insbesondere sollen Schlupflöcher geschlossen werden, die Investitionen in Kohle- und fossile Projekte über Finanzintermediäre ermöglichen. (ir) Download Herunterladen
FATF-Länderprüfung: Sehr gutes Zeugnis für den österreichischen NPO-Sektor Posted on 5. Mai 2026 - 5:34 by Ilona Reindl Ergebnisse im Detail Sehr gutes Risikoverständnis bei geringem Sektorrisiko Die FATF stellt in ihrem Prüfbericht fest, dass die österreichischen Behörden ein sehr gutes Verständnis der Terrorismusfinanzierungsrisiken im NPO-Sektor haben. Sie können also gut einschätzen, inwieweit österreichische Non-Profit-Organisationen (NPOs) ungewollt zur Terrorismusfinanzierung beitragen könnten. Dies führt die FATF insbesondere zurück auf regelmäßige NPO-Risikoerhebungen sowie eine solide NPO-Sektorrisikoanalyse. Das Gesamtrisiko des österreichischen NPO-Sektors, für terroristische Zwecke missbraucht zu werden, wird dabei als gering eingeschätzt. Solide Risikominderungsmaßnahmen Die FATF hebt hervor, dass Österreich solide, risikobasierte Maßnahmen zur Risikominderung und -prävention im NPO-Sektor umsetzt, ohne dabei die legitimen Aktivitäten von NPOs einzuschränken. Dazu zählen unter anderem gezielte, risikobasierte Steuerprüfungen sowie Initiativen zur Stärkung von Transparenz und Risikomanagement im Sektor (Workshops, Informationen auf der Webseite des BMF, etc.). Sehr gutes Risikoverständnis und Selbstregulierungsmaßnahmen des NPO-Sektors Die FATF attestiert sowohl den NPOs selbst als auch ihren Dachverbänden ein sehr umfassendes Verständnis für Terrorismusfinanzierungsrisiken. Positiv vermerkt die FATF zudem, dass der Großteil der österreichischen NPOs ein breites Spektrum an Selbstregulierungsmaßnahmen etabliert hat. Als wichtige Initiative hebt die FATF das Österreichische Spendengütesiegel (OSGS) hervor, da die mit dem OSGS ausgezeichneten Organisationen jährlich durch unabhängige Steuer- und Wirtschaftsprüfer*innen geprüft werden, wobei auch das Vorhandensein geeigneter Maßnahmen zum Management von Terrorismusfinanzierungsrisiken kontrolliert wird. Gezielte, risikobasierte Vereinsprüfungen Die FATF begrüßt, dass Österreich basierend auf den jährlichen Risikoerhebungen gezielte Vereinsprüfungen bei jenen NPOs durchführt, deren Risikominderungsmaßnahmen weniger gut entwickelt sind als jene der Mehrheit der österreichischen NPOs. Deutliche Verbesserung gegenüber der Länderprüfung 2016 Bei der letzten Länderprüfung im Jahr 2016 fiel die Bewertung der FATF noch deutlich kritischer aus. Damals hielt die FATF fest, dass Österreich seinen NPO-Sektor unzureichend kenne und bemängelte insbesondere das Fehlen einer umfassenden Sektorrisikoanalyse. Außerdem kritisierte die FATF, dass der österreichische Staat nur sporadische Bewusstseinsbildungsaktivitäten für den NPO-Sektor setzte und keine Best-Practices für den NPO-Sektor entwickelt habe. Entsprechend stufte die FATF die Umsetzung von Recommendation 8 damals lediglich als partially compliant (teilweise erfüllt) ein. Unter der Führung des BMF setzte Österreich zwischen den Länderprüfungen eine breite Palette an Maßnahmen, um das Terrorismusfinanzierungsrisiko des österreichischen NPO-Sektors besser einschätzen und um zur Prävention und Minderung desselben beitragen zu können. Diese zielgerichteten Maßnahmen (jährliche NPO-Risikoerhebungen, NPO-Sektorrisikoanalyse 2024, risikobasierte Vereinsprüfungen, Outreach-Maßnahmen, Gründung der PPP NPOs, u.v.m.) überzeugten auch die FATF, die Umsetzung von Recommendation 8 im aktuellen Bericht mit compliant bewertet – dem bestmöglichen Rating. Konstruktive Zusammenarbeit mit NPOs Bei der Planung und Umsetzung der Maßnahmen setzte das BMF auf einen regelmäßigen Austausch mit Vertreter*innen von NPOs und ihrer Dachverbände in der eigens gegründeten Arbeitsgruppe PPP NPOs, die auch im Länderbericht der FATF mehrmals positiv erwähnt wird. Die AG Globale Verantwortung ist Mitglied der PPP NPOs und brachte sich sowohl kritisch als auch konstruktiv in diese Arbeitsgruppe ein. Dies erfolgte im Austausch mit den zuständigen Mitarbeiter*innen des BMF im Rahmen von Sitzungen, durch schriftliche Stellungnahmen zu zentralen Dokumenten (z.B. NPO-Risikoerhebungsbogen, NPO-Sektorrisikoanalyse) sowie Gesetzesentwürfen (z.B. Sanktionengesetz 2024) und durch die Aufbereitung relevanter Daten und Informationen (z.B. Datenanalyse zu externen Kontrollmechanismen). Ihre Aktivitäten stimmte die AG Globale Verantwortung eng mit dem NPO-Netzwerk Antiterrorismus ab, einem von ihr koordinierten losen Zusammenschluss von NPO-Interessensvertretungen sowie entwicklungspolitischen und humanitären NPOs. Die Länderprüfungen der FATF Die FATF ist eine internationale Arbeitsgruppe mit Sitz in Paris, die Standards zum Schutz des globalen Finanzsystems vor Geldwäsche, Terrorismusfinanzierung und der Finanzierung der Verbreitung von Massenvernichtungswaffen entwickelt. In regelmäßigen Länderprüfungen bewertet sie, ob Mitgliedstaaten die insgesamt 40 Empfehlungen einhalten. Ein gutes Ergebnis bei einer FATF-Länderprüfung ist für Staaten wichtig, weil es zeigt, dass sie Geldwäsche, Terrorismusfinanzierung und ähnliche Risiken wirksam bekämpfen. Das stärkt das Vertrauen von Banken, Investoren und anderen Staaten und erleichtert den internationalen Zahlungsverkehr sowie die wirtschaftliche Zusammenarbeit. Ein schlechtes Ergebnis führt dagegen häufig zu strengeren Kontrollen, Verzögerungen und höheren Kosten bei internationalen Finanzgeschäften und kann die wirtschaftliche Handlungsfähigkeit eines Staates spürbar beeinträchtigen. (ir) Dieser Artikel erscheint im Rahmen von
Appell an Außenministerin Meinl-Reisinger, für Klimaschutz und Menschenrechte zu stimmen Posted on 16. April 2026 - 11:22 by Ilona Reindl Anfang Mai stimmt die UN-Generalversammlung über eine Resolution ab, mit der das wegweisende Klimagutachten des Internationalen Gerichtshofs (IGH) vom Juli 2025 bestätigt und umgesetzt werden soll. Der IGH hat in seinem Gutachten unter anderem das Recht auf eine saubere, gesunde und nachhaltige Umwelt als Menschenrecht bestätigt und Staaten zu wirksamem Klimaschutz verpflichtet. Nun gilt es, diese rechtliche Klarheit in konkrete Maßnahmen umzusetzen. Die vorgeschlagene Resolution fordert alle Staaten nachdrücklich dazu auf, die internationale Zusammenarbeit zur Erfüllung von rechtlichen Klimaverpflichtungen zu verstärken, eine rasche Abkehr von fossilen Brennstoffen in die Wege zu leiten und ungerechte Realität klimabedingter Verluste und Schäden anzuerkennen. Angesichts der zunehmenden Auswirkungen der Klimakrise ist entschlossenes Handeln dringend erforderlich. Wir appellieren daher an Außenministerin Beate Meinl-Reisinger, Verantwortung zu übernehmen und im Namen Österreichs für die Resolution zu stimmen sowie sich für eine Unterstützung innerhalb der EU einzusetzen. (ir) Download Herunterladen
Youth led the way: the ICJ has spoken, the law is clear — now the world must act Posted on 7. April 2026 - 7:00 by Ilona Reindl Author Nicole Ann Ponce © private Origins of the call for an ICJ Advisory Opinion on climate change The climate crisis knows no boundaries. Its consequences are far-reaching and disproportionately affect people and communities already marginalized, including small island communities, Indigenous Peoples, women and girls, and those living in conflict-affected or climate-vulnerable regions. It exposes broader injustices and exacerbates existing vulnerabilities, contributing to the erosion of fundamental human rights. In the Pacific, island nations are facing rising sea levels that threaten to consume entire nations, displace communities, and erase centuries of traditions and cultural heritage. It is for this reason that, in 2019, the initiative to request an Advisory Opinion (AO) on climate change from the International Court of Justice (ICJ) began. A group of students from the University of the South Pacific, later known as Pacific Islands Students Fighting Climate Change (PISFCC), came together to launch a campaign. This call from the Pacific resonated with young people around the world. Recognizing the need for broader global support, World’s Youth for Climate Justice (WYCJ) was established. Young people from Asia, Latin America, Africa, Europe, and the Caribbean organized across regions to rally support from their governments for the request for an ICJ Advisory Opinion. WYCJ’s role in securing the ICJ Climate Ruling From the outset, climate justice, human rights, and intergenerational equity have been at the forefront of the campaign and its advocacy. WYCJ played a key role in establishing the nexus between climate change and human rights, using human rights as both a legal hook and a strong entry point for advancing claims and shaping legal arguments. Intergenerational equity was utilized not only as a narrative arc but as a concrete legal demand. This is also captured in the legal questions of the United Nations General Assembly (UNGA) resolution requesting the Advisory Opinion, which explicitly addresses obligations toward present and future generations. WYCJ helped ensure that the voices of those bearing the brunt of the climate crisis were not excluded from this critical legal process. Youth representatives from Sri Lanka, Nepal, the Philippines, Singapore, Mexico, Costa Rica, Kenya, The Bahamas, Germany, and the Netherlands directly engaged with their governments in preparing their States’ submissions to the ICJ, demonstrating their capacity to shape international law in ways that centre equity, human rights, and climate justice. Young people from all over the world energized and sustained a global campaign and alliance that ultimately led to what prominent figures have called the “climate case of the century.” The legal questions put to the court The significance of the ICJ Advisory Opinion (AO) on climate change is already reflected in the legal questions put to the ICJ: What are the obligations of States under international law to protect the climate system and the environment from anthropogenic greenhouse gas emissions, for present and future generations? What are the legal consequences for States whose actions or omissions cause significant harm, particularly to vulnerable island States and peoples, both now and in the future? These questions have long been contested in climate negotiations. Some States have argued that climate treaties should be treated as the primary, or lex specialis, framework for addressing climate change, thereby narrowing the role of other applicable laws of international law, including human rights law and customary international law. Responsibility has also been a point of contention, with arguments that climate harm results from cumulative emissions, making it difficult to establish attribution and causation in relation to particular States. Key findings of the ICJ Ruling The ICJ Advisory Opinion represents a legal breakthrough in that it brings together human rights law, environmental law, State responsibility, and duties of international cooperation into a more coherent legal framework. Its dismisses the argument that climate treaties establish a lex specialis, affirms that other bodies of law apply alongside climate treaties and clarifies their interaction. Key clarifications from the Court: 1.5°C is the primary temperature goal under the Paris Agreement. It is not merely aspirational but carries legal significance in guiding State conduct. States are obligated to prevent harm to the climate, including the regulation of private actors. Failure to curb the production and use of fossil fuels, the main drivers of the climate crisis, may constitute a breach of international law. States must take ambitious action to protect the environment to ensure the effective enjoyment of human rights. The Court reaffirmed that the environment “is the foundation for human life, upon which the health and well-being of both present and future generations depend.” The customary international law duty of care to prevent transboundary environmental harm applies fully to the climate system. This obligation applies even where it is difficult to attribute a precise level of responsibility to an individual State. States with greater capabilities must exercise a higher standard of care. Loss of territory due to sea-level rise does not imply loss of statehood. States do not have unfettered discretion in determining the content of their Nationally Determined Contributions (NDCs). Each NDC must reflect the highest possible ambition, make an adequate contribution to the collective 1.5°C goal, and become progressively more ambitious every five years. UNGA Resolution: a political momentum to operationalize the Climate Ruling The ICJ Advisory Opinion was a watershed moment, providing long-needed legal clarity. But as Vishal Prasad, Campaign Director of the PISFCC, powerfully put it: “Legal clarity alone does not protect a single village from rising seas.” The challenge before us is no longer interpretation, but implementation. Therefore, Vanuatu and a core group of other States have introduced a resolution to be voted on by UNGA to operationalize the ICJ decision. Informal negotiations on the resolutions’ text are currently ongoing, the vote is expected in late April or early May 2026. The General Assembly can ensure that the Court’s legal findings are not relegated to a optional guidance but influence real-world decisions, policies, and actions. An UNGA resolution could play several key roles: First, it would be a strong signal that the international community recognizes the legal guidance provided by the Court and considers it relevant to ongoing climate governance — not merely symbolic. It would help integrate the ICJ Opinion into existing climate processes, including UNFCCC negotiations, national climate policies, international financial discussions, and human rights mechanisms. Second, a strong resolution would allow vulnerable States and civil society to use the Opinion in negotiations, domestic policymaking, litigation, and leverage it in the work they are already doing on the frontlines. Third, it would create an opportunity for those most affected by the climate crisis to help shape the path forward. This process is not only about diplomacy between States but about climate justice; it is also about whether the experiences of frontline communities are reflected in global action. Call to action We are now at a moment of opportunity. Reach out to Austrian ministries and diplomats and ask clear questions: What is Austria’s position? Has it co-sponsored the resolution? How will it vote? Use letters, meetings, public statements, and coalitions to build pressure and momentum. At the same time, help translate the Advisory Opinion into clear, actionable policy pathways that governments can realistically adopt. But engagement alone is not enough — we must organize for ambition. This resolution must go beyond symbolic. It should reflect the legal clarity provided by the Court and send a strong signal that States are ready to act on their obligations. Civil society, youth movements, and academic institutions all have a role in raising the level of ambition. Austria has long positioned itself as a champion regarding climate protection, human rights and multilateralism — this is a concrete opportunity to translate that commitment into action. To Austrian decision-makers: Co-sponsor and vote yes to the UNGA resolution! References World’s Youth for Climate Justice (23.07.2025): Daily Debrief 23 July 2025: Historic Climate Ruling at the International Court of Justice World’s Youth for Climate Justice (2022): Human rights in the face of the climate crisis: a youth-led initiative to bring climate justice to the International Court of Justice World’s Youth for Climate Justice (2026): The UNGA Resolution to Endorse the ICJ AO World’s Youth for Climate Justice (2023): The Youth Climate Justice Handbook About the author Nicole Ann Ponce is an environmental and human rights lawyer–advocate from the Philippines with a strong interest in the intersection of law, science, and policy. She co-founded World’s Youth for Climate Justice (WYCJ) and serves as its Advocacy Lead. WYCJ is one of the youth-led organizations, together with PISFCC, that was instrumental in securing the historic 2025 International Court of Justice Advisory Opinion on Climate Change and Human Rights. She also works as a research project contracts officer at the Centre national de la recherche scientifique (CNRS) in Paris and is a Fellow of the Asian Research Institute of Environmental Law (ARIEL).She oversees the Advisory Opinion implementation workstream, coordinating efforts to translate the legal obligations clarified by the ICJ, ITLOS, and IACtHR into ambitious national, regional, and international action. Her work includes leading international advocacy in multilateral negotiations, developing regional implementation plans, and engaging governments to integrate these obligations into legislation and policy. In parallel, she works on advancing the adoption of these Advisory Opinions within the UN system, including by Special Procedures and human rights treaty bodies. In its ‘Global Voices’ section, Global Responsibility invites international experts to comment on current issues, challenges and opportunities in development and humanitarian policy. To ensure democratic and sustainable debates, it is essential that diverse and critical perspectives are taken into account. This commentary has been published as part of an International Partnerships Austria project, funded by the Austrian Development Agency (ADA). ADA accepts no responsibility for the content produced by partner organizations. Statements, opinions, and information contained therein are the sole responsibility of the respective authors and do not necessarily reflect the position or views of ADA. This commentary has been published as part of
COP30: Österreichs Einsatz für starkes EU-2040-Klimaziel, Ausstieg aus fossiler Energie und ambitionierte Klimafinanzierung gefordert Posted on 3. November 2025 - 17:16 by Ilona Reindl ©Allianz für Klimagerechtigkeit Nach den UN-Klimakonferenzen in Ägypten, Dubai und Aserbaidschan bringt die COP30 die internationalen Klimaverhandlungen wieder zurück in eine Demokratie und in ein Land des Globalen Südens: Brasilien. Gastgeberstadt ist Belém im für das globale Klimasystem enorm wichtigen Amazonas-Gebiet. Erstmals seit Jahren wird die lateinamerikanische Zivilgesellschaft einen People’s Summit für über 10.000 Personen organisieren. Dieser verspricht ein kraftvoller, inspirierender und mobilisierender Raum für die globale Klimabewegung zu werden, welcher über die COP30 hinaus ausstrahlen wird. Von der Österreichischen Bundesregierung fordert die Allianz für Klimagerechtigkeit einen verstärkten Einsatz für die ambitionierte und gerechte Weiterentwicklung der internationalen Klimapolitik. Umfassender Klimaschutz Auf Basis des nationalen Klimaneutralitätsziels für 2040 aus dem Regierungsprogramm soll sich die österreichische Bundesregierung für ein starkes EU NDC (Nationally Determined Contributions) auf Basis eines EU 2040-Zieles von mindestens 90 % Treibhausgas-Reduktion einsetzen, welches weiterhin durch Klimaschutzmaßnahmen innerhalb der EU erreicht werden soll und nicht durch den Zukauf von Zertifikaten. Da aller Voraussicht nach die kollektiven nationalen Klimaziele (NDCs) noch nicht ausreichen um das 1,5°C Ziel einzuhalten, müssen alle Staaten und Staatengruppen ihre NDCs bis zur COP31 in Einklang mit den Zielen des Pariser Klimaschutzabkommens bringen und eine konsequente Umsetzung dieser sicherstellen. Die Staaten müssen sich bei der kommenden Klimakonferenz für einen klaren Ausstieg aus fossiler Energie aussprechen. Die Verdreifachung erneuerbarer Energie, die Verdoppelung der Energieeffizienz und der Ausstieg aus Subventionen für fossile Energie bis 2030 sind beschlossen und müssen in den nationalen Zielsetzungen berücksichtigt werden. Initiativen, die zu einer nachhaltigen Verbesserung von Umsetzungsprozessen, Transparenz, Rechenschaftspflicht, Entscheidungsfindung, Bürgerbeteiligung und zivilgesellschaftlichem Handlungsspielraum bei den Klimakonferenzen und anderen Veranstaltungen des UNFCCC führen, sollen von Österreich unterstützt werden (beispielsweise ein Rat unter der UN Generalversammlung mit klarem Mandat und Zweck, klar definierten Funktionen und robusten Mechanismen, der zwar unabhängig vom UNFCCC, aber dessen Arbeit ergänzend ist). Anpassung sowie Schäden und Verluste Das Rahmenwerk des Global Goal on Adaptation (GGA) muss Indikatoren für Means of Implementation (MOI) enthalten, die den Zugang, die Qualität und die Finanzierung von Anpassungsmaßnahmen messen, einschließlich der Bereitstellung von Mitteln gemäß des Pariser Abkommens. Hierbei muss die Rolle von Gemeinden und der Finanzierungszugang für die lokale Ebene berücksichtigt sein. Ebenso muss Anpassungsfinanzierung in konfliktbetroffenen Ländern priorisiert werden, da diese am stärksten betroffen sind, aber derzeit nur einen kleinen Anteil an Finanzierung erhalten. Die Baku Adaptation Roadmap (BAR) muss operationalisiert werden, um eine wirksame Umsetzung der Anpassungsbemühungen sicherzustellen. Das UAE Framework for Global Climate Resilience der COP28 setzt im Gesundheitsbereich das Ziel einer signifikanten Reduktion von klimabedingter Morbidität und Mortalität, besonders für vulnerable Gemeinden. Dafür muss zukünftig v.a. der Umgang mit Hitzewellen gesamtstaatlich und multi-sektoral in nationalen Klimaplänen (NAPs und NDCs) verankert werden, Investitionen auf Gemeindeebene in Anpassung und Risikominderung getätigt werden und präventive und antizipierende Ansätze im Katastrophenschutz umgesetzt werden. Der Fund for Responding to Loss and Damage muss entsprechend der wachsenden Bedürfnisse finanziert werden -u.a. durch innovative Finanzierungsquellen und planbare öffentliche Zuschüsse durch die Industrieländer. Der Fonds soll von den Grundsätzen der Gerechtigkeit, Inklusivität, Zugänglichkeit und Nichtdiskriminierung geleitet sein, zeitnah und vorhersehbar agieren können und für die lokale Ebene – insbesondere für von Frauen geführte Organisationen und indigene Gruppen – zugänglich sein. Ebenso soll das Santiago-Network mit ausreichend Ressourcen ausgestattet werden. Internationale Klimafinanzierung Österreich soll auf der COP30 einen adäquaten Beitrag bis 2030 zur Erreichung des 300-Milliarden-USD-Ziels des NCQG ankündigen. Dieser Beitrag soll zu großen Teilen aus Zuschüssen bestehen und auch steigende Beiträge zur Auffüllung des Anpassungsfonds enthalten, um die zugesagte Verdreifachung der Finanzierung durch die UNFCCC Finanzmechanismen bis 2030 zu erreichen. Dabei sollte das Rechtsgutachten des Internationalen Gerichtshofs (ICJ Advisory Opinion No. 187) als Richtschnur dienen, da es unter der UNFCCC und dem Pariser Abkommen verbindliche Verpflichtungen von Industriestaaten zur finanziellen Unterstützung vulnerabler Staaten zur Erreichung des 1,5°C Ziels bestätigt. Österreich soll innerhalb der EU darauf drängen, einen Aktionsplan zur Umsetzung des NCQG und der „Baku to Belém Roadmap to 1.3T“ zu unterstützen. Dabei soll die Wichtigkeit von öffentlichen Zuschüssen anerkannt und ein realistischer Ansatz zu Mobilisierung und der Rolle des Privatsektors gewählt werden. Zudem soll die EU eine Entscheidung zur Verdreifachung der zuschussbasierten Anpassungsfinanzierung bis 2030 unterstützen und konstruktiv zur Verortung der Rechenschaftspflicht zu Art 9.1 des Pariser Abkommens in der CMA Agenda beitragen. Österreich soll gemeinsam mit der EU auf eine Entscheidung zu einem (weiterführenden) Prozess zum Art. 2.1c des Pariser Abkommens und Prinzipien zur dessen gerechter Erreichung hinwirken. Ziel des Prozesses muss ein Ende von allen fossilen Subventionen aus nationalen Budgets und eine marktbeeinflussende Regulierung privater Finanzierungen sein (d.h. Finanzierungsverbot für fossile Projekte und deren Entwickler*innen und konkret eine Halbierung finanzierter Emissionen des privaten Finanzmarktes bis 2030). Beide Ziele werden von der ICJ Advisory Opinion gestützt, welche fossile Subventionen eines Staates als möglichen „internationally wrongful act which is attributable to that State“ beschreibt und eine Sorgfaltspflicht der Staaten gegenüber den Klimaschäden des Privatsektors feststellt. Österreich soll sich konstruktiv an den Verhandlungen für ein starkes UN-Steuerrahmenabkommen (UN Framework Convention on International Tax Cooperation) beteiligen und dieses unterstützen. Dabei soll sich Österreich entlang des Verhandlungsmandates für eine klare Unterstützung von Klimazielen durch die Steuerkooperation und damit für Steuern als stabile Quelle für Klimafinanzierung einsetzen. Partizipation, Disability, Gender und Konfliktsensibilität Menschen mit Behinderungen (16% der Bevölkerung weltweit) sind von den Auswirkungen der Klimaerhitzung überproportional betroffen. Ihre Rechte und Bedürfnisse werden aber in Klimapolitiken, zum Beispiel in Anpassungsmaßnahmen, nicht ausreichend berücksichtigt. Daher sollte Österreich die Anerkennung einer offiziellen UNFCCC Constituency für Menschen mit Behinderungen im zwischenstaatlichen Verhandlungsprozess unterstützen und auf eine Position der EU dazu hinwirken. In den letzten Jahren wurde die Beteiligung der Zivilgesellschaft bei der COP immer weiter eingeschränkt – eine breite Beteiligung ist jedoch notwendig, um die Aushandlungsprozesse inklusiv zu gestalten, kritisch zu beobachten und so auch die Stimmen von besonders betroffenen Bevölkerungsgruppen einzubringen. Die Österreichische Bundesregierung soll sich im Rahmen der Verhandlungen für die Einhaltung der Menschenrechte vor allem in den COP-Gastgeberländern (z.B. im Host Country Agreement) aussprechen. Sicherstellung der uneingeschränkten, gleichberechtigten, sinnvollen und sicheren Beteiligung von Frauen, Mädchen, Menschen mit Behinderungen, indigenen Völkern, Jugendlichen und anderen marginalisierten Gruppen innerhalb des UNFCCC sowie bei nationalen Planungs- und Umsetzungsprozessen. Ihre Führungsrolle ist für wirksame Klimamaßnahmen von entscheidender Bedeutung und sollte in die Planung, Umsetzung und das Monitoring einbezogen werden, um Inklusivität und vielfältige Perspektiven zu fördern. Der aktuelle Entwurf des UNFCCC Gender Action Plans (GAP) enthält wichtige Elemente, die beibehalten und weiter gestärkt werden sollten. Österreich muss sich im Rahmen der EU dafür einsetzen, dass etablierte menschenrechtliche Standards wie die Verwendung geschlechtergerechter und inklusiver Sprache gegen Rückschritte verteidigt werden. Darüber hinaus wird der Erfolg des GAP von einer kohärenten und wirkungsorientierten Umsetzung sowie einer angemessenen und vorhersehbaren Finanzierung abhängen. Konfliktsensibilität muss in alle, während der COP30 beschlossenen Maßnahmen, sowie in die Formulierung der Indikatoren für das globale Anpassungsziel (GGA) miteinfließen, damit diese keine neuen Konflikte auslösen, sondern Katalysator für Frieden werden. Weiters erhält die COP30 im Gegensatz zu vorherigen Konferenzen keinen eigenen Tag zum Thema Frieden und Sicherheit. Deswegen soll die österreichische Delegation friedensbezogene Aspekte während der COP einbringen. Links Allianz für Klimagerechtigkeit (Oktober 2025): Anliegen der Allianz für Klimagerechtigkeit zu den Verhandlungen auf der COP30 Allianz für Klimagerechtigkeit (Oktober 2023): Prioritäten für Österreichs nationale und internationale Klimapolitik (ir)
Making Climate Finance Work for All: Time to Agree on an Ambitious New Finance Goal Posted on 6. November 2024 - 10:34 by Ilona Reindl Salomé Lehtman is a project and advocacy advisor for Mercy Corps. © private The impacts of climate change do not affect everyone equally. Low-income countries bear the brunt of a climate crisis they had little hand in creating, and women, girls, and children often suffer these impacts the most. Unless action is taken, these injustices will continue to grow. These communities share a common need: sufficient and adequate funding to cope with, and adapt to, climate change. The New Collective Quantified Goal (NCQG) is a critical opportunity to secure funding to help communities build resilience to climate change. Time for a reset on climate finance Over 15 years ago, developed countries committed to mobilize $100 billion in climate finance every year by 2020. However, flaws in the design of the target meant that not only was it met two years late, it was also not nearly enough to address the reality of the climate crisis. Furthermore, the actual financial effort by developed countries to support climate action in developing countries is much lower than what official figures seem to suggest. Much of the available finance is skewed towards efforts to reduce global emissions, which accounted for more than half of public climate finance in 2022. This means there is not enough funding to help people adapt to climate change or recover from its impacts. However, the Zurich Climate Resilience Alliance work shows what can be achieved when sufficient funding is allocated to adaptation efforts. In Jordan for example, we work with local authorities to garner support for flood prevention measures and policies, leading to more informed decision-making and ensuring communities become more resilient to climate change. Moreover, a large portion of the funding is distributed as loans rather than grants. Loans currently make up more than two thirds of all international public climate finance. This is deeply unjust as it places unsustainable debt burdens on low-income countries, forcing them to prioritize debt repayments over critical climate action or investment in essential services, like infrastructure, health and education and creating a vicious circle of vulnerability. Fragile and conflict-affected situations (which experience high levels of institutional and social fragility and violent conflict) face even greater challenges. These areas, often deemed too risky to attract investments, receive little to no funding for climate action, despite being highly vulnerable to climate-induced disasters. Mercy Corps’ analysis shows that the 10 most fragile states received less than 1% of total climate finance flows. This directly affects communities that cannot be left behind when financing climate action. The NCGQ represents a pivotal moment in the global response to climate change. The decision will have profound and lasting impacts on the lives of millions of vulnerable communities, making it imperative that the NCQG is just, ambitious, and results in a greater commitment from those most responsible for the climate crisis. A new climate finance target fit for purpose COP29 will mark the culmination of three years of negotiations on the NCQG. The final outcome must go beyond a political compromize and represent a substantial step forward for climate action. The latest report from the Zurich Climate Resilience Alliance outlines five tests that the NCQG must pass to be fit for purpose: Those most responsible for climate change, and who are most able to pay, must do most to stop it: While all countries are affected by climate change, the responsibility to address it is not equal. Developed countries, bearing the greatest historic responsibility for climate change, must support those that bear the brunt of climate impacts (Annex II countries should provide up to 80% of any climate finance target according to the Centre for Global Development). This should lead to an equitable burden-sharing mechanism. This is a matter of climate justice. The new global climate finance target should be sufficiently ambitious – with public finance provision set at a minimum of $1 trillion per year in grants – and align with the evolving needs of developing countries The funding should primarily come in the form of grants, not loans, empowering communities to build resilience and adapt to a changing climate without incurring unsustainable debt. The money should be new and additional to official development assistance (ODA) and result from better use of public resources. Public resources must be better allocated, holding polluters and profiteers accountable for funding climate action rather than placing the burden on vulnerable communities. This allocation of resources is a political choice. The funding should be easily accessible and supportive of gender equality and human rights. The new goal should ensure that funds are accessible to local governments and communities and that they address gender-specific vulnerabilities to climate change. Achieving a robust climate finance goal requires bold political decisions and a commitment to climate justice. Mercy Corps urges policymakers to seize the opportunity at COP29 to agree on an ambitious NCQG. It is not about numbers, it is about people The new global finance goal is not just about financial commitments; it is about the lives and futures of millions of people around the world. If the NCQG lacks ambition, the world risks condemning these communities to a future of greater suffering and instability. As the world stands at this crossroads, we must choose the path of justice and humanity. Let COP29 be the turning point where we move from crisis to resilience, ensuring that all communities have the chance to not just survive, but thrive in a world increasingly defined by climate change. About the author Salomé Lehtman is a project and advocacy advisor for Mercy Corps as part of the Zurich Climate Resilience Alliance. She is the lead on EU policy and advocacy on climate, with a particular focus on adaptation and loss and damage policy. She also has experience in EU biodiversity and sustainable finance policy. In the section Outside view, Global Responsibility gives experts the opportunity to comment and share their views on current and relevant development issues. The aim is to facilitate development policy debates, promote democratic discourse and highlight the importance of implementing the 2030 Agenda. The authors are solely responsible for the content of their articles. Global Responsibility does not necessarily share the views expressed.
Zivilgesellschaftliche Organisationen fordern die Festlegung eines ambitionierten Klimafinanzierungsziels bei COP29 Posted on 9. Oktober 2024 - 16:44 by Ilona Reindl Im Zentrum der UN-Klimakonferenz (COP29), die in wenigen Wochen in Baku, Aserbaidschan, stattfindet, stehen die Verhandlungen zum New Collective Quantified Goal (NCQG). Dabei geht es um ein neues internationales Klimafinanzierungsziel, das die bisherigen USD 100 Milliarden pro Jahr für Länder des Globalen Südens ab 2025 ablösen soll. Ein ehrgeiziges NCQG ist entscheidend, um die dringend benötigten Mittel für Klimaschutz, Anpassungsmaßnahmen sowie den Ausgleich von Verlusten und Schäden in Ländern des Globalen Südens zu mobilisieren und dafür zu sorgen, dass die globalen Klimamaßnahmen auf Gerechtigkeit und Gleichheit beruhen. In einem gemeinsamen Brief appellieren mehr als 130 zivilgesellschaftliche Organisationen – darunter die AG Globale Verantwortung – an die verhandelnden Minister*innen, sich für ein ambitioniertes Klimaziel einzusetzen. Die Organisationen empfehlen eine signifikante Steigerung der öffentlichen Mittel auf mindestens USD 1 Billion pro Jahr, wobei der Schwerpunkt auf Zuschüssen, nicht Krediten, liegen sollte, um die Schuldenlast des Globalen Südens nicht weiter zu erhöhen. Außerdem regen die Organisationen die Definition von Unterzielen für Klimaschutz, Klimawandelanpassung sowie den Ausgleich von Verlusten und Schäden und eine ausreichende Dotierung derselben an. Links Zivilgesellschaftlicher Brief an verhandelnde Minister*innen (Oktober 2024): Global civil society sign-on letter to ministers on the NCQG Stellungnahme des Climate Action Network International zu NCQG (August 2024): Climate Action Network Submission: NCQG
Austauschserie zu Herausforderungen im internationalen Zahlungsverkehr Posted on 18. Juni 2024 - 17:48 by Ilona Reindl 1. Austausch am 19.2.2024 Einladung Zusammenfassende Dokumentation Präsentation zu StoneX (HORIZONT3000) Präsentation zu Convera (LfdW) Präsentation zu bitcoin (JEW) 2. Austausch mit Experten am 20.03.2024 Einladung Zusammenfassung 3. Austausch mit StoneX am 17.4.2024 Einladung Zusammenfassung Slides 4. Austausch mit Amanacard am 16.5.2024 Einladung Zusammenfassung Slides 5. Workshop „Counterterrorism and Sanctions: How to manage risks“, 26.11.2024 Invitation slides toolkit
Strenge externe Kontrollmechanismen minimieren das Terrorismusfinanzierungsrisiko entwicklungspolitischer NGOs Posted on 23. Februar 2024 - 14:29 by Ilona Reindl English translation of the report Ausgangssituation Entwicklungspolitische und humanitäre NGOs leisten weltweit Humanitäre Hilfe im Katastrophenfall und tragen durch langfristige Projekte nachhaltig dazu bei, Armut und Hunger zu reduzieren. Weil die Not der Menschen oftmals dort am größten ist, wo es Konflikte und/oder schwache staatliche Strukturen gibt, findet auch die Arbeit von NGOs zum Teil in diesen Regionen statt. Die Programme der Organisationen in diesen Gebieten zielen darauf ab, das Leid der besonders betroffenen Zivilbevölkerung zu lindern, etwa, indem sie die Versorgung mit Wasser sicherstellen oder gesundheitsfördernde Maßnahmen und Bildungsprogramme durchführen. Sie tragen damit dazu bei, die Grundlage für eine langfristig stabilere soziale und wirtschaftliche Entwicklung und in weiterer Folge auch für eine positive Wohlstands- und Rechtsstaatsentwicklung zu schaffen. Die Organisationen distanzieren sich klar von terroristischen Gruppierungen und tragen in ihrer Arbeit Sorge, weder unmittelbar noch mittelbar in irgendeiner Weise terroristische Aktivitäten oder Geldwäsche zu ermöglichen. Sie setzen vielfältige präventive Maßnahmen, um dieses Risiko zu minimieren. Dazu zählen beispielsweise die Nutzung regulierter und kontrollierter Finanzkanäle für Finanztransaktionen, die standardmäßige Anwendung des 4-Augenprinzips bei allen finanziellen Entscheidungen, umfassende Partner*innen-Assessments und die langfristige Zusammenarbeit mit bewährten Partner*innen sowie verbindliche Projektvereinbarungen und umfassende Berichts- und Nachweispflichten der Partner*innen. Gleichzeitig unterliegen entwicklungspolitische und humanitäre NGOs in Österreich starken externen Kontrollmechanismen (z.B. durch ihre nationalen und internationalen Geldgeber*innen) oder unterwerfen sich diesen freiwillig (z.B. im Rahmen des österreichischen Spendengütesiegels (OSGS) oder durch Erlangung der Spendenbegünstigung durch das BMF). Diese Kombination aus internem Management und externen Kontrollmaßnahmen reduziert in der Gesamtbetrachtung das Risiko, dass Mittel des entwicklungspolitischen und humanitären NGO-Sektors für terroristische Zwecke missbraucht werden könnten, deutlich. Externe Kontrollmechanismen Im Folgenden sind die wichtigsten externen Kontrollmechanismen angeführt, denen entwicklungspolitische und humanitäre NGOs in Österreich unterliegen (können) und die ihr Risiko, für terroristische Zwecke missbraucht zu werden, minimieren. Spendenbegünstigung des BMFSpendenbegünstigte Organisationen müssen jährlich von externen, unabhängigen Wirtschaftsprüfer*innen bestätigen lassen, dass sie die gesetzlichen Voraussetzungen für die Spendenbegünstigung erfüllen. Dies beinhaltet die Prüfung von Rechnungs- oder Jahresabschlüssen.1 Österreichisches SpendengütesiegelTräger*innen des österreichischen Spendengütesiegels (OSGS) verpflichten sich freiwillig, die umfassenden Kriterien des OSGS zu erfüllen. Sie haben ein strenges Aufnahmeverfahren durchlaufen und lassen sich einmal jährlich von externen, unabhängigen Steuerberater*innen oder Wirtschaftsprüfer*innen auf die Erfüllung der Kriterien kontrollieren. Das Spendengütesiegel wird von der Kammer der Steuerberater:innen und Wirtschaftsprüfer:innen (KSW) nach einer unabhängigen Prüfung der Kriterien durch eines ihrer Mitglieder vergeben. Die Kriterien werden laufend evaluiert und in Kooperation mit Vertreter*innen der Praxis und Expert*innen von der KSW weiterentwickelt. Teil jeder OSGS-Prüfung sind neben umfangreichen Transparenz- und Kontrollvorgaben für eine sachgemäße Mittelverwendung auch explizit risikominimierende Maßnahmen in Bezug auf Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung: „Bei der Annahme von Spenden hat die Organisation sicher zu stellen, dass sämtliche dahinter liegenden Prozesse das Risiko von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung durch entsprechende Sicherungsmaßnahmen weitestgehend ausschließen“ (Kriterium 27). Akkreditierung durch die Austrian Development Agency (ADA)NGOs können sich von der ADA für die Umsetzung von humanitären Maßnahmen und Nexus-Projekten/Programmen akkreditieren lassen. Voraussetzung ist die Erfüllung strenger Qualitätsstandards, u.a. müssen ansuchende Organisationen einen „Nachweis von internen Prozessen und Kontrollsystemen zur Vermeidung von Betrug, Korruption, Bestechung, Geldwäsche, Terrorismusfinanzierung und anderen Formen des Missbrauchs“ erbringen. EU Humanitarian Partnership Certificate 2021-2027 (DG ECHO)Ähnlich wie im Fall der ADA können sich NGOs bei DG ECHO, die der Europäischen Kommission unterstellt ist, als Implementierungspartner*innen für humanitäre Maßnahmen präqualifizieren. Um das EU Humanitarian Parntership Certificate von DG ECHO zu erhalten, müssen die antragstellenden Organisationen unter anderem Qualitätskriterien erfüllen, die explizit auf die Vermeidung von Terrorismusfinanzierung und Geldwäsche abzielen: „The Organisation includes provisions in its procurement, sub-granting policies and contracts to ensure that its tenderers, implementing partners and contractors observe and uphold integrity rules and ethical standards, such as: i) avoidance of child labour; ii) respect of basic social rights and working conditions based on international labour standards and iii) respect of applicable law relating to anti-money laundering and combatting terrorism financing, in the execution of their contracts“. Weitere externe PrüfungenNeben den angeführten Kontrollmechanismen gibt es zahlreiche weitere externe Prüfverfahren, denen NGOs unterliegen (können). So besteht beispielsweise eine gesetzliche Prüfpflicht für größere Vereine aufgrund des Vereinsrechts, die ADA führt bei ihren strategischen Partner*innen strategische Prüfungen durch und auch andere öffentliche Fördergeber*innen (z.B. Länder, Ministerien, EU/INTPA) haben eigene Prüfverfahren für ihre Fördernehmer*innen. Datenbasis Die Österreichische Forschungsstiftung für Internationale Entwicklung (ÖFSE) erhebt jedes Jahr im Auftrag der ADA Daten zu den Zuschüssen privater Organisationen. Private Zuschüsse sind Mittel aus privaten Finanzierungsquellen (Spenden, Fundraising, Mitgliedsbeiträge, Selbstbesteuerung, Erbschaften, Patenschaften, usw.), die private Organisationen (Nichtregierungsorganisationen (NGOs/NROs), Stiftungen und andere private Körperschaften) in einem bestimmten Kalenderjahr für Entwicklung und humanitäre Hilfe in Entwicklungsländern sowie für Administration und Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit in Österreich ausgeben. Als Entwicklungsländer gelten jene Länder, die in der Empfängerländerliste des DAC angeführt werden. Für die vorliegende Analyse greifen wir auf die aktuellsten zur Verfügung stehenden Daten aus dem Jahr 2021 zurück, die auf den Meldungen von 118 Organisationen basieren. Weitere Hintergrundinformationen zu den Daten des Jahres 2021 finden sich in der Publikation der ÖFSE zur Österreichischen Entwicklungspolitik 2023. Ergebnisse 2021 gaben österreichische private Organisationen private Mittel in Höhe von insgesamt €172.002.7282 für Entwicklung und Humanitäre Hilfe in Entwicklungsländern sowie für Administration und Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit in Österreich aus.3 98,3% der Mittel setzten Organisationen um, die spendenbegünstigt sind und daher jährlich von unabhängigen, externen Wirtschaftsprüfer*innen geprüft werden. Von den nicht-spendenbegünstigten Organisationen sind zumindest weitere 35% wirtschaftsgeprüft. Damit erhöht sich der Anteil der Mittel, die von wirtschaftsgeprüften Organisationen umgesetzt wurden, auf 98,9%.4 83,4% der Mittel setzten Organisationen um, die Träger des österreichischen Spendengütesiegels sind und jährlich anhand strenger Qualitätskriterien – inkl. Kriterien zu Terrorismusfinanzierung und Geldwäsche – von externen, unabhängigen Wirtschaftsprüfer*innen überprüft werden.5 38,6% der Mittel setzten Organisationen um, die als Implementierungspartner*innen bei der ADA akkreditiert sind und ein strenges Qualifizierungsverfahren – inkl. Überprüfung von Kriterien zu Terrorismusfinanzierung und Geldwäsche – durchlaufen haben. 25,7% der Mittel setzten Organisationen um, die als Implementierungspartner*innen von DG ECHO zertifiziert sind und ein strenges Prüfverfahren der DG ECHO durchlaufen haben – auch entlang von Kriterien zu Terrorismusfinanzierung und Geldwäsche. 89,0% der Mittel setzten Organisationen um, die entweder das jährliche Prüfverfahren des Spendengütesiegels oder jenes für den Erwerb der ADA-Akkreditierung bzw. der ECHO-Zertifizierung durchlaufen haben und damit von einer oder mehreren externen, unabhängigen Stellen auf die Einhaltung von Kriterien zu Terrorismusfinanzierung und Geldwäsche überprüft wurden.6 Fazit Der entwicklungspolitische und humanitäre NGO-Sektor in Österreich unterliegt starken externen Kontrollmechanismen, die das Risiko von Terrorismusfinanzierung und Geldwäsche minimieren. Unsere Auswertung zeigt, dass 98,9% aller privaten Mittel von Organisationen umgesetzt werden, die jährlich von externen, unabhängigen Wirtschaftsprüfer*innen geprüft werden. Darüber hinaus werden 89,0% aller privaten Mittel von Organisationen umgesetzt, die einem oder sogar mehreren strengen Prüfverfahren durch externe, unabhängige Stellen (KSW, ADA, DG ECHO) unterliegen, die Kriterien zu Terrorismusfinanzierung und Geldwäsche umfassen. Mit der Neuregelung der Spendenbegünstigung ab 2024 gibt es ein vereinfachtes Verfahren für die Verlängerung der Spendenbegünstigung. Der vorliegende Bericht analysiert Daten des Jahres 2021, weshalb im Text die zu diesem Zeitpunkt geltenden Bestimmungen angeführt sind. ↩︎Die Summe weicht aufgrund einer Datenbereinigung der KOO geringfügig (0,21%) von der von der ÖFSE berechneten Summe (€171.634.076) ab. ↩︎Über 90% der Mittel fließen in Entwicklungsländer, lediglich ein geringer Prozentsatz wird für Aktivitäten in Österreich aufgewendet. ↩︎Nicht wirtschaftsgeprüft werden insbesondere Kleinstvereine oder lokale Initiativen, z.B. von Schulen. ↩︎Für einige NGOs ist eine OSGS-Zertifizierung wenig relevant, etwa weil sie nur in einem geringen Ausmaß Spenden sammeln oder Träger des deutschen DZI-Spendensiegels sind. ↩︎Eine ADA-Akkreditierung sowie eine ECHO-Zertifizierung ist nur für große, humanitäre NGOs möglich. ↩︎ Link Hintergrundinformation (21.02.2024): Entwicklungspolitische und humanitäre NGOs: Strenge externe Kontrollmechanismen minimieren das Terrorismusfinanzierungsrisiko des Sektors Quellen Austrian Development Agency (o.D.): Humanitäre Hilfe. Abgerufen unter: https://www.entwicklung.at/themen/humanitaere-hilfe, Zugriff am 06.02.2024 Austrian Development Agency (2021): Akkreditierungsverfahren für humanitäre Maßnahmen in der OEZA. Abgerufen unter: https://www.entwicklung.at/fileadmin/user_upload/Dokumente/HuHi/Merkblatt_Akkreditierungsverfahren2021.pdf, Zugriff am 06.02.2024 Austrian Development Agency (2021): Ansuchen um Akkreditierung für die Implementierung von Humanitären Maßnahmen im Rahmen der OEZA. Abgerufen unter: https://www.entwicklung.at/fileadmin/user_upload/Dokumente/HuHi/Akkreditierungsantrag_huhi2021.docx, Zugriff am 06.02.2024 Austrian Development Agency (o.D.): Strategische Partnerschaften. Abgerufen unter: https://www.entwicklung.at/akteure/zivilgesellschaft/strategische-partnerschaften, Zugriff am 06.02.2024 Bundesministerium für Finanzen (o.D.): Liste spendenbegünstigter Einrichtungen. Abgerufen unter: https://service.bmf.gv.at/service/allg/spenden/show_mast.asp, Zugriff am 06.02.2024 DG ECHO (o.D.): Terms of Reference for the ex-ante assessment. Abgerufen unter: https://www.dgecho-partners-helpdesk.eu/download/referencedocumentfile/91, Zugriff am 06.02.2024 DG ECHO (o.D.): List of Non-Governmental Organisations certified as EU Humanitarian partners for the period 2021- 2027. Abge-rufen unter: https://civil-protection-humanitarian-aid.ec.europa.eu/document/download/d57eb909-dca7-4c76-908a-b40d012aa022_en?filename=List%20of%20certified%20NGOs%2022.01.2024.pdf, Zugriff am 06.02.2024 Kammer der Steuerberater:innen und Wirtschaftsprüfer:innen (o.D.): Wer trägt das Spendengütesiegel? Abgerufen unter: https://www.osgs.at/organisationen-finden/, Zugriff am 06.02.2024 Kammer der Steuerberater:innen und Wirtschaftsprüfer:innen (o.D.): Die Spendengütesiegel-Kriterien. Abgerufen unter: https://www.osgs.at/fuer-prueferinnen/, Zugriff am 06.02.2024 OECD (2021): DAC List of ODA Recipients. Abgerufen unter: https://www.oecd.org/dac/financing-sustainable-development/development-finance-standards/DAC-List-ODA-Recipients-for-reporting-2021-flows.pdf, Zugriff am 06.02.2024 ÖFSE (2024): Österreichische Entwicklungspolitik 2023. Green Development Finance: From Climate Crisis to Global Justice? ÖFSE: Wien. (ir)
Climate Quickies Posted on 14. Februar 2024 - 10:01 by Ilona Reindl Locally Led Adaptation Principles and their implications for CSOs in the Global North (14.02.2024) Stefanie Tye, World Resources Institute Invitation Slides Partnerships for climate justice: Supporting indigenous communities in protecting their local land rights (10.04.2024) Kerstin Plaß, Klimabündnis Invitation Slides: Teil 1 & Teil 2 Advancing gender equality and climate action: Setting targets and monitoring progress (25.06.2024) Mairi Dupar, ODI Invitation Slides A Child-Right’s Based Perspective on Climate Action (09.10.2024) Faith Nimineh, Child Fund Alliance & Keeva Duffey, Child Fund International Invitation Slides Faith Nimineh Slides Keeva Duffey COP 29: Hintergründe und zivilgesellschaftliche Erwartungen an die UN-Klimakonferenz (07.11.2024) Martin Krenn (KOO), Angelika Derfler (Südwind), Reinhard Uhrig (WWF) Invitation Slides Martin Krenn Slides Reinhard Uhrig
Umsetzung FATF-Recommendation 8 in Österreich und Auswirkungen auf NGOs Posted on 5. Dezember 2023 - 15:05 by Ilona Reindl Österreich ist Mitglied der Financial Action Task Force (FATF), einer internationalen Arbeitsgruppe, die Standards zum Schutz des globalen Finanzsystems vor Geldwäscherei, Terrorismusfinanzierung sowie vor der Finanzierung der Verbreitung von Massenvernichtungswaffen entwickelt. Die FATF prüft in regelmäßigen Länderprüfungen die Einhaltung der insgesamt 40 Standards („Recommendations“) durch die Mitgliedstaaten. Österreich wurde 2017/18 einer Länderprüfung unterzogen und erhielt für 36 Standards das Rating compliant oder largely compliant. Die Umsetzung von vier Standards wurde von der FATF als partially compliant eingestuft – darunter Recommendation 8, die den Schutz des NPO-Sektors vor Missbrauch für terroristische Zwecke zum Ziel hat. Recommendation 8: Countries should identify the organisations which fall within the FATF definition of non-profit organisations (NPOs) and assess their terrorist financing risks. Countries should have in place focused, proportionate and risk-based measures, without unduly disrupting or discouraging legitimate NPO activities, in line with the risk-based approach. The purpose of these measures is to protect such NPOs from terrorist financing abuse, including:(a) by terrorist organisations posing as legitimate entities;(b) by exploiting legitimate entities as conduits for terrorist financing, including for the purpose of escaping asset-freezing measures; and(c) by concealing or obscuring the clandestine diversion of funds intended for legitimate purposes to terrorist organisations1 Die FATF begründete Österreichs partially compliant bei Rec. 8 unter anderem damit, dass Österreich noch keine Risikoanalyse des NPO-Sektors durchgeführt habe, nur sporadische Bewusstseinsbildungsaktivitäten für den NPO-Sektor setze und keine Best Practices für den NPO-Sektor entwickelt habe. Kritisiert wurde auch, dass NPOs in Österreich sehr stark selbstreguliert seien und externe Kontrolle auf ihre Registrierung und Einhaltung von Steuervorschriften fokussiere und daher nicht geeignet sei zu zeigen, dass NPOs Maßnahmen zur Reduktion des Risikos von Terrorismusfinanzierung setzen. (FATF-Report 2017) 2025 findet die nächste Länderprüfung Österreichs statt. Im Vorfled setzt Österreich unter der Führung des BMF eine Reihe von Schritten, um bei dieser Prüfung Verbesserungen bei der Umsetzung von Recommendation 8 nachweisen zu können und das Rating zumindest auf (largely) compliant zu verbessern. Zu diesen Schritten zählen: NPO-spezifische Information inkl. Best-Practices auf Webseite des BMF (seit März 2023) jährliche NPO-Risikoeherbung (seit 2023) NPO-Sektorrisikoanalyse (April 2024) Monitoringmaßnahmen: Vereinsprüfungen mit Schwerpunkt Terrorismusfinanzierung (seit 2024) Outreach-Maßnahmen für NPOs (Workshops und Vorträge) Die AG Globale Verantwortung bringt sich laufend und konstruktiv in diesen Prozess ein. Wir tun dies im laufendenden Austausch mit den zuständigen Mitarbeiter*innen des BMF, durch schriftliche Stellungnahmen relevanten Unterlagen (z.B. NPO-Risikoerhebungsbogen, NPO-Sektorrisikoanalyse) und Gesetzesentwürfen (z.B. Sanktionengesetz 2024) sowie durch die Aufbereitung von Daten und Informationen. Wir sind Mitglied der BMF-Projektgruppe PPP-NPOs und nehmen an deren Sitzungen teil. Außerdem sind wir Ansprechpartnerin für das FATF-Prüfteam. Unsere Aktivitäten stimmen wir mit dem NPO-Netzwerk Antiterrorismus, einem losen Zusammenschluss von NPO-Interessensvertretungen und entwicklungspolitischen/humanitären NPOs, ab, dass wir seit seiner Gründung im Sommer 2023 koordinieren. Unsere Mitglieder informieren wir laufend über einen eigenen Verteiler über relevante Entwicklungen. Downloads Nationale Risikoanalyse 2025 (inkl. Kapitel zum NPO-Sektor) BMF (2025): Nationale Risikoanalyse 2025 AG Globale Verantwortung, KOO, Bündnis für Gemeinnützigkeit, Verband für gemeinnütziges Stiften (10.04.2025): Schriftliche Rückmeldung zur Nationalen Risikoanalyse 2025 (E-Mail) Sanktionengesetz 2024 AG Globale Verantwortung (17.10.2024): Stellungnahme zum Entwurf des FATF-Prüfunganpassungsgesetz 2024 Parlament Österreich (20.11.2024): FATF-Prüfungsanpassungsgesetz 2024 Workshops und Vorträge des BMF BMF (10.09.2024): Präsentation Bargeldverbringungen Drittland AG Globale Verantwortung (27.9.2023): Zusammenfassung BMF-Workshop für NRO, Banken und Behörden Country Fact Sheets BMF (2025): Terrorist financing threats for NPOs operating in Burkina Faso BMF (2025): Terrorist financing threats for NPOs operating in Tanzania BMF (2024): Terrorist financing threats for NPOs operating in Kenya NPO-Sektorrisikoanalyse des BMF 2024 Bundesministerium für Finanzen (April 2024): NPO-Sektorrisikoanalyse AG Globale Verantwortung, KOO, Bündnis für Gemeinnützigkeit, Verband für gemeinnütziges Stiften, Fundraising Verband (28.03.2024): Schriftliche Rückmeldung zu NPO-Sektorrisikoanalyse (E-Mail) AG Globale Verantwortung, KOO, Bündnis für Gemeinnützigkeit, Verband für gemeinnütziges Stiften, Fundraising Verband (28.03.2024): Schriftliche Rückmeldung zu NPO-Sektorrrisikoanalyse (im Text) AG Globale Verantwortung (21.02.2024): Entwicklungspolitische und humanitäre NGOs: Strenge externe Kontrollmechanismen minimieren das Terrorismusfinanzierungsrisiko des Sektors Risikoerhebungen des BMF 2023, 2024 Haupterhebung (August 2023): BMF (02.08.2023): E-Mail an NGOs, Fragebogen AG Globale Verantwortung (04.08.2023): E-Mail an alle Mitgliedsorganisationen AG Globale Verantwortung (13.09.2023): Anmerkungen zu Befragung spendenbegünstigter NROs durch das BMF AG Globale Verantwortung (20.09.2023): Antwortbrief des BMF Nacherhebung (Dezember 2023): BMF (4.12.2023): Email an NGOs, Nachererhebungsbogen AG Globale Verantwortung (4.12.2023): Begleit-Email an Mitgliedsorganisationen Risikoerhebung 2024: BMF (7.10.2024): Einladung zur Risikoerhebung, Fragebogen, FAQ AG Globale Verantwortung (9.10.2024): Begleit-Email an Mitgliedsorganisationen BMF-Workshop zur NPO-Risikoerhebung (8.11.2024): BMF-Präsentation BMF-Sitzungen der PPP-NPOs Sitzung des BMF zur Umsetzung der FATF-Rec (27.7.2023): BMF-Präsentation 1. Sitzung (13.11.2023): BMF-Präsentation 2. Sitzung (19.12.2023): BMF-Präsentation zur NPO-Sektorrisikoanalyse, BMF-Präsentation zu Änderung FATF-Recommendation 8 5. Sitzung (04.07.2024): BMF-Präsentation FATF Länderprüfung FATF (22.5.2024): Non-Profit Organizations and the Assessment process of Austria AG Globale Verantwortung & KOO (8.10.2024): Sensibilisierung und Professionalisierung:Wie österreichische entwicklungspolitische NPOs auf steigende Terrorismusfinanzierungsrisiken reagieren Adaptierung von FATF Rec. 8: FATF (November 2023): Amendment to Recommendation 8 and its Interpretative Note FATF (November 2023): Best Practice Paper on Combatting the Terrorist Finance Abuse of NPOs AG Globale Verantwortung (18.08.2023): Stellungnahme zu öffentlicher Konsultation der FATF zur Adaptierung von Recommendation 8 NPO-spezifische Information auf Webseite des BMF: BMF (2023): Vereine und Schutz vor Terrorismusfinanzierung AG Globale Verantwortung & KOO (08.02.2023): Stellungnahme zu NPO-spezifischer Information/Best Practices auf Webseite des BMF Die FATF hat Recommendation 8 und die dazugehörige Interpretative Note im November 2023 adaptiert, da der Standard in seiner ursprünglichen Version in einigen Ländern sehr restriktiv ausgelegt wurde und die legitime Arbeit von NPO behindert hat. Die AG Globale Verantwortung hat an der öffentlichen Konsultation im August 2023 teilgenommen ↩︎ (ir)
Curriculum to promote entrepreneurship and environmental awareness in several African countries Posted on 17. Oktober 2023 - 10:28 by Ilona Reindl Challenge How can the development of a cross-sectoral curriculum succeed in order to promote the spirit of innovation, entrepreneurship and environmental awareness of young people in the long term and to improve their chances on the labour market? Target group Young people/groups of young people who are willing to learn and who are involved in upcycling projects and other entrepreneurship projects of SOS Children’s Villages International in several African countries. Framework For already established upcycling projects, which are carried out in cooperation with Plasticpreneurs in several African countries (Ghana, Somalia, Benin), there is a lack of uniform pedagogical guiding material for the facilitators (curriculum, innovation, entrepreneurship, environmental protection), so that these groups can achieve their learning goals more effectively and in a more targeted way, and thus get employed. The central teaching contents of these projects are (1) the technical operation of the equipment, (2) creating awareness for the advantages of a circular economy of reusing raw materials instead of a „throwaway society“ and (3) the entrepreneurial empowerment of the participants so that they can understand and live basic knowledge of successful economic action. SOS Children’s Villages International implements a variety of relevant projects that address these issues (innovation, entrepreneurship, environmental protection), but faces the challenge of condensing the succus of project results into a cross-sectoral curriculum/learning guide. We are convinced that the transition from non-repayable grants to social entrepreneurship can succeed more quickly and sustainably with new impulses from other economic sectors. About SOS Children’s Village International SOS Children’s Village International is the umbrella organisation for all SOS Children’s Villages in over 135 countries worldwide. In an effort to develop and spread new approaches to development cooperation, the umbrella organisation offers its members and local partners support in project development, in particular for the structured financing of pilot projects. A number of such projects have recently taken the direction of social entrepreneurship, providing opportunities for cross-sectoral cooperation between social, economic and academic actors. Termin Follow-Up Session: 29 November 2023, 11 – 12 am Note: This team works in English during the workshop. More information about the co-creation workshop 2023
Job opportunities for young people through plastic waste recycling in rural Ethiopia Posted on 17. Oktober 2023 - 10:21 by Ilona Reindl Challenge How can collecting and recycling plastic waste create job opportunities for young people in rural Ethiopia? Target group Young people who without job prospects (median age Ethiopia is 19.8) Ethiopian society which faces the challenge of increasing plastic waste Framework conditions Ethiopia is a developing country where the use of plastics is increasing. The problem is currently spreading in Addis Ababa; regional cities such as Harer/Diredawa and Bahirdar, as well as medium-sized cities, are also rapidly becoming a challenge. In large cities like Addis Ababa and Diredawa, factories for shredding machines are slowly emerging. There is also the possibility of starting a small-scale business. The sector enjoys strong political support as it is linked to job creation for young people. Many Ethiopians aspire to reuse plastic products for a purpose other than the original design. Currently, factories are starting to shred the collected plastic to recycle it and use it to make other products. According to the UNEP (United Nations Environment Programme) 2023 report, the use of plastic is expected to shift in the coming years. The report calls for three market changes: Reuse, recycling, and repurposing and diversification of products. The report explains reuse: By promoting reuse options, including refillable bottles, bulk dispensers, deposit return systems, packaging return systems, etc., plastic pollution can be reduced by 30 per cent by 2040. To realise the potential, governments need to help build a stronger business case for reusables. The reuse and recycling of plastics could be used both for climate-friendly living and at the same time create jobs for young people through collection, shredding and delivery to recyclers. About Menschen für Menschen Menschen für Menschen has been providing „help for self-help“ in Ethiopia since 1981. The aim is to develop entire regions in the long term and make them independent of foreign aid. Today, around 6 million people in areas with a total area of over 60,000 km² benefit from the work of the organisation. 13 of 28 project regions have already been completed and handed over in their entirety to the responsibility of the population. Together with the population, measures from the fields of agriculture, water, education, health and income are linked and implemented. Especially the creation of jobs for young people has been an important focus for several years. In this context, the recycling of plastic waste also opens up economic opportunities and job opportunities for young people, in addition to the ecological necessity. Termin Follow-Up Session: 28. November 2023, 11 – 12 am Note: This team works in English during the workshop to enable the participation of an expert from Ethiopia. More information about the co-creation workshop 2023
Less plastic waste on the Manaslu trek in Nepal Posted on 17. Oktober 2023 - 9:30 by Ilona Reindl Challenge What conditions do local people need to ensure that the plastic waste generated in the villages can be properly collected and recycled, creating added value for the local population in the process? Target group The local population in the remote mountain regions of Nepal is suffering from the ever-increasing amounts of plastic waste. Due to the lack of a waste collection infrastructure, the waste poses a considerable risk to the environment and the health of the local population. Often the waste is burnt, which leads to air pollution and the release of toxic gases and chemicals. In addition, watercourses are contaminated and soils are polluted by improper dumping, often for decades. Approximately 9,000 people live in the Manaslu region. Approximately 7,000 trekking tourists make this trek every year. Our local partner, a trekking guide and NGO founder, approached us with the request to support him and his team, as well as the local population, in solving this increasingly massive problem. Framework conditions Nepal, like other developing countries, has a waste infrastructure that can be improved. The classic waste management approaches in Nepal have always been landfilling and incineration. Large recycling plants are not an option, especially in small, remote places, and removal is cumbersome and expensive. To put this into perspective, the highest village is about a week’s walk from the nearest road. The involvement of the political leaders of the Manaslu Conservation Area Project of the National Trust for Nature Conservation has so far failed due to the poor accessibility and low motivation of those responsible. However, it is essential for such a project to be able to rely on the support of the responsible authorities. Apart from the waste caused by trekking tourists (mostly plastic bottles), the local population also uses more and more products that are packed in plastic. Chinese noodle snacks, for example, are very popular, but the population is largely unaware of the connection between the amount of waste and health problems. An awareness-raising process for the local population should be initiated in parallel to the specific project. In a bachelor thesis commissioned by Weltweitwandern for the Joanneum University of Applied Sciences, the amount of plastic waste on the Manaslu trek was researched: „In total, tourists and locals generate an estimated 35.7 tonnes of plastic waste, of which approximately 93% would be attributable to the local population“. (Dalla-Via 2022) About Weltweitwandern Weltweitwandern was founded in 1999 by Christian Hlade to fund a school in a remote village in the Himalayas. Since then, a strong social claim has been in our company DNA. So the idea that everyone should get something out of travelling has played a major role from the very beginning. „Leaving impressions instead of imprints“ is one of our slogans, because we have been committed to responsible tourism from the very beginning, with the aim of creating better places for the locals and for our guests through our walking tours. Most recently, we were awarded the „Travelife“ certificate in 2023, one of the most prestigious international awards for sustainability in tourism. With our partner sustainability programme, we motivate and support our local partner companies to make their activities in our destinations even more sustainable. Follow-Up Session: 28 November 2023, 9 – 10 a.m. Note: The team will work in English during the workshop to enable the participation of local experts. More information about the co-creation workshop 2023
Curriculum zur Förderung von Unternehmertum und Umweltbewusstsein in mehreren afrikanischen Ländern Posted on 6. September 2023 - 10:42 by Ilona Reindl Challenge Wie kann die Entwicklung eines cross-sektoralen Curriculums gelingen, um langfristig Innovationsgeist, Unternehmertum und Umweltbewusstsein von Jugendlichen zu fördern und ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt nachhaltig zu verbessern? Zielgruppe Lernwillige Jugendliche/Jugendgruppen, die in Upcyclingprojekte und andere Entrepreneurshipprojekte von SOS Kinderdorf International in mehreren afrikanischen Ländern involviert sind Rahmenbedingungen Für bereits etablierte Upcyclingprojekte, die in Kooperation mit Plasticpreneurs in mehreren afrikanischen Ländern (Ghana, Somalia, Benin) durchgeführt werden, fehlt es an einheitlichem pädagogischen Leitmaterial für die Facilitatoren (Curriculum, Innovation, Unternehmertun, Umweltschutz), damit diese Gruppen wirksamer und gezielter ihre Lernziele erreichen können und dadurch in Beschäftigung kommen. Zentrale Lehrinhalte dieser Projekte sind (1) die technische Bedienung der Gerätschaften, (2) Bewußtseinsschaffung für die Vorteile einer kreislaufwirtschaftlichen Wiederverwendung von Rohstoffen anstelle einer „Wegwerfgesellschaft“ und (3) die unternehmerische Befähigung der Teilnehmer*innen, sodass diese Grundkenntnisse erfolgreichen wirtschaftlichen Handelns verstehen und leben können. SOS Kinderdorf International setzt eine Vielzahl einschlägiger Projekte um, die diese Themen abhandeln (Innovation, Unternehmertum, Umweltschutz), steht jedoch vor der Herausforderung, den Sukkus aus den Projektergebnissen zu einem cross sektoralen Curriculum/Lernanleitung zu verdichten. Wir sind überzeugt, dass der Übergang von nichtrückzahlbaren Zuwendungen (Grants) zu sozialem Unternehmertum mit neuen Impulsen aus anderen Wirtschaftszweigen rascher und nachhaltiger gelingen kann. Über SOS Kinderdorf International SOS Kinderdorf International ist der Dachverband aller SOS Kinderdorf Vereine in über 135 Ländern weltweit. In dem Bemühen neue Ansätze in der Entwicklungszusammenarbeit zu entwickeln und zu verbreiten, bietet der Dachverband seinen Mitgliedern und lokalen Partnern Unterstützung bei Projektentwicklung, im speziellen zur strukturierten Finanzierung von Pilotprojekten an. Eine Vielzahl solcher Projekte hat in der jüngsten Vergangenheit die Richtung sozialen Unternehmertums eingeschlagen; hier bieten sich Gelegenheiten zur branchenübergreifenden Zusammenarbeit zwischen sozialen, wirtschaftlichen und akademischen Akteuren. Termin Follow-Up Session: 29. November 2023, 11 – 12 Uhr Hinweis: Dieses Team arbeitet während des Workshops auf Englisch. Weitere Infos zum Co-Creation Workshop 2023
Jobchancen für Jugendliche durch Plastikmüllrecycling im ländlichen Äthiopien Posted on 4. September 2023 - 12:05 by Ilona Reindl Challenge Wie können durch die Sammlung und Wiederverwertung von Plastikmüll Jobchancen für Jugendliche im ländlichen Äthiopien geschaffen werden? Zielgruppe Jugendliche, die keine Arbeitsperspektive haben (Medianalter Äthiopien ist 19,8) Äthiopische Gesellschaft, die vor der Herausforderung von zunehmenden Kunststoffmüll steht Rahmenbedingungen Äthiopien ist ein Entwicklungsland, in dem die Verwendung von Kunststoffen zunimmt. Das Problem grassiert derzeit in Addis Abeba; Regionalstädte wie Harer/Diredawa und Bahirdar sowie mittelgroße Städte entwickeln sich ebenfalls schnell zu einer Herausforderung. In Großstädten wie Addis Abeba und Diredawa entstehen langsam Fabriken für Zerkleinerungsmaschinen. Es besteht auch die Möglichkeit, in kleinem Maßstab ein Unternehmen zu gründen. Der Sektor genießt starke politische Unterstützung, da er mit der Schaffung von Arbeitsplätzen für junge Menschen verbunden ist. Viele Äthiopier streben danach, Kunststoffprodukte für einen anderen Zweck als das ursprüngliche Design wiederzuverwenden. Derzeit beginnen Fabriken, den gesammelten Kunststoff zu zerkleinern, um ihn zu recyceln und daraus andere Produkte herzustellen. Laut UNEP-Bericht (UN-Umweltprogramm) 2023 soll die Verwendung von Kunststoff in den kommenden Jahren verlagert werden. Der Bericht fordert drei Marktveränderungen: Wiederverwendung, Recycling sowie Neuausrichtung und Diversifizierung von Produkten. Der Bericht erläutert Wiederverwendung: Durch die Förderung von Wiederverwendungsoptionen, einschließlich nachfüllbarer Flaschen, Großspendern, Pfandrückgabesystemen, Verpackungsrücknahmesystemen usw. kann die Plastikverschmutzung bis 2040 um 30 Prozent reduziert werden. Um das Potenzial auszuschöpfen, müssen Regierungen beim Aufbau eines stärkeren Business Case für Mehrwegartikel unterstützen. Die Wiederverwendung und das Recycling von Kunststoffen könnten sowohl für eine klimaschonende Lebensweise genutzt werden als auch gleichzeitig durch Sammlung, Zerkleinerung und Lieferung an Recycler Arbeitsplätze für Jugendliche schaffen. Über Menschen für Menschen Menschen für Menschen leistet seit 1981 „Hilfe zur Selbsthilfe“ in Äthiopien. Ziel ist es ganze Regionen langfristig zu entwickeln und unabhängig von fremder Hilfe zu machen. Insgesamt profitieren heute rund 6 Mio. Menschen in Gebieten mit einer Gesamtfläche von über 60.000 km² von der Arbeit der Organisation. 13 von 28 Projektregionen wurden bereits abgeschlossen und zur Gänze in die Verantwortung der Bevölkerung übergeben. Gemeinsam mit der Bevölkerung werden Maßnahmen aus den Bereichen Landwirtschaft, Wasser, Bildung, Gesundheit und Einkommen miteinander verbunden und umgesetzt. Besonders die Schaffung von Arbeitsplätzen für junge Menschen ist hierbei seit einigen Jahren ein wichtiges Schwerpunktthema. In diesem Zusammenhang eröffnet auch das Recycling von Plastikmüll neben der ökologischen Notwendigkeit wirtschaftliche Chancen und Jobmöglichkeiten für junge Menschen. Termin Follow-Up Session: 28. November 2023, 11 – 12 Uhr Hinweis: Dieses Team arbeitet während des Workshops auf Englisch, um die Teilnahme einer Expertin aus Äthiopien zu ermöglichen. Weitere Infos zum Co-Creation Workshop 2023
Weniger Plastikmüll auf dem Manaslu-Trek in Nepal Posted on 4. September 2023 - 10:51 by Ilona Reindl Challenge Welche Voraussetzungen benötigen die Menschen vor Ort, damit der in den Dörfern anfallende Plastikmüll ordnungsgemäß gesammelt und wiederverwertet werden kann und dabei ein Mehrwert für die lokale Bevölkerung geschaffen wird? Zielgruppe Die lokale Bevölkerung in den entlegenen Bergregionen Nepals leidet unter den immer größeren Mengen an v.a. Plastikmüll. Durch das Fehlen einer Müllsammelinfrastruktur stellt der Müll ein erhebliches Risiko für die Umwelt und die Gesundheit der lokalen Bevölkerung dar. Häufig wird der Müll verbrannt, was zur Luftverschmutzung und Freisetzung giftiger Gase sowie Chemikalien führt. Zudem werden Wasserläufe kontaminiert, und die Böden durch unsachgemäße Deponierung oft auf Jahrzehnte verschmutzt. In der Manaslu-Region leben ca. 9.000 Menschen. Ca. 7.000 Trekking-Tourist:innen sind jährlich auf diesem Trek unterwegs. Unser lokaler Partner, ein Trekking-Guide und NGO-Gründer, ist mit der Bitte an uns herangetreten, ihn und sein Team, sowie die lokale Bevölkerung bei der Lösung dieses immer massiver werdenden Problems zu unterstützen. Rahmenbedingungen Nepal hat, wie auch andere Entwicklungsländer, eine ausbaufähige Müllinfrastruktur. Die klassischen Müllmanagementansätze in Nepal sind seit jeher die Deponierung und die Verbrennung. Große Recyclinganlagen sind insbesondere in kleinen, abgelegenen Orten keine Option, und der Abtransport ist mühsam und teuer. Zur Verdeutlichung: das höchstgelegene Dorf liegt ca. eine Woche Fußmarsch von der nächsten Straße entfernt. Die Involvierung der politisch Verantwortlichen des Manaslu ConservationArea Project vom National Trust for Nature Conservation scheiterte bisher an der schlechten Erreichbarkeit und geringen Motivation der Verantwortlichen. Es ist jedoch unumgänglich für ein solches Projekt, auf die Unterstützung der verantwortlichen Behörde zurückgreifen zu können. Neben dem von Trekking-Tourist:innen verursachten Müll (großteils Plastikflaschen) verwendet auch die lokale Bevölkerung immer mehr Produkte, die in Plastik verpackt sind. Chinesische Nudel-Snacks z.B. erfreuen sich großer Beliebtheit, der Zusammenhang zwischen dem Müllaufkommen und gesundheitlichen Problemen ist der Bevölkerung großteils nicht bewusst. Ein Bewusstseinsbildungs-Prozess für die Bevölkerung vor Ort sollte parallel zum konkreten Projekt mit angestoßen werden. In einer von Weltweitwandern beauftragten Bachelor-Arbeit für die FH Joanneum wurde das Plastikmüllaufkommen auf dem Manaslu-Trek erforscht: „Gesamt betrachtet kommen wir durch Touristinnen bzw. Touristen und Einheimische auf einen geschätzten Plastikmüllanfall von 35,7 Tonnen, wovon ungefähr 93 % der lokalen Bevölkerung zuzuschreiben wären.“ (Dalla-Via 2022) Über Weltweitwandern Weltweitwandern wurde 1999 von Christian Hlade gegründet, um eine Schule in einem entlegenen Dorf im Himalaya zu finanzieren. Seitdem steckt ein starker sozialer Anspruch in unserer Unternehmens-DNA. Der Gedanke, dass vom Reisen alle Beteiligten etwas haben sollen, spielte also von Anfang an eine große Rolle. „Eindrücke statt Abdrücke hinterlassen“ heißt einer unserer Leitsprüche, denn wir haben uns von Anfang an einem verantwortungsvollen Tourismus verschrieben mit dem Ziel, durch unsere Wanderreisen bessere Orte für die Einheimischen und für die Reisegäste zu schaffen. Ganz aktuell wurde uns 2023 das „Travelife“-Zertifikat verliehen, eine der renommiertesten internationalen Auszeichnungen für Nachhaltigkeit im Tourismus. Mit unserem Nachhaltigkeitsprogramm für Partner motivieren und unterstützen wir unsere lokalen Partnerunternehmen, damit ihre Aktivitäten in unseren Reiseländern noch nachhaltiger werden. Termin Follow-Up Session: 28. November 2023, 9 – 10 Uhr Hinweis: Das Team arbeitet während des Workshops u.U. auf Englisch, um die Teilnahme lokaler Expert*innen zu ermöglichen. Weitere Infos zum Co-Creation Workshop 2023
Landkonflikte in Brasilien: Dokumentation von Übergriffen Posted on 4. September 2023 - 10:44 by Ilona Reindl Challenge Wie können Betroffene von Landkonflikten in Brasilien Übergriffe rasch und sicher mittels technischer Hilfsmittel dokumentieren? Wie kann mittels technologischer Unterstützung ein Frühwarnsystem etabliert werden? Zielgruppe Traditionelle Gemeinschaften in ganz Brasilien (Kleinbauernfamilien, Indigene und Nachkommen von Sklav*innen), die unter Landkonflikten leiden. Die Landpastoralkommission CPT (Comissão Pastoral da Terra) in Brasilien, die die lokale Bevölkerung bei Landkonflikten unterstützt, Rechtsberatung anbietet und einen jährlichen Landkonfliktbericht verfasst. Sie möchte ihre Dokumentation ausweiten, umfassender und sicherer für die Betroffenen machen. Rahmenbedingungen Traditionelle Gemeinschaften leben in Brasilien oft seit Generationen auf ihrem Land – oft aber ohne offizielle Landtitel. Ein Präsidentialdekret von 2007 anerkannte die traditionellen Gemeinschaften und ihre Rechte. Die Umsetzung dieser Rechte erfolgt jedoch schleppend; Gesetze, die den Verbleib von Familien in ihrem Gebiet garantieren, werden vom Staat weder rechtlich noch politisch durchgesetzt. Vielmehr ist das Land gezeichnet durch strukturelle Gewalt, mit der die Gemeinschaften von ihrem Land vertrieben werden – verursacht durch den Landhunger der Großprojekte für Agrarindustrie, Bergbau, Energieproduktion und Landspekulation. Alle vier Stunden kommt es in Brasilien damit zu einem Konflikt, in dem traditionelle Gemeinschaften Einschüchterungen, Zerstörung ihrer Felder, Morddrohungen, Mordversuche und Morde erleiden, weil sie für die Umsetzung ihrer Rechte kämpfen. Die Nutzung neuer Technologien wie Smartphones etc. ist in Brasilien auch in traditionellen Gemeinschaften sehr verbreitet. Die Netzabdeckung ist unterschiedlich gut. Über Welthaus Graz Welthaus Graz, die entwicklungspolitische Organisation der Diözese Graz-Seckau, arbeitet seit Jahrzehnten mit der CPT in Brasilien zusammen. Der Erhalt und die Absicherung der Lebensgrundlagen – insbesondere des Zugangs zu Land – sind dabei zentrale Themen. Termin Follow-Up Session: 29. November 2023, 15 – 16 Uhr Hinweis: Das Team arbeitet während des Workshops u.U. auf Englisch, um die Teilnahme lokaler Expert*innen zu ermöglichen. Weitere Infos zum Co-Creation Workshop 2023
Geschäftsmodell zur lokalen Entwicklung von assistierender Technologie für blinde und sehbehinderte Menschen in Zimbabwe Posted on 4. September 2023 - 10:33 by Ilona Reindl Challenge Wie kann zwischen Akteuren aus Österreich und Ländern des Globalen Südens eine Partnerschaft aufgesetzt werden, um gemeinsam ein Geschäftsmodell für assistierende Technologie für blinde und sehbehinderte Menschen in Zimbabwe zu entwickeln, das lokale Wertschöpfung generiert? Zielgruppe Blinde und hochgradig sehbehinderte Schulkinder, blinde Studierende und blinde junge Erwachsene in Ausbildung und auf Jobsuche in Afrika (vornehmlich Zimbabwe). Lokale Bevölkerung, die von lokaler Wertschöpfung profitiert (Arbeitnehmer/-innen, Unternehmer/-innen, etc.) Rahmenbedingungen Industrienationen: Produkte der Assistierenden Technologie sind Nischenprodukte und hoch spezialisiert. Ihre Herstellung in Industrienationen ist aufgrund der relativ geringen Stückzahlen gemessen am Aufwand (Entwicklung, Fertigung und Montage, Zertifizierung, Vertrieb) teuer. Niedriglohnländer: Hier sind die Verhältnisse faktisch umgekehrt. Der Markt ist vollkommen unerschlossen und der prinzipielle Bedarf selbst an einfachen Geräten (sofern sie nur den klimatischen Bedingungen genügen) um ein Vielfaches höher. Hier würde wegen der hohen Stückzahlen die „Economy of Scale“ voll greifen und deutlich günstigere Produkte ermöglichen. Wirtschaftliche Rahmenbedingungen: Eine Situationsverbesserung scheint nur dadurch möglich, dass mit einem disruptiven Ansatz die Karten neu gemischt werden. Technisch: dass einfachere Lösungen für die Fertigung in hohen Stückzahlen zu geringeren Fertigungskosten eingesetzt werden. Logistisch: dass zumindest Endfertigung, Vertrieb und Wartung direkt in die Zielländer verlegt wird. Wertschöpfung, Know-How-Gewinn, Empowerment und Arbeitsplatz-Generierung lokal/regional in Afrika. Die wachsende „Maker-Gemeinschaft“ in Afrika gibt Grund zu Hoffnung. Über Tetragon Tetragon ist ein österr. Start-Up-Unternehmen, das nach dem “BrailleRing” ein Konzept für verschiedene Braille-Geräte entwickelt hat, durch das auch blinden und sehbehinderten Menschen in Niedriglohnländern Zugang zu moderner assistierender Technologie geschaffen werden soll. Die Komponenten des Bausatz-Systems ecoBRAILLE für Braille-Displays werden in Österreich gefertigt und für Assembly und Vertrieb samt dem erforderlichen Know-How zum Selbstkostenpreis Niedriglohnländer abgegeben. Ebenso ist ein Bausatz für Braille-Schreibmaschinen (ecoTYPE) und Braille-Drucker (ecoBOSS) in Ausarbeitung. Termin Follow-Up Session: 28. November 2023, 13 – 14 Uhr Hinweis: Dieses Team arbeitet während des Workshops auf Englisch, um die Teilnahme lokaler Expert*innen zu ermöglichen. Weitere Infos zum Co-Creation Workshop 2023
Stellungnahme zur Überarbeitung der FATF-Recommendation 8 Posted on 22. August 2023 - 17:33 by Ilona Reindl Österreich ist Mitglied der Financial Action Task Force (FATF), einer internationalen Arbeitsgruppe, die Standards zum Schutz des globalen Finanzsystems vor Geldwäscherei, Terrorismusfinanzierung sowie vor der Finanzierung der Verbreitung von Massenvernichtungswaffen entwickelt. Die FATF prüft in regelmäßigen Länderprüfungen die Einhaltung der insgesamt 40 Standards („Recommendations“) durch die Mitgliedstaaten. Für entwicklungspolitische und humanitäre NRO von besonderer Relevanz ist dabei Recommendation 8, die den Schutz des NPO-Sektors vor Missbrauch für terroristische Zwecke zum Ziel hat. Recommendation 8: Countries should review the adequacy of laws and regulations that relate to entities that can be abused for the financing of terrorism. Non-profit organisations are particularly vulnerable, and countries should ensure that they cannot be misused: (a) by terrorist organisations posing as legitimate entities;(b) to exploit legitimate entities as conduits for terrorist financing, including for the purpose of escaping asset-freezing measures; and(c) to conceal or obscure the clandestine diversion of funds intended for legitimate purposes to terrorist organisations. Eine sehr restriktive Auslegung von Recommendation 8 hat in einigen Ländern zu einer unverhältnismäßigen Anwendung präventiver Maßnahmen mit negativen Auswirkungen auf die legitime Arbeit von NRO geführt (z.B. führt das de-risking von Banken zu Verzögerungen bei internationalen Geldtransfers bzw. deren Nicht-Durchführung). Die FATF hat diese Problematik erkannt und in einer öffentlichen Konsultation um Kommentare gebeten. Die AG Globale Verantwortung hat sich mit einer Stellungnahme an der Konsultation beteiligt, wobei wir die Empfehlungen der Global NPO Coalition on FATF vollinhaltlich unterstützen. In unserer Stellungnahme empfehlen wir unter anderem Änderungen in der Formulierung des Standards, um den von NRO gesetzten Risikopräventationsmaßnahmen mehr Gewicht bei deren Risikoeinschätzung zu geben. Zudem regen wir an, Anreize für Finanzinstitute zu schaffen, um Transfers von NRO über reguläre Finanzkanäle zu erleichtern. Downloads AG Globale Verantwortung (18.08.2023): Stellungnahme zu öffentlicher Konsultation der FATF zur Adaptierung von Recommendation 8 (ir)