Armut und Hunger: UN-Ausschuss prüft Österreichs Verwirklichung der Menschenrechte

Zeitungsartikel über die AG Globale Verantwortung

„Heutzutage gibt es genügend Ressourcen und Nahrung für alle. Dass dennoch Menschen in Armut und Hunger leben, liegt an den enormen sozialen Ungleichheiten. Sie heizen Krisen und Konflikte weiter an und hindern Menschen daran, ihre Rechte wahrzunehmen“, mahnt Lukas Wank, Geschäftsführer des NGO-Dachverbands AG Globale Verantwortung, anlässlich des Welternährungstags und des Welttags für die Beseitigung der Armut am 16. und 17. Oktober, und betont: „Eine verantwortungsbewusste Politik kann dieses menschengemachte Problem lösen, indem sie sich auch im Ausland für die Verwirklichung der Menschenrechte einsetzt.“

Für die österreichische Bundesregierung steht dahingehend ein wichtiger Termin an: In der ersten Novemberwoche prüft der UN-Ausschuss für Wirtschaftliche, Soziale und Kulturelle Rechte, ob Österreich diese sogenannten WSK-Rechte in angemessenem Ausmaß weltweit stärkt. Für den Prüftermin hatten die AG Globale Verantwortung und ihre Mitglieder Dreikönigsaktion der Katholischen Jungschar Österreichs, FIAN Österreich, Licht für die Welt und VIDC im Dezember 2025 den Vereinten Nationen einen zivilgesellschaftlichen Bericht vorgelegt. Dieser sollte ursprünglich im Februar 2026 stattfinden.

Ist die Ernährung gesichert, sinkt die Armut

„Hunger und Armut können nicht getrennt voneinander betrachtet werden“, erörtert Lukas Schmidt, Geschäftsleiter von FIAN Österreich. „Wenn Menschen nicht genügend Einkommen, keine soziale Absicherung oder keinen gesicherten Zugang zu Land haben, verletzt das auch ihr Recht auf Nahrung und eine angemessene Ernährung. Weltweit sind 2,3 Milliarden Menschen von sogenannter Ernährungsunsicherheit betroffen, und auch in Österreich können sich 1,1 Millionen Menschen keine gesunde Ernährung leisten. Sorgt die Politik hingegen dafür, dass Ressourcen gerecht verteilt und Sozialsysteme gestärkt werden, dann können Menschen ihr Recht auf Nahrung wahrnehmen und die Armut sinkt.“

Dass mehr politisches Handeln dringend notwendig sei, unterstreicht auch Veronika Schippani-Stockinger, Bundesvorsitzende der Katholischen Jungschar Österreichs: „Trotz der zahlreichen Erfolge der letzten 30 Jahre lebt noch immer jeder zehnte der rund 830 Millionen Menschen auf der Welt in extremer Armut, also von weniger als rund 2,5 Euro pro Tag. Kinder sind doppelt so häufig betroffen: Jedes fünfte Kind ist extrem arm.“

Gerade für junge Menschen in ländlichen Regionen sei eine zukunftsfähige, agrarökologische Landwirtschaft ein Ausweg aus Armut und Hunger, erklärt Schippani-Stockinger und nennt ein Beispiel: „Das nepalesische Agroecology Youth Network bewahrt Saatgut, entwickelt ökologische Anbaumethoden weiter und tritt für Menschenrechte ein. Im Rahmen der internationalen Entwicklung muss Österreich nachhaltige Landwirtschaft weltweit stärken und bäuerliche Rechte schützen. Zugleich muss die Regierung sicherstellen, dass die österreichische Außen-, Handels- und Agrarpolitik diese Vorhaben nicht konterkarieren.“

Behinderung und Armut: Den Teufelskreis durchbrechen

Auch Menschen mit Behinderungen sind um ein Vielfaches stärker von Armut betroffen, hebt Ambrose Murangira, Senior Expert für Disability Inclusion bei Licht für die Welt, hervor. „Menschen mit Behinderungen machen 16 Prozent der Weltbevölkerung aus, davon leben 80 Prozent in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen. Strukturelle Ungleichheiten und Vorurteile erstrecken sich von der Schule bis in die Arbeitswelt: Sieben von zehn Menschen mit Behinderungen sind nicht erwerbstätig oder arbeitssuchend gemeldet, verglichen mit vier von zehn Menschen ohne Behinderungen“, verweist er auf Daten aus 61 Ländern.

Österreich sei gefragt, sein Engagement in der internationalen Entwicklung und Humanitären Hilfe auszubauen und dazu beizutragen, dass auch Menschen mit Behinderungen weltweit ihre Rechte ausüben können und gleichberechtigt in Entscheidungsprozesse einbezogen werden, fährt Ambrose Murangira fort. „Die Inklusion von Menschen mit Behinderungen ist nicht optional. Sie ist fundamental, um Armut und Hunger weltweit beseitigen zu können. Und sie ist kein Akt der Wohltätigkeit, sondern ein verankertes Recht.“

Eine kohärente Politik und die Zusammenarbeit mit der Zivilgesellschaft stärken

Sybille Straubinger, Direktorin des Vienna Institute for International Dialogue and Cooperation (VIDC), verweist auf Österreichs vielfache Bekenntnisse zu den Menschenrechten und einer Politikgestaltung, die Österreichs Interessen in Einklang mit einer weltweiten nachhaltigen Entwicklung bringt. „Bekenntnisse lassen sich nur durch echten politischen Willen umsetzen. Diesen lässt die Regierung im Dreijahresprogramm der österreichischen Entwicklungspolitik 2025–2027 erkennen; klare Finanzierungsziele, Indikatoren und Prüfmechanismen, um ihre Einhaltung zu gewährleisten, fehlen aber. Hinsichtlich der neuen Afrika-Strategie bleibt abzuwarten, ob die Regierung bereit ist, das Gemeinwohl über Unternehmensinteressen zu stellen und bestehende Machtverhältnisse abzubauen.“

„Der Prüftermin des UN-Ausschusses bietet einen willkommenen Ausgangspunkt, um Österreichs Engagement für die Menschenrechte und eine kohärente Politik auf ein neues Niveau zu heben“, stellt Lukas Wank fest und betont abschließend die zentrale Rolle zivilgesellschaftlicher Organisationen: „Die Zivilgesellschaft in Partnerländern und in Österreich zeigt nicht nur Menschenrechtsverletzungen auf – beispielsweise gegen das Recht auf Nahrung, Gesundheit, Bildung, Arbeit, Land und Wohnen –, sondern ist eine erfahrene Partnerin, um Menschen zu ihren Rechten zu verhelfen. Mit ihr gemeinsam kann die Regierung einen echten Beitrag zu einer friedlicheren, stabileren und gerechteren Welt leisten.“

(hh)

Das Global Europe Instrument darf nicht zur Restgröße im EU-Budget werden

Briefpapier der AG Globale Verantwortung

Mit dem neuen Finanzierungsinstrument Global Europe werden die Weichen für die internationale Rolle der EU in den kommenden sieben Jahren gestellt. Angesichts globaler Ungleichheiten, zunehmender Konflikte und wachsender humanitärer Not braucht es ein starkes, ausreichend finanziertes und an Menschenrechten und nachhaltiger Entwicklung orientiertes Instrument.

Anlässlich der aktuellen Verhandlungsrunde – insbesondere des Treffens der EU-Entwicklungsminister*innen am 8. und 9. Oktober sowie des Europäischen Rats am 15. und 16. Oktober – hat die AG Globale Verantwortung am 5. Oktober Schreiben an Bundeskanzler Christian Stocker, Außenministerin Beate Meinl-Reisinger, Finanzminister Markus Marterbauer, Europaministerin Claudia Bauer sowie die Ständige Vertretung Österreichs bei der EU übermittelt.

Unser zentrales Anliegen

Das Global Europe Instrument muss finanziell abgesichert werden und verlässliche Mittel für Entwicklungszusammenarbeit und Armutsbekämpfung, prinzipiengeleitete Humanitäre Hilfe, zivile Friedensförderung und Konfliktprävention sowie entwicklungspolitische Bildungsarbeit (Global Citizenship Education / DEAR) gewährleisten. Österreich soll sich in den laufenden EU-Verhandlungen entsprechend positionieren.

Die Briefe bauen auf gemeinsamen Positionen unseres europäischen Dachverbands CONCORD sowie von VOICE, EPLO und der Civil Society Alliance for Global Citizenship Education auf.

Weitere europäische Initiativen unterstützt

Darüber hinaus unterstützen wir den gemeinsamen zivilgesellschaftlichen Appell Global Europe is not a residual budget line: Die internationale Zusammenarbeit darf nicht zur Verhandlungsmasse bei der Suche nach Einsparungen im EU-Budget werden. Auch den offenen Brief Defend AgoraEU: Invest in European Citizens’ Future der European Federation of Journalists haben wir mitunterzeichnet. Dieser richtet sich gegen die geplanten Kürzungen bei der EU-Finanzierung von Zivilgesellschaft, Demokratie, Kultur und Medien richtet.


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Sorgfaltspflichten für Unternehmen: EU muss Menschenrechte und Lebensgrundlagen entlang globaler Wertschöpfungsketten schützen 

Berlaymont-Gebäude der Europäischen Kommission
Berlaymont-Gebäude der Europäischen Kommission
Berlaymont-Gebäude der Europäischen Kommission. © paws_and_prints / Unsplash.com

Die Europäische Kommission arbeitet derzeit an Leitlinien zur Umsetzung der EU-Lieferkettenrichtlinie (Corporate Sustainability Due Diligence Directive, CSDDD). Sie sollen Unternehmen dabei unterstützen, Menschenrechts- und Umweltrisiken in ihren Wertschöpfungsketten zu erkennen, zu verhindern und zu beheben. Die AG Globale Verantwortung hat sich zuletzt an der öffentlichen Konsultation im August 2026 beteiligt und dabei zentrale Anliegen aus zivilgesellschaftlicher und entwicklungspolitischer Perspektive eingebracht. 

Menschenrechte, Umwelt und Klima zusammendenken 

Unternehmerische Verantwortung darf nicht an den Grenzen Europas oder bei direkten Geschäftspartner*innen enden. Menschenrechtsverletzungen, Umweltzerstörung, Artensterben, Erderhitzung sowie klimabedingte Schäden und Verluste entlang globaler Wertschöpfungsketten treffen benachteiligte Menschen im Globalen Süden besonders stark. Die EU muss daher sicherstellen, dass unternehmerische Sorgfaltspflichten die Menschenrechte, die Umwelt und das Klima wirksam schützen und die Perspektiven betroffener Menschen berücksichtigen. 

Besondere Aufmerksamkeit braucht es für die Rechte von Kindern, Frauen, Menschen mit Behinderungen, migrantischen Arbeitnehmer*innen und indigenen Gemeinschaften sowie für den Schutz von Menschenrechts- und Umweltverteidiger*innen. Auch das Recht indigener Gemeinschaften auf freie, vorherige und informierte Zustimmung (FPIC) muss in der Umsetzung der Richtlinie eine zentrale Rolle spielen. 

Partnerschaftliche wirtschaftliche Zusammenarbeit statt Verantwortungsauslagerung 

Damit unternehmerische Sorgfaltspflichten wirksam sein können, braucht es die Expertise und die Beteiligung der Menschen, die von wirtschaftlichen Aktivitäten in Ländern des Globalen Südens betroffen sind. Lokale NGOs, Gewerkschaften, Arbeitsrechtsorganisationen und Vertreter*innen indigener Gemeinschaften verfügen über Wissen, das sich nicht durch Datenbanken, digitale Tools oder Audits ersetzen lässt. Wir treten dafür ein, dass ihre Beteiligung sicher, vertraulich, sprachlich zugänglich und über den gesamten Sorgfaltsprozess hinweg gewährleistet wird, angefangen bei der Risikoanalyse bis zur Wiedergutmachung. Gerade in autoritären Staaten sowie Konflikt- und Krisengebieten ist der Schutz zivilgesellschaftlicher Akteur*innen besonders wichtig. 

Gleichzeitig darf die Verantwortung für Sorgfaltspflichten nicht auf Lieferant*innen und kleinere Unternehmen im Globalen Süden abgewälzt werden. Einkaufspraktiken europäischer Unternehmen – etwa Preisdruck, unrealistische Lieferfristen oder kurzfristige Änderungen von Bestellmengen – können Menschenrechts- und Umweltrisiken verschärfen. Unternehmen müssen deshalb auch ihre eigenen Geschäftspraktiken verändern und Geschäftspartner*innen bei notwendigen Verbesserungen unterstützen. 

EU-Leitlinien müssen konkrete Verbesserungen bewirken 

Die Umsetzung der EU-Lieferkettenrichtlinie darf nicht zu einem reinen Prüf- und Compliance-Prozess werden. Entscheidend ist, dass sich die Lebens- und Arbeitsbedingungen der Menschen entlang globaler Wertschöpfungsketten tatsächlich verbessern. 

Die EU sollte deshalb klare Standards für die Beteiligung von betroffenen Menschen, unabhängige Kontrollen, Beschwerdemechanismen und wirksame Wiedergutmachung setzen. Wo Unternehmen zu Schäden beigetragen haben, müssen sie Verantwortung übernehmen, indem sie zur Wiedergutmachung beitragen und dafür rechtlich wie finanziell einstehen. Ein Rückzug aus Geschäftsbeziehungen darf nicht vorschnell erfolgen, wenn dadurch für Betroffene noch größere Schäden entstehen könnten. 

Die EU hat die Chance, mit einer wirksamen Umsetzung der Lieferkettenrichtlinie einen Beitrag zu einer global gerechten Wirtschaft zu leisten. Dafür braucht es verbindliche Regeln, eine starke Zivilgesellschaft und gerechte Partnerschaften, sowie eine zukunftsfähige Wirtschaftspolitik, in der Wettbewerbsfähigkeit und der Schutz von Menschenrechten, Umwelt und Klima keine Gegensätze sind. 

Nächste Schritte für die EU-Lieferkettenrichtlinie 

Nach Abschluss der Konsultation im August 2026 finalisiert die Europäische Kommission nun die Umsetzungsleitlinien, wobei die zentralen Leitlinien bis zum 26. Juli 2027 und weitere Leitlinien bis zum 26. Juli 2028 veröffentlicht werden sollen. Parallel bereiten die Mitgliedstaaten, einschließlich Österreich, die nationale Umsetzung vor, die bis zum 26. Juli 2028 abgeschlossen sein muss; ab dem 26. Juli 2029 sind die nationalen Regelungen anzuwenden.

(mb)


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Dieser Artikel erscheint im Rahmen von

Aid Matters 2026: Shifting power starts with changing mindsets and ways of working

Ambassador Nikolaus Lutterotti (left), the new head of Section VII of the Ministry of Foreign Affairs, and Lukas Wank. © Global Responsibility

The second Aid Matters event organized by Global Responsibility kicked off with a CEO breakfast, an exclusive session for managing directors of our member organizations. Our director Lukas Wank and Ambassador Nikolaus Lutterotti, the new head of Section VII of the Ministry of Foreign Affairs responsible for development cooperation and humanitarian assistance, discussed current topics including Austria’s new Africa strategy, surging threats to the International Humanitarian Law, and Austria’s temporary membership of the UN Security Council. 

Morning session: The power of partnerships 

After the exclusive breakfast with approximately 30 CEOs, the morning session brought together colleagues from Austrian NGOs, cooperation partners, as well as the umbrella organizations from Denmark, Germany, the Netherlands, Slovakia, and Slovenia. In their introductory remarks, Stefan Fritz, Chairperson of Global Responsibility, and Lukas Wank emphasized the urgency of strengthening partnerships across the globe in times of shrinking civic space and tightening budgets.

Lukas Wank and Stefan Fritz, Chairperson of Global Responsibility. © Global Responsibility

In the morning session, facilitated by Karin Kuranda, expert speakers encouraged the audience to reflect on how they work with partners and on the changing roles Austrian NGOs may take on in the future. 

Moses Isooba, Executive Director of the Uganda National NGO Forum, argued in his keynote address that the sector has become much better at speaking about localization, but genuine partnership also requires shifting power over who decides, who holds resources, and who defines success. He called for Austrian NGOs to commit to locally led development based on direct ownership of local actors, quality financing instead of restricted projects, risk sharing, mutual transformation, and the re-definition of purposeful roles for themselves. Communities and local organizations should be recognized as co-investors rather than beneficiaries, contributing knowledge, legitimacy, voluntary effort, and local resources — forms of capital that should be valued as much as financial resources.

Moses has made his keynote address available for further reading.

Following Moses’ keynote, Eilidh Kennedy, Director of the Inter-Agency Research and Analysis Network (IARAN), noted that „we have not realized the system-wide change many hoped to see“. Despite progress in language, multi-year funding and local leadership initiatives, in 2024 only 4% of funding went directly to local NGOs. Past reforms have changed the surface while preserving the power structures of international aid, which are deeply rooted in worldviews and mindsets. Eilidh continued by outlining different scenarios for the future of aid, some of which could force Global North NGOs to fundamentally rethink their structures, roles and ways of working. However, she warned against waiting for external disruption since financial pressure may lead organizations to shrink without changing how they work. Instead, she called on Austrian NGOs to take the driving seat, be creative and take meaningful steps towards more just, locally led partnerships.

„(…) the system itself is predicated on structures which privilege some and disempower others. Without unpacking things right down to the foundation, changes that we make will only result in superficial changes to the people it matters the most.“

„The question is: Do we still add value? Do we still add value today? Do we still add value in five years? Do we still add value in ten years? And if so, what does this look like?“

– Eilidh Kennedy, Director of the Inter-Agency Research and Analysis Network

Dylan Mathews, CEO of Peace Direct, drawing on in-depth consultations with local actors, highlighted how the current system leaves many of them feeling like second-class citizens in their own countries: their expertise being undervalued, partnerships being extractive and transactional, language undermining their dignity and access to funding remaining limited. He encouraged international actors to reflect critically on their power and positionality, adopt a “transition mindset”, and rethink their understanding of partnerships to build genuinely equitable relationships. He outlined nine possible roles for Global North NGOs, further explored in his afternoon workshop (see below), and closed by calling on organizations to begin the process of change by revisiting their mission and strategy, engaging openly with partners, and bringing boards and senior leadership into the conversation. 

„The picture local actors paint of the system that we have, does not paint us in a particularly good light.“

„Engage in an open conversation with your partners, be brave and let them guide.“

– Dylan Mathews, CEO of Peace Direct

At the audience’s request: possible changes NGOs could approach immediately 

f. l. t. r.: Moses Isooba, Dylan Mathews, and Eilidh Kennedy © Global Responsibility

During the Q&A session following the keynote speeches, Moses addressed the challenge of accountability across different legal systems. His proposition was to take a step back, trusting local actors who know the deficits of their own systems best. Eilidh added that local organizations often suffer from generalized accusations of corruption. Unlike with NGOs in the Global North, failures of individuals are often blamed on the entire organization or even the entire country when it comes to local NGOs.  

Dylan addressed how organizations could contribute to a stronger recognition of local evidence and knowledge. He noted that Europe’s more robust research infrastructure contributes to an overrepresentation of European authorship and called for greater investment knowledge production in the Global South, which remains chronically underfunded. Moses added the need to decolonize language and challenge what he calls the Ivory Tower of Knowledge, to ensure that perspectives and knowledge of local and indigenous communities (Ebony Tower of Knowledge) are equitably valued and included. 

The audience with 80 participants asked the experts to identify concrete changes that Austrian NGOs could begin implementing immediately. Dylan stressed the need for organizations to confront their own egos and create space for creative thinking and transformation. Eilidh concluded that ultimately, we want to see partnerships that are not only equal but locally led, with local organizations determining how resources are used. She emphasized that a key role for Austrian NGOs will remain educating at home, building public support for international solidarity, and using their voice to influence their governments. 

Afternoon workshops 

After a lunch break that offered participants time to connect and exchange thoughts, the afternoon continued with two parallel workshops.  

Workshop 1 | Reimagining the development sector: Future roles for Austrian NGOs 
© Global Responsibility

In this workshop, Dylan Mathews presented Peace Direct’s observations on why shifting power and resources to local actors remains difficult: NGOs in the Global North struggle to acknowledge structural racism, to recognize their role in suppressing local civil society, to imagine a role for themselves beyond direct implementation, and to transform their operating models.  

He identified power as the „hidden dimension“ in partnerships, amplified by a lack of clarity on the definition of equitable partnerships and a focus on results, reporting and compliance, rather than long-term transformation. Dylan highlighted a house metaphor: mindsets and worldviews form the foundation, communication and language the mortar, trust, humility, respect and mutuality the walls and practical partnership elements the roof: “You need to start with the foundations, not with the roof tiles.” 

„It is not about Global North NGOs leaving, but about Global North NGOs transforming their practice.“

– Dylan Mathews, CEO of Peace Direct

Dylan encouraged organizations to acknowledge these challenges, engage partners and communities in conversations about power, and challenge discriminatory practices. He concluded by outlining nine potential roles for intermediaries. Common roles include Knowledge broker and producer, Trainer, coach and co-learner, Advocate and amplifier, and Watchdog. Less common roles are Interpreter, Convenor, Connector and eco-system builder, Critical friend, and Sidekick. He encouraged participants to reflect on the roles they already play and emphasized that organizations will need to strengthen their focus on the introduced roles to navigate the transition. 

Workshop 2 | Shifting the power through and in communication 

In this workshop, Moses Isooba illustrated how language is never neutral and can be used in ways that reinforce harmful assumptions. For example, expressions such as “I am on a mission” or “in the field”, which are still commonly used, reproduce colonial, missionary meanings and connotations. He introduced RINGO’s language and lexicon grid, a yet to be launched AI tool that can identify problematic language and suggest alternatives derived from decolonization discourse. While AI can support efforts to challenge colonial language, he stressed that it must be used critically, as its training data can also reproduce existing biases and colonial perspectives. Language is therefore an important site where power is expressed and reproduced. 

Jörg Arnold (Fairpicture) has moderated workshop 2. © Global Responsibility

In a brief presentation of this work, Jörg Arnold, the workshop’s moderator and co-founder of the Swiss platform Fairpicture, argued that colonial structures are reflected not only in NGO’s overall language use but specifically in their fundraising narratives and imagery. He advocated for avoiding deficit-based representations and enhancing the partner’s agency, for instance through self-representation. 

The workshop concluded with participants developing ideas for more inclusive fundraising and communication, including focussing on shared challenges and existing achievements rather than deficits. Jörg stressed that meaningful change requires organizations to move beyond discussions and translate them into concrete action. Austrian NGOs should not underestimate their responsibility for shaping how countries and citizens in the Global South are perceived by donors and the public in Austria. 

„If we want to change power relations, we need to talk about how we use language.“

– Moses Isooba, Executive Director of the Uganda National NGO Forum

Conclusion

Global Responsibility looks forward to continuing this important conversation with our members, partners and colleagues across the sector. The discussions at Aid Matters 2026 made clear that shifting power requires more than changing language — it calls for new mindsets, honest reflection and concrete changes in how we work and partner. We hope to build on the momentum of the event and create further spaces for exchange, learning and joint action towards more equitable, locally led partnerships. 

We would like to thank our member organization, the Arbeiter-Samariter-Bund Österreichs, for hosting the event at their venue in Vienna.

(em/lf/mb/ir/pk/hh)


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Moses Isooba (17.09.2026): Keynote address


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Partially, this event was part of

Ilona Reindl

Portrait von Fachreferentin Ilona Reindl
Portrait von Fachreferentin Ilona Reindl

Klima und Entwicklung
Antiterrorismus
Internationale Finanzinstitutionen

Vorstandsmitglied der Allianz für Klimagerechtigkeit
Koordinatorin für das Österreichische Spendengütesiegel

Tel.: +43 1 522 44 22 – 19
E-Mail: ilona.reindl@globaleverantwortung.at

Hannah Hauptmann

Portrait von Referentin Hannah Hauptmann
Portrait von Referentin Hannah Hauptmann

Pressearbeit der AG Globale Verantwortung und des Humanitarian Congress Vienna
Publikationen
Redaktion der Online-Kanäle und des monatlichen Mitgliederbriefs

Mitglied des CONCORD-Unterprojekts Aid Watch
Koordinatorin von SDG Watch Austria
Mitglied der Informationsstelle Journalismus und Entwicklung (ISJE)

Tel.: +43 1 522 44 22 – 15
E-Mail: hannah.hauptmann@globaleverantwortung.at | presse@globaleverantwortung.at

Gute Gründe für eine Mitgliedschaft

Infoblatt mit vier guten Gründen, Mitglied bei der AG Globale Verantwortung zu werden

1. Interessensvertretung: Gemeinsam politisch mehr bewirken

Wir setzen uns für eine solidarische österreichische und internationale Politik ein, die sich nach den Interessen der am meisten benachteiligten Menschen auf der Welt richtet und die planetaren Grenzen einhält. Wir bündeln die Stimmen unserer Mitglieder und entwickeln gemeinsame Positionen und Anliegen, die wir gegenüber Politik, Verwaltung sowie europäischen und internationalen Institutionen vertreten und in die öffentliche Debatte einbringen. Wir verschaffen Euch politische Zugänge, die einzelne Organisationen oft nur schwer erhalten. Dabei setzen wir uns für gute politische, finanzielle und regulatorische Rahmenbedingungen ein. So wird aus vielen Stimmen eine starke gemeinsame Stimme mit politischem Gewicht.

2. Wissensvorsprung: Früher informiert und besser orientiert sein

Wir informieren Euch frühzeitig über relevante politische Prozesse, Fördermöglichkeiten und über österreichische, europäische und internationale Entwicklungen – und wir ordnen sie für unseren Sektor ein. Über unsere exklusiven internen Kanäle bieten wir Euch Zugang zu Analysen, Unterlagen, Expertisen und Kontakten. So seid Ihr früher informiert, könnt Entwicklungen besser einschätzen und Eure Arbeit vorausschauend gestalten.

3. Voneinander lernen: Kompetenzen stärken und Kapazitäten entwickeln

In Weiterbildungen, Austauschformaten, fachlichen Inputs und Peer Learnings greifen wir aktuelle Entwicklungen und Anliegen auf und geben konkrete Impulse für Eure Arbeit. Im kleinen Kreis vermitteln nationale und internationale Expert*innen Wissen und praxisnahe Zugänge zu vielen Themen: politische Kommunikation und anwaltschaftlicher Arbeit, gleichberechtigte Partnerschaften und Lokalisierung, Menschenrechte und Humanitäres Völkerrecht, Organisationsentwicklung, Finanzierung, Qualitätsicherung und Standards. So entsteht Wissen, das unmittelbar in unser aller Arbeit und direkt in die Praxis einfließt. 

4. Ein internationales Netzwerk: Gemeinsam handeln über Österreich hinaus

Wir bringen Euch miteinander, aber auch mit relevanten und inspirierenden nationalen, europäischen und internationalen Netzwerken in Kontakt, etwa über CONCORD, Sphere und den Humanitarian Congress Vienna. Aus unseren Arbeitsgruppen und gemeinschaftlichen Prozessen gehen häufig Kooperationen, Projekte, eine abgestimmte Öffentlichkeitsarbeit und anwaltschaftliche Aktivitäten hervor. So erhaltet Ihr Zugang zu Expertise, Kontakten und Netzwerken über Österreich hinaus.

Wer kann Mitglied werden?

Juristische Personen können Mitglied werden, wenn sie das Leitbild und die Vereinszwecke der AG Globale Verantwortung mittragen und zur Mitarbeit im Dachverband bereit sind. Voraussetzung sind Aktivitäten bzw. Erfahrungen in einem der folgenden Bereiche: Entwicklungspolitik, Entwicklungszusammenarbeit, entwicklungspolitische Bildungs- und Inlandsarbeit, Entwicklungsforschung, Humanitäre Hilfe, Friedensförderung sowie nachhaltige, soziale, wirtschaftliche und ökologische Entwicklung.

Mitgliedsbeitrag

Für die Mitgliedschaft wird ein Mitgliedsbeitrag eingehoben. Mit diesem tragen die Mitgliedsorganisationen dazu bei, die unabhängige politische Arbeit und Handlungsfähigkeit des Dachverbands zu sichern. Neben der ordentlichen Mitgliedschaft mit aktivem und passivem Wahlrecht gibt es eine außerordentliche Mitgliedschaft (Förderung der Vereinsarbeit in bestimmten Punkten; nur passives Wahlrecht bei der Generalversammlung).

Die Höhe des Beitrags richtet sich nach einem gestaffelten Beitragssystem, das den Jahresumsatz der jeweiligen Organisation in den relevanten Arbeitsfeldern berücksichtigt. So leisten Organisationen abhängig von ihrer Größe unterschiedlich hohe Beiträge zur gemeinsamen Arbeit des Dachverbands. Organisationen und Plattformen mit einem Jahresumsatz von weniger als € 130.000,- können assoziierte Mitglieder werden (Förderung der Vereinsarbeit in bestimmten Punkten; geringer Mitgliedsbeitrag; nur passives Wahlrecht bei der Generalversammlung). Seit 2016 gibt es die fördernde Mitgliedschaft für private Personen.


Interesse an einer Mitgliedschaft? Lernt unseren Dachverband in einem unverbindlichen Gespräch kennen.

Kontakt

Lukas Wank
Geschäftsführer

E-Mail: lukas.wank@globaleverantwortung.at
Tel.: 01/522 44 22–11

Österreichs Countdown für UN-Sicherheitsrat: NGOs drängen auf Rechenschaftspflicht bei Verstößen gegen Humanitäres Völkerrecht

© Ärzte ohne Grenzen

Anlässlich des Welttags der Humanitären Hilfe und wenige Monate vor Start der österreichischen Mitgliedschaft im UN-Sicherheitsrat warnten AG Globale Verantwortung, Ärzte ohne Grenzen, Caritas Österreich und Österreichisches Rotes Kreuz heute bei einer Pressekonferenz in Wien vor den schwerwiegenden Kaskadeneffekten der weltweiten Klima- und Umweltkrise, bewaffneter Konflikte und politischer Spannungen. Zusätzlich würden immer häufigere Verstöße gegen das Humanitäre Völkerrecht die Lage notleidender Menschen dramatisch verschärfen. Die Trägerorganisationen des Humanitarian Congress Vienna forderten daher von Österreich ein entschiedenes Engagement für das Humanitäre Völkerrecht und die Menschenrechte im Sicherheitsrat ein und legten vier humanitäre Empfehlungen vor.

Zu Beginn der Pressekonferenz veranschaulichten zwei internationale Expert*innen den Verlauf der schwerwiegenden Kaskadeneffekte. „Keine Krise bleibt heute mehr lokal. Dürren und Kriege lösen weltweit Kettenreaktionen aus, die über Märkte und Logistiknetze bis nach Österreich reichen können. Wer erst im Ernstfall reagiert, zahlt den höchsten Preis. Investitionen in Krisenfrüherkennung und echte Resilienz sind die einzige wirksame Absicherung für unsere Zukunft“, gab Peter Klimek, Komplexitätsforscher und Direktor des Supply Chain Intelligence Institute Austria (ASCII), zu bedenken.

Laut Vereinten Nationen sind derzeit rund 256 Millionen Menschen auf Humanitäre Hilfe angewiesen, etwa in Afghanistan, Sudan, Demokratische Republik Kongo, Jemen, Myanmar, Syrien, Gaza, Libanon, und in der Ukraine. Infolge der Kürzungen zahlreicher Regierungen reichen die Gelder allerdings nur noch aus, um etwas mehr als die Hälfte dieser Menschen zu unterstützen.

Das Hauptaugenmerk müsse daher auf jenen liegen, deren Lebensgrundlagen unmittelbar durch diese Kaskadeneffekte bedroht sind, stellte Joyce Msuya, ehemalige stellvertretende UN-Generalsekretärin für humanitäre Angelegenheiten und ehemalige Nothilfekoordinatorin (OCHA), klar. „Hinter jeder sich überschlagenden Krise stehen Zivilist*innen, die nichts getan haben, um das zu verdienen. Österreichs Sitz im Sicherheitsrat ist in erster Linie eine Chance, die Menschen zu schützen – und nicht erst hinterher aufzuräumen.“

Hunger als Waffe: Konfliktparteien zur Rechenschaft ziehen

Besonders tragisch sei es um die Ernährungssicherheit der Zivilbevölkerung bestellt, fuhr Sabine Wartha, stellvertretende Leitung der Internationalen Programme der Caritas Österreich, fort. Denn Konfliktparteien würden das Recht auf Nahrung immer öfter verletzten. „Hunger ist keine unvermeidbare Folge von Krieg – Hunger wird gemacht. So wirkt die Zerstörung von landwirtschaftlichen Flächen und der Wasserversorgung noch lange, nachdem der letzte Schuss gefallen ist. Minen, explosive Kampfmittelrückstände und verseuchte Böden können Menschen über Jahre und Jahrzehnte ihrer Lebensgrundlage berauben. Trotz völkerrechtlichem Verbot wird Hunger als Waffe gegen die Zivilbevölkerung eingesetzt und Humanitäre Hilfe verhindert. Wer diese Kriegsverbrechen begeht, darf nicht darauf vertrauen können, dass das folgenlos bleibt. Österreich muss im Sicherheitsrat für eine Rechenschaftspflicht und für einen wirksamen Schutz der Zivilbevölkerung und Humanitären Helfer*innen eintreten“, appellierte Wartha.

Nach Angaben der Vereinten Nationen litten zuletzt 645 Millionen Menschen weltweit an Hunger. Nun droht das El-Niño-Wetterphänomen, das laut Wissenschaft das stärkste aller Zeiten werden könnte, diese Situation weiter zu verschärfen.

Rechtsverbindliches Abkommen soll menschliche Kontrolle über KI im Krieg garantieren

Michael Opriesnig, Generalsekretär des Österreichischen Roten Kreuzes, brachte die Empfehlung, den Einsatz Künstlicher Intelligenz in Konflikten international zu regeln, vor. „Die Verantwortung, das Humanitäre Völkerrecht einzuhalten und Zivilpersonen zu schützen, kann niemals an eine Maschine delegiert werden. Deshalb fordern wir: Die uneingeschränkte Einhaltung des Humanitären Völkerrechts – auch beim Einsatz künstlicher Intelligenz. Ein rechtsverbindliches internationales Abkommen, das menschliche Entscheidung, menschliche Kontrolle und menschliche Verantwortlichkeit beim Einsatz von KI im Krieg garantiert. Ein wirksames Verbot des Einsatzes vollautonomer Waffensysteme gegen Menschen sowie strenge rechtliche Grenzen für alle anderen autonomen Waffensysteme.“

Angriffe auf medizinische Einrichtungen dürfen nicht normalisiert werden

Seit zehn Jahren unterstreicht die UN-Resolution 2286 die Verantwortung der UN-Mitgliedsstaaten, medizinisches und humanitäres Personal sowie deren Transportmittel, Ausrüstung und weitere Infrastruktur besser zu schützen. Doch allein im Jahr 2025 zählte die Weltgesundheitsorganisation weltweit über 1.400 Angriffe auf medizinische Einrichtungen. Fast 2.000 Menschen wurden dabei getötet, die Zahl der Todesfälle hat sich gegenüber 2024 mehr als verdoppelt. Zwei Drittel der Angriffe werden von staatlichen Akteur*innen verübt.

„Wir dürfen nicht zulassen, dass dies das neue Normal wird. Kranke und Verletzte müssen medizinische Hilfe in Anspruch nehmen können, ohne Angst um ihr Leben haben zu müssen. Menschen, die Hilfe leisten, dürfen nicht in Gefahr geraten, selbst Ziele von Angriffen zu werden“, betonte Roland Suttner, Geschäftsführer von Ärzte ohne Grenzen Österreich, und appellierte: „Österreich kann und muss seinen Sitz im UN-Sicherheitsrat dafür nutzen, dass alle Konfliktparteien auf der Welt sich wieder an die getroffenen Vereinbarungen halten und dass die internationale Gemeinschaft bei Verstößen gegen das Humanitäre Völkerrecht konsequent vorgeht. Wir dürfen nicht zusehen, wie universelle Prinzipien der Menschlichkeit langsam erodieren und müssen konkrete Taten setzen. Worte reichen längst nicht mehr.“

Bestehende Committments bündeln und als Stärke nutzen

Mit seiner Bewerbung für den UN-Sicherheitsrat habe sich Österreich – wie in internationalen und nationalen Beschlüssen und Resolutionen zuvor – zu seiner globalen Verantwortung für Frieden, Gerechtigkeit und Stabilität bekannt, hielt Lukas Wank abschließend fest. Der Geschäftsführer der AG Globale Verantwortung verwies etwa auf die UN-Agenda Frauen, Frieden und Sicherheit und einschlägige UN-Klimabeschlüsse. „Zudem ist die Bundesregierung auf nationaler Ebene gefragt, die Strategie der Humanitären Hilfe Österreichs entsprechend zu finanzieren und konsequent umzusetzen. Diese legt besonderes Augenmerk auf die Rechte und Bedarfe besonders verletzlicher Menschen und die Zusammenarbeit mit der Zivilgesellschaft. Wenn Österreich seine Committments klug bündelt, stärkt das das Humanitäre Völkerrecht und die Menschenrechte. Es stärkt aber auch Österreichs internationale Rolle und seine Resilienz; die Fähigkeit unseres Landes, gut durch Krisen zu kommen“, resümierte Wank.


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(hh)

Pressekonferenz am Welttag der Humanitären Hilfe: NGOs legen Empfehlungen für Österreichs UN-Sicherheitsratssitz vor

Österreich hat für seine zweijährige Mitgliedschaft im UN-Sicherheitsrat unter anderem den Schutz von Zivilpersonen und die Einhaltung des humanitären Völkerrechts zu Schwerpunkten erklärt, zwei der derzeit größten humanitären Herausforderungen. Bei einer Pressekonferenz anlässlich des Welttags der Humanitären Hilfe am 19. August werden internationale Expert*innen die verheerenden Kaskadeneffekte weltweiter Krisen und Konflikte aus wissenschaftlicher und multilateraler Perspektive beleuchten. Anschließend legen die Trägerorganisationen des Humanitarian Congress Vienna – AG Globale Verantwortung, Ärzte ohne Grenzen, Caritas Österreich und Österreichisches Rotes Kreuz – konkrete Empfehlungen vor, wie Österreich seine Schwerpunkte im Sicherheitsrat für mehr humanitäres Engagement und die Durchsetzung des Humanitären Völkerrechts nutzen kann.

Sprecher*innen

  • Joyce Msuya, ehem. beigeordnete UN-Generalsekretärin für humanitäre Angelegenheiten und stellv. Nothilfekoordinatorin (OCHA), online zugeschalten, auf Englisch
  • Peter Klimek, Komplexitätsforscher am Complexity Science Hub und Direktor des Supply Chain Intelligence Institute Austria 
  • Sabine Wartha, stellv. Leitung Internationale Programme der Caritas Österreich 
  • Michael Opriesnig, Generalsekretär des Österreichischen Roten Kreuzes
  • Roland Suttner, Geschäftsführer von Ärzte ohne Grenzen Österreich
  • Lukas Wank, Geschäftsführer der AG Globale Verantwortung

Details zur Pressekonferenz

19. August 2026, 09:30 Uhr
Presseclub Concordia, Bankgasse 8, 1010 Wien

Bitte melden Sie sich per E-Mail an presse@globaleverantwortung.at an.

Die anwesenden Sprecher*innen stehen anschließend für Interviews zur Verfügung.

Hintergrund

Bewaffnete Konflikte und geopolitische Spannungen, Extremwetterereignisse, Störungen globaler Lieferketten, Preissteigerungen und politische Instabilität verstärken sich gegenseitig. Sie erzeugen weitreichende Kaskadeneffekte und zusätzliche humanitäre Bedarfe. So beeinträchtigt die jüngste Eskalation rund um den Iran und die Straße von Hormus die zivile Schifffahrt und weltweite Energie- und Lieferketten und wirkt sich in weiterer Folge auf Lebensmittel- und Düngemittelpreise, die Versorgungssicherheit und humanitäre Logistik aus. Das sich verstärkende El-Niño-Wetterphänomen erhöht in vielen Regionen das Risiko von Dürren, Überschwemmungen und Ernteausfällen.

Gleichzeitig häufen sich Verstöße gegen das Humanitäre Völkerrecht: Konfliktparteien setzen Aushungern als Kriegsmethode ein, greifen Gesunheitspersonal und medizinische Einrichtungen an und behindern den Zugang notleidender Menschen zu Humanitärer Hilfe. Sie zerstören Nahrungsmittelvorräte, Wasserinfrastruktur und landwirtschaftliche Lebensgrundlagen. Neue Technologien wie autonome und KI-gestützte Waffensysteme werfen zusätzliche Fragen nach menschlicher Kontrolle und Verantwortlichkeit in Kriegen auf. Diese und weitere humanitäre Herausforderungen werden die Expert*innen bei der Pressekonferenz besprechen.


Rückfragehinweis

Hannah Hauptmann
AG Globale Verantwortung
presse@globaleverantwortung.at
01/522 44 22 – 15

NGO-Workshop: Bestandsaufnahme zu lokal geführter Entwicklung und Humanitärer Hilfe

Unser erster Workshop Local leadership in practice: Taking stock and moving on am 14. April 2026 in Wien diente der Bestandsaufnahme und wurde von Smruti Patel und Koenraad van Brabant von der Global Mentoring Initiative geleitet. Während des Workshops diskutierten Vertreter*innen österreichischer NGOs intensiv darüber, was Lokalisierung und lokal geführte Entwicklung generell und speziell für ihre Organisationen bedeuten und wer eigentlich als lokale*r Akteur*in gilt bzw. gelten soll. Die Teilnehmer*innen setzten sich kritisch mit der Frage auseinander, warum lokale Akteur*innen gezielt unterstützt werden und welche Rolle sie in der internationalen Entwicklung und Humanitären Hilfe einnehmen sollten. Auf Grundlage des 7 Dimensions Framework analysierten die Teilnehmer*innen, welche Voraussetzungen und konkreten Schritte in unterschiedlichen Bereichen (u. a. Finanzierung, Partnerschaften, Policies) notwendig sind, um lokale Führung in der Praxis zu stärken. Schlussendlich identifizierten die Teilnehmer*innen konkrete Themenfelder, in denen ein vertiefter Wissensaufbau die praktische Umsetzung unterstützen könnte.

Basierend auf den Ergebnissen des Workshops plant die AG Globale Verantwortung unter anderem Weiterbildungen und Austauschveranstaltungen zu folgenden Themen: Power Dynamics and Power-Aware Behavior, Overhead Cost Sharing with Partners, Trust Building and Risk Sharing, Future Roles of INGOs sowie Passporting of Due Diligence. Informationen zu Folgeveranstaltungen finden sich laufend in unserem Veranstaltungskalender.

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Dieser Workshop ist Teil der

Dank für die Unterstützung der UNGA-Resolution zum ICJ-Klimagutachten

Sehr geehrte Frau Außenministerin Mag.a Beate Meinl-Reisinger,
Sehr geehrter Herr Abteilungsleiter Mag. Michael Kainz,

Im Namen von Netzwerken und Dachverbänden von über 300 zivilgesellschaftlichen Organisationen darf ich mich bei Ihnen, Frau Außenministerin, und Ihrem Team für die Unterstützung der UNGA-Resolution zum Klimagutachten des Internationalen Gerichtshofs bedanken.

Es ist ein starkes und wichtiges Zeichen, dass sich Österreich als eines der ersten EU-Länder für ein Co-Sponsorship der Resolution ausgesprochen hat und damit die außenpolitischen Schwerpunkte Schutz der Menschenrechte und Kampf gegen den Klimawandel klar sichtbar untermauert.

Die überwältigende Zustimmung von 141 Staaten zur Resolution zur Implementierung des ICJ-Klimagutachtens sehen wir als einen wichtigen Impuls eines funktionierenden multilateralen Systems. Zugleich ist dies ein Auftrag an internationale, europäische und nationale Politik, der Verantwortung für das Weltklima auch in diesen geopolitisch schwierigen Zeiten höchste Priorität zu geben. Wir hoffen, dass sich dies durch Ihren kontinuierlichen Einsatz für den Klima- und Menschenrechtsschutz auch in den Verhandlungen zum österreichischen Klimagesetz und zum neuen EU-Klimarahmenwerk nach 2030 sowie dem nationalen Budget und dem EU MFF widerspiegeln wird.

Mit freundlichen Grüßen
Martin Krenn

Für die Unterstützer*innen:


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