Sustainable Development Report 2026 – Ein Appell für Prioritätensetzung, um Fortschritte bei SDGs zu erreichen Posted on 9. Juli 2026 - 11:40 by Livia Feldmann © Sustainable Development Report 2026 Jedes Jahr veröffentlicht das UN Sustainable Development Solutions Network (SDSN) den Sustainable Development Report, der überprüft inwiefern die Agenda 2030 und ihre 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs), zu der sich die 193 UN-Mitgliedstaaten im Jahr 2015 verpflichtet haben, umgesetzt wird. Kernaussagen des Berichts Der Bericht 2026 hebt fünf Schlüsselergebnisse hervor: 1. Das offizielle Engagement für die SDGs ist weltweit weiterhin groß, was sich darin zeigt, dass eine große Mehrheit der Länder weiterhin für Resolutionen der UN-Generalversammlung stimmt, die sich auf das Paradigma der nachhaltigen Entwicklung beziehen. Insgesamt haben erneut 190 Länder an der freiwilligen Berichterstattung über den nationalen Fortschritt der SDG teilgenommen (Freiwillige Nationale Umsetzungsberichte, FNU). Zusätzlich präsentieren regionale und lokale Stellen ihre Aktionspläne in Hinsicht auf die Agenda 2030 (Freiwillige Regionale Umsetzungsberichte, FRU). Im Jahr 2025 stimmte die Mehrheit der Länder für UN-Resolutionen mit Bezug auf die SDGs. Argentinien und die USA leisten hingegen systematischen Widerstand gegen die Agenda 2030. 2. Ost- und Südasien übertreffen alle anderen Regionen mit ihrem Fortschritt bei den SDGs Länder in Ost- und Südasien haben seit 2015 den höchsten Fortschritt in Bezug auf die Umsetzung der SDGs im Vergleich mit anderen Regionen erreicht. Besonders China und Indien führen diese Entwicklung an, während Russland und die USA sich im SDG-Index verschlechtern. 3. Wie in den vorherigen Jahren setzt sich weiterhin Barbados am stärksten für den UN-Multilateralismus ein, während die USA erneut in diesem Ranking den letzten Platz belegen. Im Jahr 2025 erklärte die US-amerikanische Regierung ihren offenen Widerstand gegenüber der Nachhaltigkeitsziele und im Januar 2026 verließ die USA über 60 internationale Organisationen. Die Übereinstimmung der USA mit der internationalen Mehrheit bei Resolutionen der UN-Generalversammlung nahm drastisch ab. 4. Acht wichtige Erkenntnisse lassen sich aus dem vergangenen Jahrzehnt seit Verabschiedung der Agenda 2030 ableiten; diese müssen laut Autor*innen als Leitlinien dienen, um die Fortschritte bei den SDGs zu beschleunigen siehe Resümee 5. Deutliche Fortschritte bei den SDGs zu erreichen hat oberste Priorität, damit nachhaltige Entwicklung auch nach 2030 eine Zukunft hat Im Jahr 2026 bat das SDSN sein Expert*innen-Netzwerk in 64 Ländern und in der Europäischen Union sowie mehr als 1.000 weitere Expert*innen, die Bemühungen der Regierungen und die weiterhin bestehenden Hindernisse bei der Umsetzung der SDGs in ihren Ländern zu bewerten. Die Befragten machten in ihren Ländern eine hohe politische Zustimmung für die Weiterführung der SDG-Struktur nach 2030 aus. Jedoch betonten sie, dass stärkere Umsetzungsmechanismen, darunter angemessene und effektive Finanzierungsstrukturen und Steuerungsmechanismen sowie eine gesteigerte Relevanz von wissenschaftlichen Daten in Bezug auf nachhaltige Entwicklung notwendig seien. Österreichs Abschneiden im Jahr 2026 Länderprofil von Österreich. © Sustainable Development Report 2026 Österreich belegt im SDG-Ranking 2026 mit 83,9 von 100 Punkten erneut Platz 6 von 169 untersuchten Ländern. Wie in den Vorjahren gelten 2026 das SDG 1 (keine Armut) sowie das SDG 7 (günstige und saubere Energie) als erfüllt. Zusätzlich zu den langjährigen großen Herausforderungen, SDG 12 (verantwortungsvolle Konsum- und Produktionsmuster) und SDG 13 (Maßnahmen zum Klimaschutz) umzusetzen, ist SDG 17 (Partnerschaften zur Erreichung der Ziele) im Bericht von 2026 ebenfalls als stark handlungsbedürftig eingestuft. Genau wie im Vorjahr verzeichnet Österreich weiterhin Rückschritte bei SDG 10 (weniger Ungleichheiten), während die Umsetzung von SDG 2 (kein Hunger), SDG 4 (hochwertige Bildung), SDG 15 (Leben an Land) und SDG 16 (Frieden, Gerechtigkeit und starke Institutionen) seit Jahren weiter stagniert. Nach Jahren der Fortschritte stagniert erstmals auch SDG 6 (sauberes Wasser und Sanitärversorgung). Tatsächliche leichte Fortschritte legt Österreich weiterhin bei der Erreichung von SDG 3 (Gesundheit und Wohlergehen), SDG 5 (Geschlechtergleichstellung), SDG 8 (menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum), SDG 11 (nachhaltige Städte und Gemeinden) und SDG 17 (Partnerschaften zur Erreichung der Ziele) hin. Laut den Autor*innen macht Österreich gute Fortschritte bei SDG 7 (günstige und saubere Energie). SDG 9 (Industrie, Innovation und Infrastruktur) zeigte im Jahr 2025 gute Fortschritte, diese haben sich im Jahr 2026 jedoch verringert. Nach wie vor liegen dem SDSN keine Daten zu SDG 14 (Leben unter Wasser) in Österreich vor. Die Position Österreichs im globalen negativen Spillover-Ranking 2026 Je heller ein Land gefärbt ist, für umso mehr negative Spillover-Effekte ist es verantwortlich. © Sustainable Development Report 2026 Je dunkler ein Land eingefärbt ist, desto erfolgreicher ist es bei der Erreichung der SDGs. © Sustainable Development Report 2026 Abgesehen von der Umsetzung der einzelnen SDGs betrachtet der Bericht die positiven wie negativen Effekte, die z. B. die Handels-, Steuer- und Investitionspolitik von Ländern auf die nachhaltige Entwicklung anderer Länder haben. Diese Daten werden im sogenannten Spillover-Ranking miteinander verglichen. Generell haben die Politik und Wirtschaft von wohlhabenden Ländern mehr negative internationale Auswirkungen als die von Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen. Während die Spillover-Effekte sich in den letzten Jahren weltweit stetig leicht verbessert haben, haben sich die Weltregionen und der weltweite Durchschnitt 2026 leicht verschlechtert. Während die OECD-Länder 2025 noch eine Punktzahl von 70,1 vorweisen konnten, liegt 2026 der Durchschnitt bei 67,7. Am besten schneiden weiterhin die Länder in Subsahara-Afrika mit 94,9 ab, jedoch ist auch hier eine geringe Verschlechterung der Punktzahl zum Vorjahr zu verzeichnen. Österreichs Position in diesem Negativ-Ranking hat sich in den vergangenen Jahren hingegen leicht verbessert, sodass Österreich 2026 mit 63,6 von 100 Punkten den 148. von 169 Negativ-Plätzen belegt. Resümee: Durch Fokussierung auf Prioritäten soll die theoretisch starke Zustimmung zu SDGs auch in Praxis überführt werden Die Autor*innen des SDSN-Berichts ziehen klare Erkenntnisse in Hinsicht auf die erfolgreiche Umsetzung der Agenda 2030 aus den vergangenen zehn Jahren und schlagen folgende zukünftige Handlungsschritte vor. Um den weltweiten Fokus erneut auf die Agenda 2030 zu lenken zu können, braucht es finanzielle Mittel. Die Autor*innen sprechen sich für einen Aufrüstungsstopp und Bemühungen, Kriege gemäß der UN-Charta zu beenden und Frieden herzustellen, aus. Die Umsetzung der SDGs sollte an sechs strukturellen Transformationsbereiche ausgerichtet werden: Bildung für alle; allgemeine Gesundheitsversorgung; saubere Energie und nachhaltige Industrie; nachhaltige Ernährung, Land, Wasser und Ozeane; nachhaltige Städte und Gemeinden; sowie die digitale Revolution für eine nachhaltige Entwicklung. Diese Transformationsbereich sind eng miteinander verknüpft, sodass Erfolge in einem Bereich zur Verwirklichung der anderen beitragen. Bei der Umsetzung dürfen müssen die planetaren Grenzen eingehalten werden. Außerdem müssen verteilungsbezogene Auswirkungen klar erkennbar und handhabbar sein. Langfristige Transformationspläne sind auf nationaler, regionaler und städtischer Ebene erforderlich, da sie die Grundlage für zukunftsorientierte Investitionen bilden. Regionen und Städte sowie Universitäten, die Zivilgesellschaft und der private Sektor müssen als Umsetzungspartner*innen der Agenda 2030 eingebunden werden. Ein zuverlässiges internationales Finanzierungssystem muss aufgebaut werden, das globale Besteuerung umfasst und die bestehende Finanzarchitektur reformiert, sodass Länder des Globalen Südens einen besseren Zugang zu Kapital erhalten. Um Katastrophen zu verhindern, müssen globale Steuerungsmechanismen für gefährliche Technologien wie Künstliche Intelligenz, biologische Sicherheit, Geoengineering und Massenvernichtungswaffen errichtet werden. Neu errichtete UN-Campus in Asien, Afrika und Lateinamerika müssen dem Prinzip öffentlich-zugänglicher Wissenschaft gerecht werden. Es braucht hochkarätig besetzte, proaktive gemeinsame Initiativen von Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft, die sich auf Transformationen konzentrieren, in denen der Fortschritt hinterherhinkt, und die bis 2030 konkrete Maßnahmen erarbeiten und Ergebnisse vorweisen. (LF) Links SDSN (23.06.2026): SUSTAINABLE DEVELOPMENT REPORT 2026 – Implementing Sustainable Development: 2030 and beyond AG Globale Verantwortung (09.07.2026): Sustainable Development Report 2025 Dieser Artikel erscheint im Rahmen von
Sustainable Development Report 2025 – Ruf nach einer Reform der internationalen Entwicklungsfinanzierung Posted on 9. Juli 2026 - 10:10 by Livia Feldmann © Sustainable Development Report 2025 Alljährlich analysiert der Sustainable Development Report des UN Sustainable Development Solutions Network (SDSN) die globale Verwirklichung der Agenda 2030 und ihrer 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs), zu der sich die 193 UN-Mitgliedstaaten im Jahr 2015 berufen haben. Kernaussagen des Berichts Der Bericht aus dem Jahr 2025 hebt acht Schlüsselergebnisse hervor: 1. Das offizielle Bekenntnis zu den SDGs ist weltweit hoch: 190 von 193 Ländern haben nationale Aktionspläne zur Förderung einer nachhaltigen Entwicklung vorgelegt Die Mehrheit der UN-Mitgliedsstaaten sowie zahlreiche regionale und lokale Akteur*innen zeigen sich bereit, ihre Fortschritte hinsichtlich der Agenda 2030 auf nationaler und lokaler Ebene in Form von freiwilligen Umsetzungsberichten (Freiwillige Nationale Umsetzungsberichte, FNU und Freiwillige Regionale Umsetzungsberichte, FRU) öffentlich zu präsentieren. Österreich legte zuletzt im Jahr 2024 einen solchen Bericht vor. 2. Ost- und Südasien übertreffen mit ihren Fortschritten bei den SDGs seit 2015 alle anderen Weltregionen Ost- und Südasien zeigen den schnellsten Fortschritt in der Umsetzung der SDGs, was maßgeblich durch die Umsetzung sozio-ökonomischer Maßnahmen angetrieben wird. 3. Einige Länder entwickeln sich schneller als andere gleichrangige Länder Darunter sind: Benin, Nepal, Peru, die Vereinigten Arabischen Emirate, Usbekistan sowie Costa Rica als Teil der OECD und Saudi-Arabien als G20-Mitglied. 4. Wohlhabende Länder sind weiterhin an der Spitze des SDG-Index Die ersten 19 Plätze des globalen SDG-Index werden von europäischen Ländern belegt. Doch selbst diese Länder tun sich in der Erreichung von mindestens zwei Zielen schwer, darunter besonders die Ziele, welche die Eindämmung der Klimakrise und die Erhaltung der biologischen Vielfalt betreffen. China ist auf Platz 49 des SDG-Index aufgestiegen und Indien auf Platz 99. 5. Im globalen Durchschnitt sind jedoch alle Länder weit davon entfernt, die 17 SDGs bis 2030 zu erreichen Konflikte, strukturelle Verwundbarkeit und ein begrenzter finanzieller Spielraum verhindern stark den Fortschritt der SDGs (siehe auch Kernaussage 7). Nur 17% der Ziele werden voraussichtlich bis 2030 erreicht. Dazu gehören Ziele, die beispielsweise den Zugang zu Strom und Internet verbessern (SDG 7 und SDG 9), sowie die Sterblichkeitsrate von Neugeborenen und Kindern unter fünf Jahren senken (SDG 3). 6. Barbados setzt sich erneut am stärksten für den UN-Multilateralismus ein, während die Vereinigten Staaten den letzten Platz in diesem Ranking belegen Grund dafür ist der Austritt der USA aus dem Pariser Klimaabkommen und der Weltgesundheitsorganisation (WHO), sowie ihr offizieller Widerstand gegen die Agenda 2030. Unter den G20-Ländern engagiert sich Brasilien am stärksten für den UN-Multilateralismus, während Chile unter den OECD-Ländern führend ist. 7. Für viele Länder des Globalen Südens ist fehlender finanzieller Spielraum ein großes Hindernis für das Erreichen der SDGs Ungefähr die Hälfte der Weltbevölkerung lebt in Ländern, die sich aufgrund von Schulden und fehlendem Zugang zu günstigem, langfristigem Kapital nicht ausreichend um nachhaltige Entwicklung kümmern können. 8. Nachhaltige Entwicklung verspricht hohe Erträge: Kapital sollte zu begünstigten Konditionen in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen fließen Die globale Finanzarchitektur ist so ausgestaltet, dass Gelder eher in wohlhabende statt in Länder mit niedrigem und mittlerem Einkommen fließen, obwohl diese ein hohes Wachstums- und Renditenpotenzial zeigen. Der Bericht enthält praktische Empfehlungen, welche zum Ziel haben, die internationalen Finanzflüsse hinsichtlich der Bereitstellung von öffentlichen Gütern und der Erreichung der SDGs zu verbessern. Österreichs Abschneiden im Jahr 2025 Länderprofil von Österreich. © Sustainable Development Report 2025 Österreich liegt im SDG-Ranking 2025 mit 83 von 100 Punkten auf Platz 6 von 167 untersuchten Ländern. Das stellt eine minimale Verbesserung zum Vorjahr dar, als Österreich mit 82,5 Punkten ebenfalls den sechsten Platz belegte. Österreich hat SDG 7 (bezahlbare und saubere Energie) in den vergangenen Jahren erreicht, jedoch jüngst im Jahr 2024 nicht. 2025 gilt das Ziel wieder als erreicht. Zusätzlich gilt das SDG 1 (keine Armut) seit Jahren als erfüllt. Wie die Jahre zuvor schneidet Österreich am schlechtesten beim Erreichen von SDG 12 (verantwortungsvolle Konsum- und Produktionsmuster) und SDG 13 (Maßnahmen zum Klimaschutz) ab. Tatsächliche Rückschritte im Vergleich zu den letzten Jahren verzeichnet Österreich bei SDG 10 (weniger Ungleichheiten). SDG 2 (kein Hunger), SDG 4 (hochwertige Bildung), SDG 15 (Leben an Land) und SDG 16 (Frieden, Gerechtigkeit und starke Institutionen) stagnieren in ihrem Fortschritt seit 2024. Bei der Erreichung von SDG 3 (Gesundheit und Wohlergehen), SDG 6 (sauberes Wasser und Sanitärversorgung), SDG 8 (menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum), SDG 11 (nachhaltige Städte und Gemeinden) und SDG 17 (Partnerschaften zur Erreichung der Ziele) gibt es genau wie im Vorjahr leichte Fortschritte. Während 2024 noch gute Fortschritte in der Umsetzung von SDG 5 (Geschlechtergleichstellung) verzeichnet wurden, sind diese 2025 nur noch abgeschwächt zu sehen. Gute Fortschritte sind für SDG 9 (Industrie, Innovation und Infrastruktur) erkennbar. Die Position Österreichs im negativen Spillover-Ranking 2025 Internationaler Spillover Index. Österreich im Vergleich mit verschiedenen Weltregionen © Sustainable Development Report 2025 Außerdem beinhaltet der Bericht des SDSN erneut ein Spillover-Ranking, das beleuchtet, welche positiven wie negativen Auswirkungen beispielsweise die Handels-, Steuer- und Investitionspolitik von Ländern auf die nachhaltige Entwicklung anderer Länder haben. Generell erzeugen wohlhabende Länder mehr negative internationale Spillover-Effekte als ärmere: Am besten schneiden Länder in Subsahara-Afrika mit 95,5 ab. Der Durchschnitt der OECD-Länder liegt bei 70,1. Österreich liegt im Jahr 2025 unter dem OECD-Durchschnitt mit 62,1 von 100 Punkten. Unter diesen negativen Auswirkungen sind wie in den Vorjahren z. B. unfaire Handelskonditionen, die Ausbeutung von menschlichen und materiellen Ressourcen, der Handel mit umweltschädlichen Technologien und Waren oder der Zugang zu Finanzierungsmechanismen, die Akteur*innen aus dem Globalen Süden strukturell benachteiligen. Die vierte internationale Konferenz für Entwicklungsfinanzierung in Sevilla (FfD4) Die Autor*innen des SDSN-Berichts schauten der vierten Konferenz für Entwicklungsfinanzierung im Sommer 2025 erwartungsvoll entgegen Ziel der Konferenz sei es gewesen, Hoffnung zu vermitteln, dass die Umsetzung der globalen Ziele zur Beseitigung von Armut und der Eindämmung der Klimakrise in greifbarer Nähe seien. Im Bericht formulierten sie Prioritäten für die Reformierung der internationalen Finanzarchitektur im Sinne der Agenda 2030. Entgegen den Empfehlungen des SDSN fokussierten sich Österreich sowie andere EU-Länder bei der FfD4 allerdings auf eine private, renditeorientierte Entwicklungsfinanzierung. Solch ein Finanzierungsansatz gefährdet die demokratische Rechenschaftspflicht und regulatorische Rolle von Regierungen. Im Umkehrschluss verstärkt er die Macht von privaten Konzernen, renditeorientierte Eigeninteressen in der Entwicklungsinfrastruktur unterzubringen und letztere zu untergraben. Darum hält auch die AG Globale Verantwortung ein faires internationales Steuersystem, das Länder des Globalen Südens dazu ermächtigt, sich selbstbestimmt finanzieren zu können, für zentral. Die geplante UN-Steuerrahmenkonvention (UN Framework Convention on International Tax Cooperation) auf Initiative afrikanischer Länder ist eine bedeutende Maßnahme in Hinsicht auf ein Ende der strukturellen Machtasymmetrien zwischen Globalem Süden und Norden. Daher unterstützt die AG Globale Verantwortung die Positionen der internationalen Zivilgesellschaft im laufenden Verhandlungsprozess. (LF) Links SDSN (24.06.2025): Sustainable Development Report 2025: Financing Sustainable Development to 2030 and Mid-Century AG Globale Verantwortung (30.08.2024): Sustainable Development Report 2024 – Der UN-Zukunftsgipfel als Hoffnungsträger AG Globale Verantwortung (30.06.2025): FfD4-Konferenz: Österreich setzt auf privat finanzierte Entwicklungspolitik AG Globale Verantwortung (20.03.2026): Warum Länder des Globalen Südens jetzt eine faire Besteuerung brauchen Dieser Artikel erscheint im Rahmen von