Arbeitsgemeinschaft für Entwicklung und Humanitäre Hilfe
Bericht
Angesichts des dringenden globalen Handlungsbedarfs in Bezug auf nachhaltige Entwicklung, der sich in den vergangenen elf Jahren seit Verabschiedung der Agenda 2030 weiter zugespitzt hat, werden für die Autor*innen des SDSN-Berichts klare Prioritäten sichtbar. Die Autor*innen empfehlen Stakeholder*innen einer nachhaltigen Entwicklung, kooperativ konkrete Transformations- und Investitionspläne zu erarbeiten und bewerten die breite Umsetzung dieser Pläne als zentral, um die 17 Nachhaltigkeitsziele langfristig erreichen zu können.
Jedes Jahr veröffentlicht das UN Sustainable Development Solutions Network (SDSN) den Sustainable Development Report, der überprüft inwiefern die Agenda 2030 und ihre 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs), zu der sich die 193 UN-Mitgliedstaaten im Jahr 2015 verpflichtet haben, umgesetzt wird.
Der Bericht 2026 hebt fünf Schlüsselergebnisse hervor:
siehe Resümee
Österreich belegt im SDG-Ranking 2026 mit 83,9 von 100 Punkten erneut Platz 6 von 169 untersuchten Ländern. Wie in den Vorjahren gelten 2026 das SDG 1 (keine Armut) sowie das SDG 7 (günstige und saubere Energie) als erfüllt.
Zusätzlich zu den langjährigen großen Herausforderungen, SDG 12 (verantwortungsvolle Konsum- und Produktionsmuster) und SDG 13 (Maßnahmen zum Klimaschutz) umzusetzen, ist SDG 17 (Partnerschaften zur Erreichung der Ziele) im Bericht von 2026 ebenfalls als stark handlungsbedürftig eingestuft. Genau wie im Vorjahr verzeichnet Österreich weiterhin Rückschritte bei SDG 10 (weniger Ungleichheiten), während die Umsetzung von SDG 2 (kein Hunger), SDG 4 (hochwertige Bildung), SDG 15 (Leben an Land) und SDG 16 (Frieden, Gerechtigkeit und starke Institutionen) seit Jahren weiter stagniert. Nach Jahren der Fortschritte stagniert erstmals auch SDG 6 (sauberes Wasser und Sanitärversorgung).
Tatsächliche leichte Fortschritte legt Österreich weiterhin bei der Erreichung von SDG 3 (Gesundheit und Wohlergehen), SDG 5 (Geschlechtergleichstellung), SDG 8 (menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum), SDG 11 (nachhaltige Städte und Gemeinden) und SDG 17 (Partnerschaften zur Erreichung der Ziele) hin. Laut den Autor*innen macht Österreich gute Fortschritte bei SDG 7 (günstige und saubere Energie). SDG 9 (Industrie, Innovation und Infrastruktur) zeigte im Jahr 2025 gute Fortschritte, diese haben sich im Jahr 2026 jedoch verringert. Nach wie vor liegen dem SDSN keine Daten zu SDG 14 (Leben unter Wasser) in Österreich vor.
Abgesehen von der Umsetzung der einzelnen SDGs betrachtet der Bericht die positiven wie negativen Effekte, die z. B. die Handels-, Steuer- und Investitionspolitik von Ländern auf die nachhaltige Entwicklung anderer Länder haben. Diese Daten werden im sogenannten Spillover-Ranking miteinander verglichen.
Generell haben die Politik und Wirtschaft von wohlhabenden Ländern mehr negative internationale Auswirkungen als die von Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen. Während die Spillover-Effekte sich in den letzten Jahren weltweit stetig leicht verbessert haben, haben sich die Weltregionen und der weltweite Durchschnitt 2026 leicht verschlechtert. Während die OECD-Länder 2025 noch eine Punktzahl von 70,1 vorweisen konnten, liegt 2026 der Durchschnitt bei 67,7. Am besten schneiden weiterhin die Länder in Subsahara-Afrika mit 94,9 ab, jedoch ist auch hier eine geringe Verschlechterung der Punktzahl zum Vorjahr zu verzeichnen.
Österreichs Position in diesem Negativ-Ranking hat sich in den vergangenen Jahren hingegen leicht verbessert, sodass Österreich 2026 mit 63,6 von 100 Punkten den 148. von 169 Negativ-Plätzen belegt.
Die Autor*innen des SDSN-Berichts ziehen klare Erkenntnisse in Hinsicht auf die erfolgreiche Umsetzung der Agenda 2030 aus den vergangenen zehn Jahren und schlagen folgende zukünftige Handlungsschritte vor.
(LF)
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