Mehrjahresprogramme Posted on 4. März 2026 - 14:48 by Hannah Hauptmann Die anstehenden Herausforderungen – von der Sicherung der Finanzierung bis hin zur strukturellen und inhaltlichen Weiterentwicklung des Dachverbands – überschreiten deutlich den Horizont eines Kalenderjahres. Die Dynamiken, in denen sich die internationale Entwicklung, Humanitäre Hilfe und entwicklungspolitische Bildungs- und Inlandsarbeit (EBI) heute bewegen, erfordern längere Atemzüge, stabilere Planungsräume und strategische Kontinuität. Dieses Mehrjahresprogramm ist daher kein operativer Tätigkeitskatalog, sondern ein strategischer Kompass: Es beschreibt die gemeinsamen mittelfristigen Ziele, Leitlinien und Schwerpunkte unserer Arbeit und verbindet diese mit Mechanismen zur Anpassung an äußere wie innere Bedingungen. Operatives wird aus diesem Kompass abgeleitet, nicht umgekehrt. Das Mehrjahresprogramm schafft also eine gemeinsame Grundlage für Politikgestaltung, Kooperation und Organisationsentwicklung und bewahrt zugleich die notwendige Flexibilität, um auf Veränderungen angemessen zu reagieren. Es ist kein statisches Dokument, sondern sichert Gestaltungsspielräume, die eine lebendige, solidarische und zukunftsfähige Zivilgesellschaft braucht – in Österreich, in Europa, in den Projektländern und darüber hinaus. Zudem baut unser erstes Mehrjahresprogramm auf der Gewissheit auf, dass die AG Globale Verantwortung in schwierigen Zeiten Kurs halten kann. Das hat der Dachverband im letzten Jahr durch strategische Restrukturierung, den Aufbau einer stabileren Finanzsteuerung sowie durch eine effektive Kommunikation und Abstimmung mit den Mitgliedsorganisationen erneut bewiesen. Downloads Herunterladen Arbeitsprogramm 2025 Arbeitsprogramm 2024 Arbeitsprogramm 2023
Let us know how to handle your data Posted on 27. Februar 2026 - 10:55 by Hannah Hauptmann Bitte warten…
Rat der EU beschließt Omnibus-I-Paket auf Kosten von Menschenrechten und Lebensgrundlagen Posted on 24. Februar 2026 - 18:21 by Hannah Hauptmann Minister*innen aus den EU-Mitgliedsstaaten haben heute im Rat der Europäischen Union das Omnibus-I-Paket adoptiert. Damit scheint die Abkehr vom zukunftsweisenden Pfad, den die EU mit einer ambitionierten Lieferkettenrichtlinie und anderen zentralen Bestandteilen des European Green Deal hätte beschreiten können, vorerst besiegelt. Anstatt die Sorgfaltspflicht europäischer Unternehmen im weltweiten Schutz von Menschenrechten, Klima und Umwelt höherzuschrauben, folgten die EU-Organe den Argumentationsweisen von Wirtschaftsvertreter*innen – auch aus der US-amerikanischen Erdölindustrie –, die den Green Deal zur Bürde umgemünzt hatten. Omnibus-I-Paket verzögert unvermeidlichen Umstieg auf nachhaltige Strategien Die Lieferkettenrichtlinie wird nur für Konzerne mit mehr als 5.000 Beschäftigten und einem Jahresumsatz von mindestens 1,5 Milliarden Euro gelten, darunter rund 30 österreichische Unternehmen. Ihre Aushöhlung ist auch ein Rückschlag für jene Wirtschaftstreibende, die sich längst für gerechte Wettbewerbsbedingungen aussprechen und sich an einem sozialen, ökologischen und ökonomischen Kurswechsel beteiligen. Diejenigen, die die ausgehöhlten Sorgfaltspflichten begrüßen, verzögern den unvermeidlichen Umstieg auf nachhaltige Strategien, den sie letztlich dennoch vollziehen müssen. Denn Gesellschaften, in denen die Menschen selbst den hohen Preis für die weltweite Ausbeutung, für soziale Ungleichheiten, Dürren und Überschwemmungen – wozu Teuerungen, Hunger, Konflikte und ein steigendes Unsicherheitsgefühl zählen – tragen, haben keine Zukunft. Appell an Außenministerin, sich für ambitionierte Implementierung der Lieferkettenrichtlinie in nationales Gesetz einzusetzen Wir appellieren an die österreichische Außenministerin Beate Meinl-Reisinger, die sich beim heutigen Beschluss enthielt, sich nun für eine ambitionierte Implementierung der Lieferkettenrichtlinie in nationales Gesetz einzusetzen. Die Ministerin kann eine Stimme für eine effektive und widerspruchsfreie EU-Politik sein, die sich globalen Herausforderungen stellt und erkennt, dass Wettbewerbsfähigkeit und der Schutz von Menschenrechten, Klima und Umwelt keine Gegensätze sind, sondern Voraussetzung für die menschliche wie wirtschaftliche Sicherheit. Die Stimme einer EU, deren Stärke und Glaubwürdigkeit auf wertebasiertem Agieren und partnerschaftlicher Zusammenarbeit beruhen. Lukas WankGeschäftsführer der AG Globale Verantwortung
Panel discussion: International practitioners on how to improve disability inclusion in emergencies Posted on 23. Februar 2026 - 12:20 by Hannah Hauptmann At our discussion prior to the 2026 Zero Project Conference in Vienna, the Mozambican panellist Clodoaldo Castiano (FAMOD), Ghislain Tihanibé Hien (Light for the World Burkina Faso), and Nurten Yilmaz (UNICEF, online participation) drew attention to gaps between policy and practice with regard to the inclusion of people with disabilities. Over 50 guests listened to their explorations of the ways in which their organizations have successfully dismantled barriers in humanitarian crises, particularly in the context of climate action. Following a welcome speech by Marion Lieser, the CEO of Light for the World International, and a presentation of a study on the inclusion of older women in crisis situations, conducted by two Washington University students, Michael Fembek, the CEO of Zero Project, launched the Zero Project Crisis Response Report. He underlined good practices across numerous continents, when it comes to providing dignity — and removing barriers — in times of crisis to persons with disabilities. Ioanna Tsigiridi (Elrha) moderated the discussion which was part of International Partnerships Austria, organized by Light for the World, the Zero Project, and Global Responsibility. An event report will follow soon. Marion Lieser, CEO of Light for the World International. © Global Responsibility Marion Lieser. © Global Responsibility © Global Responsibility © Global Responsibility Ghislain Tihanibé Hien, Project Manager at Light for the World Burkina Faso. © Global Responsibility Clodoaldo Castiano, Executive Director of FAMOD, and member of the National Human Rights Commission of Mozambique. © Global Responsibility Michael Fembek, the CEO of Zero Project. © Global Responsibility © Global Responsibility © Global Responsibility © Global Responsibility © Global Responsibility © Global Responsibility © Global Responsibility © Global Responsibility Marion Lieser and Michael Fembek © Global Responsibility © Global Responsibility © Global Responsibility © Global Responsibility © Global Responsibility © Global Responsibility © Global Responsibility © Global Responsibility © Global Responsibility © Global Responsibility f. l. t. r.: Michael Fembek, Ionna Tsigiridi, Marion Lieser, Clodoaldo Castanio, and Ghislain Tihanibé Hien © Global Responsibility © Global Responsibility Michael Fembek © Global Responsibility © Global Responsibility © Global Responsibility Moderator Ioanna Tsigiridi, Innovation Manager for Disability and Older Age Inclusion at Elrha’s Humanitarian Innovation Fund (HIF). © Global Responsibility This event is part of organized by
Partnerships on Equal Terms Posted on 18. Februar 2026 - 12:01 by Hannah Hauptmann English version Trotz internationaler Bekenntnisse zu lokal geführter Entwicklung und Lokalisierung in der Humanitären Hilfe verfügen in Projekten überwiegend Akteur*innen und Geber*innen aus dem Globalen Norden die Macht über (finanzielle) Ressourcen, Entscheidungen, Anliegen, Wissen und Repräsentation. Die Handlungsspielräume lokaler Organisationen in Projektländern, Politiken und Programme mitzugestalten, die ihre Gemeinschaften unmittelbar betreffen, sind häufig eingeschränkt. Mit unserem Projekt Partnerships on Equal Terms wollen wir die Machtverhältnisse in Richtung gleichberechtigter und partizipativer Partnerschaften zwischen lokalen Organisationen, insbesondere in der Republik Moldau, und österreichischen Akteur*innen verändern (Shifting the Power). Wir stellen sicher, dass lokale Stimmen gehört werden und lokale zivilgesellschaftliche Organisationen über die Kapazitäten und den Handlungsspielraum verfügen, eine führende Rolle bei der Gestaltung von Entwicklungs- und humanitären Maßnahmen zu übernehmen. Was es dafür braucht: Ein gemeinsames Verständnis, was lokal geführte Entwicklung und Lokalisierung in unterschiedlichen Kontexten konkret bedeuten. Politische Rahmenbedingungen, die Lokalisierungsansätze ermöglichen und unterstützen. Die Bereitschaft staatlicher und zivilgesellschaftlicher Beteiligten, Macht und Ressourcen gleichberechtigt mit Akteur*innen in Projektländern zu teilen und im Rahmen der Global Citizenship Education zu einer informierten Öffentlichkeit beizutragen, die globalen Zusammenhalt mitträgt. Konkret bedeutet das … in der Republik Moldau: Wir schaffen Räume für Dialog und Co-Creation, organisieren Workshops und Trainings, um die Kapazitäten moldauischer NGOs zu stärken, erarbeiten ein Forschungspapier mit politischen Empfehlungen und führen Gespräche mit nationalen und internationalen politischen Entscheidungsträger*innen, um Lokalisierung und gleichberechtige Partnerschaften zu fördern. in Österreich: Wir treiben die Lokalisierungsagenda voran, indem wir Policy Papers zu Shifting the Power erarbeiten, diese bei runden Tischen mit politischen Entscheidungsträger*innen und NGOs diskutieren und die Perspektiven aus Partnerländern in nationale und europäische politische Debatten einbringen. Gleichzeitig stärken wir die Kapazitäten österreichischer NGOs, damit sie ihre Partnerschaften strategisch hin zu einer lokal verankerten Zusammenarbeit neu ausrichten können, sowie ihre Kapazitäten im Bereich der Global Citizenship Education. Damit schaffen wir … Empfehlungen für lokal geführte Entwicklung und Lokalisierung in der Humanitären Hilfe im moldauischen Kontext, politische Impulse für die österreichische Entwicklungspolitik, die Lokalisierung und gleichberechtigte Partnerschaften fördern, Kapazitätsaufbau für NGOs in Österreich und in der Republik Moldau, eine Sensibilisierung der österreichischen Öffentlichkeit für globale Herausforderungen und gerechte Lösungen. Mit diesem Projekt gestalten wir eine zukunftsfähige internationale Entwicklung und Humanitäre Hilfe mit – partnerschaftlich, gerecht und nachhaltig. In Österreich, in Moldau und darüber hinaus. Projektpartner*innen: Globale Verantwortung – Arbeitsgemeinschaft für Entwicklung und Humanitäre Hilfe (Projektleitung) CONCORDIA Proiecte Sociale (Umsetzungspartnerin in der Republik Moldau) Institute for Democracy and Development (Forschungspartner in der Republik Moldau) Dieses Projekt ist Teil von Die Austrian Development Agency (ADA) übernimmt keinerlei Verantwortung für den Inhalt von Kommunikationsmaterialien, die von Partnerorganisationen erstellt wurden. Die darin enthaltenen Aussagen, Meinungen und Informationen liegen ausschließlich in der Verantwortung der jeweiligen Autor*innen und spiegeln nicht notwendigerweise die Position oder Haltung der ADA oder der Republik Österreich wider.
Partnerships on Equal Terms Posted on 18. Februar 2026 - 9:56 by Hannah Hauptmann Deutsche Version Despite international commitments to locally-led development and the localization of humanitarian assistance, projects are still mainly controlled by agents and donors from the Global North, who hold power over (financial) resources, decision-making, objectives, knowledge, and representation. As a result, the ability of local organizations to shape the policies and programmes that directly affect their communities often remains limited. Through our project Partnerships on Equal Terms, we aim to transform power relationships, fostering equitable and participatory partnerships between local organizations, especially in the Republic of Moldova, and Austrian actors (Shifting the Power). We ensure that local voices are heard and that local civil society organizations have the capacities and the agency to take a leading role in shaping development and humanitarian action. What it takes: A shared understanding of what locally-led development and localization mean in different contexts. Political frameworks that enable and support localization approaches. The willingness of all stakeholders to share power and resources equitably with actors in project countries, and to contribute to an informed public that supports global cohesion in the course of Global Citizenship Education. Specifically, this means the following … in the Republic of Moldova: We create spaces for dialogue and co-creation, organize workshops and trainings to strengthen the capacities of Moldovan NGOs, conduct research and develop policy recommendations, and engage in discussions with national and international decision-makers to advance localization and equitable partnerships. in Austria: We advance the localization agenda by developing policy papers on Shifting the Power, discussing them at roundtable events with political decision-makers and NGOs and ensuring that the perspectives from partner countries are represented in national and European political debates. At the same time, we strengthen the capacities of Austrian NGOs so that they can strategically realign their partnerships – towards a locally driven development and humanitarian practice, as well as their capacities in the field of Global Citizenship Education. This leads to … recommendations for locally-led development and humanitarian assistance in the Moldovan context. impulses for Austrian development policy that promote localization and equitable partnerships. capacity-building for NGOs in Austria and the Republic of Moldova. greater public awareness in Austria of global challenges and just solutions. With this project, we are collaboratively, equitably, and sustainably shaping the future of international partnerships, humanitarian assistance, and Global Citizenship Education. In Austria, in the Republic of Moldova, and beyond. Project partners: Global Responsibility – Austrian Platform for Development and Humanitarian Aid (project lead) CONCORDIA Proiecte Sociale (implementation partner in the Republic of Molodova) Institute for Democracy and Development (research partner in the Republic of Moldova) This project is part of The Austrian Development Agency (ADA) accepts no responsibility for the content of communication materials produced by partner organisations. The statements, opinions and information contained therein are the sole responsibility of the respective authors and do not necessarily reflect the position or stance of the ADA nor of the Republic of Austria.
Die Industrie in der EU braucht Verlässlichkeit, keine Deregulierung Posted on 13. Februar 2026 - 15:06 by Hannah Hauptmann © Globale Verantwortung Im Vorfeld des informellen Treffens des Europäischen Rats am 12. Februar 2026 warnte das Climate Action Network (CAN) Europe vor dem Abbau zentraler EU-Umwelt- und Klimaschutzregeln unter dem Vorwand der Wettbewerbsfähigkeit. Die aktuellen Herausforderungen der europäischen Industrie – etwa hohe Energiepreise, Investitionsrückstände und globaler Wettbewerbsdruck – könnten nicht durch Deregulierung gelöst werden. Stattdessen würden Rückschritte Investitionen verhindern, die Abhängigkeit von fossilen Energien verlängern und Europa im globalen Wettbewerb um saubere Technologien zurückwerfen. Die AG Globale Verantwortung unterstützt die Forderung nach einer zukunftsorientierten Industriepolitik mit klaren Klimazielen, die CAN Europe an den Europäischen Rat und die EU-Kommission am 6. Februar in einem Brief gerichtet hat. Eine klima- und umweltschonende Industrie verlangt nach stabilen CO₂-Preisen, gezielten öffentlichen Investitionen und nach der Förderung klimafreundlicher Produkte und Technologien. Nur ein konsequenter Kurswechsel hin zu einer klimaneutralen Wirtschaft kann Europas Industrie langfristig stärken und gleichzeitig Klima, Umwelt und soziale Standards schützen. Die Allianz für Klimagerechtigkeit, dessen Vorstandsmitglied die AG Globale Verantwortung ist, hat die Anliegen des Briefs auch an Bundeskanzler Christian Stocker übermittelt. Download Herunterladen
New perspectives for humanitarian action Posted on 11. Februar 2026 - 11:37 by Hannah Hauptmann The then newly appointed Under-Secretary-General for Humanitarian Affairs and Emergency Relief Coordinator, Tom Fletcher, addressed the humanitarian community in November 2024 in an open letter pointing out listening, efficiency, outspokenness, and innovation as the focus topics for the initial stage of his work. „Global Voices for Humanitarian Assistance“ outside view series Listening, efficiency, outspokenness, and innovation as topics were thus a unique opportunity to discuss humanitarian assistance in an inter-disciplinary fashion. In 2025, Global Responsibility took up this challenge and invited outside experts to contribute their findings and reflections in writing. Humanitarian crisis is followed by crisis, and financial support has been strained. Consequently, listening, efficiency, outspokenness and innovation became even more critical. „New Perspectives for Humanitarian Action“ wrap-up event f. l. t. r. : Fati Hassane, Anna Hirsch-Holland (ESA), moderator Thomas Seifert, Nick Appleyard, Marisa Leon Gomez Sonet, and Harry Eyres © Global Responsibility With the in-person event on 28 November, a „cross-sectoral dialogue on listening, efficiency, outspokenness, and innovation in humanitarian action“ in cooperation with the City of Vienna, the written ideas were explored in greater depth and enriched with additional perspectives by expert panellists Fati Hassane (Oxfam in Africa), Nick Appleyard and Anna Hirsch-Holland (ESA), Gemma Connell (OCHA), Marisa Leon Gomez Sonet (R-SEAT), and author and journalist Harry Eyres. Together with speakers and participants we wanted to open new horizons through open discussions, characterized by argumentation, explanation, communication and shared reflection. We hoped to nurture ideas and provide motivation across sectors to show that leaving no one behind is a universal duty of humanity, that the humanitarian principles and International Humanitarian Law (IHL) are cornerstones of society and to use the assembled expertise to provide practical, innovative advice. Conclusions „I stood at the border, stood at the edge and claimed it as central. I claimed it as central, and let the rest of the world move over to where I was“. – Toni Morrison What general conclusions must be drawn after a day filled with thought-provoking and meaningful discussions and exchanges? Putting those standing at the edge to the centre can be defined as the central principle for the reform of the humanitarian architecture and for listening, efficiency, outspokenness, and innovation in humanitarian action. Humanitarian action is not a static picture full of absolute truths. It requires constant dialogue to strengthen it beyond its current confines. Listening, efficiency, outspokenness, and innovation are more than polite exercises. They foster collective action and learning across sectors. With the humanitarian principles and IHL, humanitarian stakeholders have strong, universal, ethical North Stars, on which to base any reform process on. We need progress on listening, efficiency, outspokenness, and innovation so as to support those standing at the edge moving to the centre. But how, and by whom, can progress be measured? For more detailed information, download the full report below. Download Herunterladen (msh)
Pressestimmen 2026 Posted on 27. Januar 2026 - 14:23 by Hannah Hauptmann 04.03.2026, Katholisch.at: NGOs an Politik: Auslandsfreiwilligendienste sichern statt streichen04.03.2026, Kathpress: NGOs an Politik: Auslandsfreiwilligendienste sichern statt streichenBerichterstattung über die gemeinsame Warnung mehrerer NGOs an die österreichische Bundesregierung, dass die Abschaffung des Auslandsfreiwilligendienstes als Zivildienstalternative ein bildungs- und gesellschaftspolitischer Rückschritt wäre. 10.02.2026, Welt-Sichten: Die ADA spart bei der ProjektförderungDas deutsche entwicklungspolitische Magazin sprach mit österreichischen NGOs, die bereits die Kürzungen der Bundesregierung in der internationalen Entwicklung und Humanitären Hilfe zu spüren bekommen haben. 26.01.2026, Kathpress: UN-Menschenrechtsprüfung: NGOs kritisieren Kürzungen humanitärer Hilfe26.01.2026, Katholisch.at: UN-Menschenrechtsprüfung: NGOs kritisieren Kürzungen humanitärer Hilfe26.01.2026, ORF Religion Aktuell: NGOs kritisieren Kürzungen humanitärer HilfeBerichterstattung über Österreichs vierte Universelle Menschenrechtsprüfung im UN-Menschenrechtsrat greift Kommentare von AG Globale Verantwortung und Mitgliedern zur weltweiten Erfüllung der Menschenrechte auf (siehe Presseaussendung, 23.01.2026).
UN-Menschenrechtsprüfung Österreichs: Staaten betonen außenpolitische Verantwortung für Menschenrechte Posted on 23. Januar 2026 - 14:20 by Hannah Hauptmann Österreich ist heute vor den UN-Menschenrechtsrat in Genf getreten, um sich zum vierten Mal einer Universellen Menschenrechtsprüfung (Universal Periodic Review, UPR) zu stellen. Armenien, Libanon und weitere prüfende Staaten begrüßten den menschenrechtsbasierten Ansatz in der internationalen Entwicklung und Humanitären Hilfe Österreichs. „Jedoch hat die Bundesregierung die Mittel für diese wesentlichen außenpolitischen Instrumente um ein Drittel gekürzt. Dabei verdeutlicht die aktuelle Weltlage, dass auch die Handlungsfähigkeit des kleinen, neutralen Österreichs von einer regelbasierten Ordnung und von partnerschaftlichen Beziehungen abhängt, für die Abkommen wie die UN-Menschenrechtskonventionen sorgen“, betont Lukas Wank, Geschäftsführer der AG Globale Verantwortung. „Für Handlungsfähigkeit ist Glaubwürdigkeit zentral. Grund zur Kritik gab im letzten Jahr die ausgehöhlte EU-Lieferkettenrichtlinie, von der wir jetzt zumindest eine ambitionierte Umsetzung in Österreich einfordern. Und wir schließen uns Ecuadors Empfehlung, sich aktiv in die Verhandlungen für das UN-Abkommen für Wirtschaft und Menschenrechte einzubringen, an“, ergänzt Wank. Kinderrechte systematisch verankern Bei der Prüfung fanden auch das Dreijahresprogramm der österreichischen Entwicklungspolitik 2025 bis 2027 und die Strategie der Humanitären Hilfe Österreichs Erwähnung. Veronika Schippani-Stockinger, Bundesvorsitzende der Katholischen Jungschar Österreichs, erklärt: „Diese Strategien berücksichtigen die Rechte und den Schutz von Kindern und Jugendlichen nur oberflächlich, weshalb wir eine konsequente und systematische Verankerung in den internationalen Angelegenheiten fordern. Zudem unterstützen wir ausdrücklich die Empfehlung Chiles, Gabuns, Portugals und anderer, das dritte Zusatzprotokoll zur UN-Kinderrechtskonvention zu ratifizieren. Dieses sieht einen Beschwerdemechanismus für Kinder vor.“ Namaraj Silwal, Projektpartner vom Social Work Institute, einer nepalesischen Partnerorganisation der Katholischen Jungschar Österreichs, ergänzt, dass die Verantwortung gegenüber Kindern untrennbar mit der Entwicklungs- und Ernährungspolitik verknüpft sei. Im Sinne der ökologischen Kinderrechte und in Zeiten der Klimakrise empfiehlt er: „Österreich sollte die öffentlichen Entwicklungsgelder insbesondere zur Unterstützung der Agrarökologie und lokaler Ernährungssysteme sichern und erhöhen. Österreich sollte davon absehen, Entwicklungsgelder zu kürzen, die das Recht auf Nahrung untergraben, und stattdessen die Unterstützung für Akteur*innen der Zivilgesellschaft verstärken, damit diese eine langfristige, klimaresiliente Ernährungssouveränität für die am stärksten gefährdeten Bevölkerungsgruppen fördern können, auch in Partnerländern wie Nepal.“ Inklusion macht „Politik gerechter und Gemeinschaften stärker“ Mehrere Prüferstaaten begrüßten den Nationalen Aktionsplan Behinderung 2022 bis 2030 und betonten die Bedeutung seiner Umsetzung. Mosambik empfahl, die Inklusion von Menschen mit Behinderungen in der internationalen Entwicklung und Humanitären Hilfe als Querschnittsmaterie zu stärken, berichtet Alex Buchinger, Geschäftsführer von Licht für die Welt Österreich. „Menschen mit Behinderungen machen 16 Prozent der Weltbevölkerung aus, wovon 80 Prozent im Globalen Süden leben. Die Mehrheit lebt in Armut und ihre Rechte – etwa auf Bildung, Gesundheitsversorgung oder Teilhabe – werden besonders oft verletzt. Trotzdem ist der Anteil der öffentlichen Mittel, die Menschen mit Behinderungen erreichen, zu gering.“ Abschließend fügt Sophia Mohammed, Länderdirektorin von Licht für die Welt im Südsudan, hinzu: „Unsere Arbeit zeigt klar: Gestalten lokale Selbstvertretungsorganisationen von Menschen mit Behinderungen aktiv Projekte mit, werden Gemeinschaften stärker und auch die Politik gerechter. Niemand wird im Kampf gegen Ungleichheiten, Armut und Hunger zurückgelassen. Gleiches gilt für andere benachteiligte Menschen wie Frauen, Kinder und indigene Menschen.“ Die österreichische Delegation betonte beim UPR, wie wichtig die Zivilgesellschaft für die Erfüllung der Menschenrechte ist. Diese wird in Österreich und in den Partnerländern verfolgen, wie die Regierung die Empfehlungen umsetzt, wovon ihre internationale Glaubwürdigkeit abhängt. Vor der Prüfung übermittelten der Dachverband AG Globale Verantwortung und seine Mitgliedsorganisationen Dreikönigsaktion der Katholischen Jungschar Österreichs und Licht für die Welt entwicklungspolitische und humanitäre Empfehlungen an den UN-Menschenrechtsrat. Für Journalist*innen erstellte die AG Globale Verantwortung Hintergrundinformationen über den Prozess. hh
Vierte Menschenrechtsprüfung: Hält Österreich die Menschenrechte weltweit ein? Posted on 19. Januar 2026 - 16:55 by Hannah Hauptmann Autokratische Regierungschefs wie Donald Trump machen die regelbasierte Ordnung der internationalen Staatengemeinschaft verächtlich und verbreiten Unsicherheit. Dadurch erhoffen sie sich wirtschaftliche und geopolitische Vorteile. Österreich ist als kleiner neutraler Staat jedoch von einer regelbasierten Ordnung und von partnerschaftlichen internationalen Beziehungen abhängig. Den Rahmen schaffen Abkommen wie die UN-Menschenrechtskonvention, die Österreich im In- wie im Ausland zur Einhaltung und Stärkung der Menschenrechte verpflichtet. Ob die Bundesregierung ihren menschenrechtlichen Verpflichtungen umfassend nachkommt, wird die vierte Universelle Menschenrechtsprüfung Österreichs (Universal Periodic Review, UPR) am 23. Jänner 2026 zeigen. Andere Staaten werden Fragen an die österreichische Delegation vor dem UN-Menschenrechtsrat in Genf richten und Empfehlungen formulieren. Zuvor hatten UN- und zivilgesellschaftliche Organisationen dem UN-Menschenrechtsrat über Versäumnisse und Fortschritte berichterstattet. Download Herunterladen Links Liga der Menschenrechte: UPR-Tool UPR Info: Austria BMEIA: Universeller Überprüfungsmechanismus (UPR) BMEIA (Okt. 2025): VN-Menschenrechtsrat, Universelle Periodische Überprüfung (UPR). Vierter Nationaler Staatenbericht Österreichs AG Globale Verantwortung (12.01.2026): Brief an die öst. UPR-Delegation. Universelle Menschenrechtsprüfung Österreichs im Bereich der Entwicklungspolitik AG Globale Verantwortung (06.10.2025): Österreichs vierte Universelle Menschenrechtsprüfung: So setzen wir uns auf UN-Ebene für Menschenrechte ein AG Globale Verantwortung (07.07.2025): Joint Submission for the Universal Periodic Review of Austria at the 51st session of the UPR working group Liga der Menschenrechte (Juli 2025): Gemeinsame Stellungnahme Universal Periodic Review 2025 AG Globale Verantwortung (16.06.2025): Stellungnahme zum Entwurf des Staatenberichts Österreichs im Rahmen des 4. Zyklus der Universellen Periodischen Überprüfung (UPR) durch den UN-Menschenrechtsrat
Zivilgesellschaftliche Impulse für eine gesamtstaatliche Afrika-Strategie Posted on 15. Januar 2026 - 10:23 by Hannah Hauptmann Herunterladen
Appell an Totschnig: Jetzt Rückbau im Umwelt- und Klimaschutz stoppen – in Österreich und weltweit Posted on 16. Dezember 2025 - 6:45 by Hannah Hauptmann „Bundesminister Norbert Totschnig trägt für Klima, Umwelt, Landwirtschaft und Ernährung die Verantwortung, ignoriert jedoch, dass diese untrennbar und global miteinander verknüpft sind. Denn er verkennt nicht nur die Bedeutung der gestrichenen Zuschüsse für bilaterale Klimaprojekte im Globalen Süden in Höhe von bis zu 15 Millionen Euro: Trotz des größten internationalen Finanzierungsstopps für Humanitäre Hilfe, wegen dem tagtäglich Menschen verhungern müssen, läuft nun die Strategische Partnerschaft für Nahrungsmittelhilfe des BMLUK mit dem World Food Programme aus“, berichtet Lukas Wank, Geschäftsführer der AG Globale Verantwortung. „Zudem gibt es Anlass zur Sorge, dass sogar der geringe jährliche Pflichtbeitrag von 1,5 Millionen Euro zum UN-Ernährungshilfe-Übereinkommen nicht gesichert sein könnte. Und auch Klimaprojekte in Österreich sind betroffen: Aus dem Klima- und Energiefonds sind bis Jahresende keine Mittel für Forschung, Emissionsminderungs- und Klimaanpassungsmaßnahmen ausgeschrieben worden. Jeder Rückbau im Umwelt- und Klimaschutz und damit einhergehender Expertise hat schwerwiegende Folgen, die um ein Vielfaches teurer sind und rücksichtslos gegenüber heutigen und nachfolgenden Generationen“, betont Wank mit Verweis auf das zehnte Jubiläum des Pariser Klimaabkommens, die drastischen Ergebnisse des neuen UN-Umweltberichts und das abgeschwächte EU-Klimaziel 2040. Klimazuschüsse: Verursacherprinzip gerecht werden und Verschuldung ärmerer Länder bremsen Martin Krenn, Klimaexperte der Koordinierungsstelle der Österreichischen Bischofskonferenz (KOO), verweist auf das Verursacherprinzip als moralische Grundlage in der Klimafinanzierung. Durch vergleichsweise hohe Pro-Kopf-Emissionen und eine starke Wirtschaftsleistung habe Österreich eine besondere Verantwortung, ärmere Länder im Umgang mit den Folgen der Klimakrise zu unterstützen: „Heute geben bereits 54 Länder im Globalen Süden über zehn Prozent ihrer Steuereinnahmen für Nettozinszahlungen aus. Dadurch fehlen notwendige Gelder für eine nachhaltige Entwicklung und die Schuldenkrise wird weiter befeuert. Im Gegensatz dazu stellen Zuschüsse sicher, dass die österreichische Regierung dem Verursacherprinzip wirklich gerecht wird und Zukunftschancen für gefährdete Menschen ermöglicht.“ Appell für Klimafinanzierung: Auch heimische Bäuer*innen brauchen stabiles Klima und intakte Anbauflächen Lukas Wank knüpft abschließend bei der heimischen Natur und Landwirtschaft an: „Norbert Totschnig inszeniert sich als Minister der österreichischen Bäuer*innen, übersieht aber, dass sie gleichermaßen auf stabile klimatische Bedingungen und intakte Anbauflächen angewiesen sind. Eine zukunftsorientierte, verantwortungsvolle Politik nimmt daher globale Zusammenhänge ernst und gibt dem Wohlergehen aller Vorrang. Wir appellieren an den Minister, die lebensrettenden Zahlungen an das WFP fortzusetzen, die Gelder für internationale und österreichische Klimaprojekte rasch auszuschreiben und diese für die Folgejahre zu budgetieren. Dieser Appell richtet sich auch an SPÖ und NEOS, die ebenso Verantwortung tragen, dass die Regierung nicht zu einer rückschrittlichen Anti-Klima-Koalition wird.“ Bundesminister Norbert Totschnig besuchte am Rande der UN-Klimakonferenz (COP30) ein vom BMLUK gefördertes Projekt des Movimento dos Atingidos por Barragens (MAB) im brasilianischen Bundesstaat Pará, nachdem er die Zuschüsse für bilaterale Klimaprojekte im Jahr 2025 gestrichen hatte. Vertreter*innen von MAB sind bei ihren österreichischen Projektpartnern Dreikönigsaktion der Katholischen Jungschar und Horizont 3000 zu Gast und stehen heute Vormittag (16.12.2025) für ein Mediengespräch zur Verfügung. Bei Interesse kontaktieren Sie bitte elisabeth.holzner@dka.at oder 0676/88011 1000. Link Schwerpunkt: Minister Totschnig streicht Mittel für internationale Klimaprojekte (hh)
Menschenrechte: NGO-Bericht offenbart fehlende Systematik österreichischer Politik Posted on 10. Dezember 2025 - 6:00 by Hannah Hauptmann „Österreich betont in internationalen Partnerschaften regelmäßig die Bedeutung der Menschenrechte. Gleichzeitig verfolgt die Bundesregierung aber ressourcen-, agrar-, steuer-, handels- und klimapolitische Interessen, die eine nachhaltige, menschenrechtsbasierte Entwicklung in Ländern des Globalen Südens erschweren oder gar verhindern“, erläutert Lukas Wank, Geschäftsführer des entwicklungspolitischen und humanitären Dachverbands AG Globale Verantwortung, am internationalen Tag der Menschenrechte und warnt: „Doppelstandards untergraben Österreichs Glaubwürdigkeit.“ Mit sechs Jahren Verspätung überreichte die vorherige Bundesregierung im Mai 2024 dem UN-Ausschuss über die Wirtschaftlichen, Sozialen und Kulturellen Rechte (WSK-Rechte) erstmals einen Staatenbericht über die Gewährleistung der WSK-Rechte im In- und Ausland. Der Ausschuss wird Österreich im Februar 2026 erneut prüfen. Für diesen Termin haben die AG Globale Verantwortung und ihre Mitglieder Dreikönigsaktion der Katholischen Jungschar, FIAN Österreich und Licht für die Welt den Vereinten Nationen heute einen zivilgesellschaftlichen Bericht vorgelegt. Österreichischer Politik fehlt Entschlossenheit und Systematik, etwa bei Kinderrechten Veronika Schippani-Stockinger, Bundesvorsitzende der Katholischen Jungschar Österreichs, vermisst in der österreichischen Politik die gebotene Entschlossenheit und Systematik. „Zwar bekennt sich die Regierung in internationalen Strategien wie dem Dreijahresprogramm der österreichischen Entwicklungspolitik 2025 bis 2027 zu den Menschenrechten. Jedoch fehlen klare Finanzierungsziele, Indikatoren und Prüfmechanismen, um ihre Einhaltung zu gewährleisten. Wir fordern daher, dass Kinderrechte konsequent und systematisch in allen Politikfeldern und Rechtssetzungen berücksichtigt werden. Österreich trägt eine globale Verantwortung, gerade wenn staatliche Akteur*innen oder Unternehmen im Ausland die Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen beeinflussen.“ Landwirtschaft und Ernährung: Importe verschärfen globale Ungleichheiten Tragische Folgen habe eine inkohärente Politik auch für die weltweite Ernährung, verweist Lukas Schmidt, Geschäftsleiter von FIAN Österreich. „Das Recht auf Nahrung wird weltweit am häufigsten verletzt. Bis zu 720 Million Menschen hungern – auch weil Kleinbäuer*innen von Großkonzernen vertrieben werden und keine fairen Preise mehr erzielen. Dabei könnten sie rund 80% aller Nahrungsmittel nachhaltig produzieren. Im Sinne der UN-Erklärung über Rechte von Kleinbäuer*innen ist die Regierung gefordert, sich auf EU- und UN-Ebene für ihre Rechte einzusetzen und auch im Inland umzudenken.“ Ein Beispiel sei die überproportionale Fleischproduktion in Österreich, für die jährlich hunderttausende Tonnen Soja importiert würden: „Futtersoja aus vorwiegend lateinamerikanischen, oftmals illegal errichteten Plantagen zerstört Ökosysteme und verschärft Landkonflikte sowie Ungleichheiten. Zugleich ist Österreich von Gemüseimporten abhängig. Diese Politik ist weder nachhaltig noch menschenrechtskonform.“ Widersprüchliche Politik folgenschwer für vulnerable Gruppen im Globalen Süden „Eine kurzsichtige und widersprüchliche Politik heizt die weltweiten Krisen also weiter an“, hält Alex Buchinger, Geschäftsführer von Licht für die Welt Österreich, fest. „Sie erhöht zudem die Notwendigkeit, weltweit mittels Entwicklungszusammenarbeit und Humanitärer Hilfe gegenzusteuern. Diese erprobten wie wirksamen Instrumente verhelfen benachteiligten Gruppen direkt zu ihren Rechten. Zum Beispiel Menschen mit Behinderungen, die 16% der Weltbevölkerung ausmachen und von denen 80% im Globalen Süden leben. Ihre Rechte – etwa auf Bildung, Gesundheitsversorgung oder Teilhabe – werden besonders häufig verletzt.“ Die massiven Kürzungen für bilaterales Engagement der aktuellen Regierung stünden daher im klaren Widerspruch zu Österreichs menschenrechtlichen Verpflichtungen, betont Buchinger. Im Vergleich zu 2024 sollen diese Gelder laut aktuellem Doppelbudget bis Ende 2026 um ein Drittel gekürzt werden. Appell zum UN-Prüftermin: Regierung soll Menschen über widersprüchliche Interessen stellen Mit Blick auf den UN-Prüftermin fordert Lukas Wank abschließend: „Eine Regierung, die ihre internationalen Zusagen zur Entwicklungsfinanzierung ernst nimmt und widersprüchliche Politiken zugunsten des Wohlergehens, der Würde und der Rechte aller Menschen aufgibt, leistet einen echten Beitrag zu einer friedlicheren, stabileren und gerechteren Welt.“ Download NGO-Bericht (10.12.2025): Civil society report on economic, social and cultural rights and related extraterritorial obligations of the Austrian state (hh)
New perspectives: Cross-sectoral dialogue on the future of humanitarian action Posted on 3. Dezember 2025 - 12:05 by Hannah Hauptmann Global Responsibility welcomed 80 guests from various sectors to the Sky Lounge at the University of Vienna. The guests heard from Fati Hassane, Director of Oxfam Africa, who was the guest of honour, and Gemma Connell, Chief of the Strategic Prioritization and Practices Branch at OCHA, who participated virtually; Nick Appleyard, Head of the Downstream Business Applications Department at the Directorate of Telecommunications and Integrated Applications at the European Space Agency (ESA); Anna Hirsch-Holland, Coordinator of the Rapid and Resilient Crisis Response Accelerator at ESA; author and journalist Harry Eyres; and Marisa Leon Gomez Sonet, Partnerships and Stakeholders Advisor at Refugees Seeking Equal Access at the Table (R-SEAT). Thanks also go to journalist Thomas Seifert for moderating the event, and to the invited commentators: Silvia Holzer, Technical Advisor for Humanitarian Aid at Caritas Austria, and Claudia Stadler, Policy Advisor at the Green Party. An event report will follow in January. © Global Responsibility © Global Responsibility Global Responsibility Director Lukas Wank hosted the event. © Global Responsibility Oxfam Africa Director Fati Hassane. © Global Responsibility © Global Responsibility © Global Responsibility © Global Responsibility Gemma Connell, Chief of the Strategic Prioritization and Practices Branch at OCHA. © Global Responsibility Marisa Leon Gomez Sonet, Partnerships and Stakeholders Advisor at R-SEAT. © Global Responsibility Author and journalist Harry Eyres. © Global Responsibility © Global Responsibility Nick Appleyard, Head of the Downstream Business Applications Department at ESA. © Global Responsibility © Global Responsibility Anna Hirsch-Holland, Coordinator of the Rapid and Resilient Crisis Response Accelerator at ESA. © Global Responsibility © Global Responsibility © Global Responsibility © Global Responsibility Journalist Thomas Seifert moderated the discussion. © Global Responsibility © Global Responsibility © Global Responsibility © Global Responsibility © Global Responsibility © Global Responsibility © Global Responsibility © Global Responsibility © Global Responsibility © Global Responsibility © Global Responsibility © Global Responsibility © Global Responsibility © Global Responsibility © Global Responsibility © Global Responsibility © Global Responsibility © Global Responsibility © Global Responsibility f.l.t.r.: Event manager Monika Stumpf-Hulsrøj (Global Responsibility), Marisa Leon Gomez Sonet (R-SEAT), moderator Thomas Seifert, Anna Hirsch-Holland (ESA), Nick Appleyard (ESA), Claudia Stadler (Green Party), author and journalist Harry Eyres, Fati Hassane (Oxfam Africa), host Lukas Wank (Global Responsibility), and Silvia Holzer (Caritas Austria). © Global Responsibility Links Event info: New Perspectives for Humanitarian Action Outside view channel: Global Voices for Humanitarian Assistance In cooperation with
Omnibus-Paket: EU-Parlament stimmt für Schwächung der Lieferkettenrichtlinie Posted on 20. November 2025 - 15:01 by Hannah Hauptmann Die im März 2024 beschlossene, historisch bedeutsame EU-Lieferkettenrichtlinie (Corporate Sustainability Due Diligence Directive, CSDDD) sollte sicherstellen, dass Unternehmen entlang ihrer gesamten Wertschöpfungskette Verantwortung übernehmen: für Arbeitsbedingungen, Umwelt und Klima. Auf Drängen von Wirtschaftsvertreter*innen beschloss die neu konstituierte Europäische Kommission noch im selben Jahr, den Geltungsbereich der Richtlinie und weiterer Teile des European Green Deal im sogenannten Omnibus-I-Paket massiv einschränken zu wollen. Am 13. Oktober 2025 befürworterte der Rechtsausschuss des Europäischen Parlaments den Vorschlag der Kommission, einen Monat später stimmte auch die Mehrheit der Abgeordneten dafür. Damit verabschiedet sich die EU von ihrem eigenen Anspruch, Menschenrechte und Nachhaltigkeit als Kern wirtschaftlichen Handelns zu begreifen. Die aktuellen Änderungen entkernen das Lieferkettengesetz in zentralen Punkten: Die CSDDD gilt künftig nur noch für die größten Konzerne mit mehr als 5.000 Beschäftigten und einem Jahresumsatz von mindestens 1,5 Milliarden Euro. Kleine und mittlere Unternehmen bleiben ausgenommen, obwohl sie Teil globaler Lieferketten sind. Die Richtlinie beinhaltet keine zivilrechtliche Haftung mehr. Diese hätte es Betroffenen erleichtert, ihr Recht einzufordern. Das Omnibus-I-Paket hat Verpflichtungen, Klimaschutz– und Transformationspläne umzusetzen, gestrichen. Ein fatales Signal angesichts der eskalierenden Erderhitzung. Die Sorgfaltspflichten sind so weit reduziert worden, dass zentrale Risiken in Hochrisikosektoren unbeachtet bleiben. In einer Zeit, in der Armut, soziale Ungleichheiten und die Auswirkungen der Klimakrise weltweit zunehmen, ist ein solcher Rückschritt nicht nur politisch kurzsichtig, sondern unverantwortlich. Gefährliches Signal der Einflussnahme Besonders bedenklich ist, dass sich Abgeordnete augenscheinlich von fossilen und wirtschaftlichen Einzelinteressen leiten ließen. Wenn sich politische Entscheidungen zunehmend mit den Positionen großer Energiekonzerne decken, die kurzfristige Profite über langfristige Verantwortung stellen, steht die Glaubwürdigkeit der EU-Politik auf dem Spiel. Mut statt Rückzug: Jetzt Verantwortung zeigen Zehn Jahre nach Verabschiedung der Agenda 2030 wird immer deutlicher: Eine nachhaltige Entwicklung kann nur gelingen, wenn Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft an einem Strang ziehen. Statt sich in Rückzugsgefechte zu verstricken, braucht es jetzt den Mut der EU-Politiker*innen zu klaren Entscheidungen, die von Gerechtigkeit, Menschenwürde und Zukunftsfähigkeit geleitet werden. Link European Coalition for Corporate Justice (30.10.2025): Joint Statement: Call for European Parliament to deliver a credible and ambitious approach on Omnibus I (mb)
Totschnigs Widersprüche gefährden globale Lösungen: Besuch bei Klimaprojekt trotz gestrichener Mittel Posted on 17. November 2025 - 12:04 by Hannah Hauptmann Der ausgetrocknete Rio Madeira, größter Nebenfluss des Amazonas, während der extremen Dürreperiode 2024. Diese führte zu erheblicher Wasser- und Lebensmittelknappheit entlang des Flusses. Die Flussgemeinschaften und Staudammbetroffenen sind in direkter und dramatischer Weise von den sich verschärfenden Auswirkungen der Klimakrise betroffenen. © Luis Gabriel / MAB „Bundesminister Norbert Totschnig verstrickt sich in einer widersprüchlichen Politik. Er lässt zugesagte Mittel für Klimaprojekte in Ländern des Globalen Südens in der Schublade verschwinden, inszeniert sich aber am Rande der COP30 als Unterstützer der Menschen, deren Kampf gegen die Erderhitzung und Umweltzerstörung durch diese Mittel gefördert werden soll“, kritisiert Lukas Wank. Der Geschäftsführer der AG Globale Verantwortung erklärt, dass Österreich etwa durch das Pariser Klimaabkommen verpflichtet sei, Emissionsminderungs- und Klimaanpassungsmaßnahmen im Globalen Süden zu unterstützen. Dafür seien im BMLUK auch bis zu 15 Millionen Euro für bilaterale Klimaprojekte im Jahr 2025 eingeplant gewesen. Minister verhindert Mercosur, blockiert aber auch Unterstützung für Betroffene des Abkommens Am Sonntag (16.11.2025) besuchte der Minister im brasilianischen Bundesstaat Pará ein BMLUK-gefördertes Projekt von Horizont 3000 in Zusammenarbeit mit dem Movimento dos Atingidos por Barragens (MAB). Aufgrund der gestrichenen Mittel dürfte das Projekt nun kippen. Wank berichtet, dass es die Widerstands- und Handlungsfähigkeit von über 36.600 Menschen aus bäuerlichen, indigenen und Flussgemeinschaften stärke. Ihre Lebensgrundlagen seien durch die Klimakrise und zusätzlich durch den Bau neuer Wasserkräftwerke gefährdet. „Die bilateralen Klimagelder des BMLUK sind eine wichtige Ergänzung zu internationalen Mechanismen der Klimafinanzierung. Sie erreichen besonders benachteiligte und gefährdete Menschen direkt und ermöglichen es Österreich, seine Unterstützung zielgerichtet zu gestalten. Angesichts seines Vetos gegen das Mercosur-Abkommen würde man eigentlich annehmen, dass der Minister diese Chance nutzt, um Österreich als international verlässlichen Partner zu positionieren, der Teil der Lösung und nicht des Problems ist“, betont Wank. Appelle: Zugesagte Klimagelder bereitstellen und Anti-Klima-Koalition verhindern Abschließend verweist der Geschäftsführer auf eine neue Analyse britischer Medien, laut der nur ein Fünftel der weltweiten Klimagelder tatsächlich die ärmsten Menschen unterstützt, und erinnert: „Die Zukunftschancen von Milliarden Menschen im Globalen Süden und in Österreich stehen und fallen mit dem weltweiten Klima- und Umweltschutz – und zwar schon heute. Hier wie dort haben die Menschen eine widerspruchsfreie, vorausschauende Politik verdient, die ihr Wohlergehen und ihre menschliche Sicherheit über Konzernprofite stellt. Wir appellieren an den Minister, die zugesagten bilateralen Klimagelder rasch bereitzustellen und für die nächsten Jahre zu budgetieren. Und auch SPÖ und NEOS tragen Verantwortung, dass die Regierung nicht zu einer rückschrittlichen Anti-Klima-Koalition wird.“ Links Der Standard (10.11.2025): Entwicklungshelfer werfen Minister Totschnig vor, Geld für Klimaschutz zurückzuhalten Online-Pressegespräch (10.11.2025): Ausstehende internationale Klimagelder: NGOs kritisieren verantwortungslose Politik mit Folgen für österreichische Bäuer*innen Presseaussendung (30.10.2025): Klimaschutzminister schwächt internationalen Klimaschutz – fatales Signal vor COP30 Übersicht (29.10.2025): Klimaschutz und -gerechtigkeit: Internationale Projekte österreichischer NGOs (hh)
10 Years of the SDGs – Wo stehen wir und wie geht es weiter? Posted on 12. November 2025 - 10:24 by Hannah Hauptmann
Schwerpunkt: Minister Totschnig streicht Mittel für internationale Klimaprojekte Posted on 11. November 2025 - 9:15 by Hannah Hauptmann
Rebuilding solidarity ‘BRICS by BRICS’: Forging Global South unity for climate and prosperity Posted on 5. November 2025 - 15:43 by Hannah Hauptmann Author Avantika Goswami. © private With the latest round of punitive tariffs imposed by U.S. President Donald Trump, Brazil’s President Lula announced he would engage with BRICS leaders to address the dismantling of multilateralism by the U.S. regime. It was a rare proactive moment from the bloc — but one that should become far more common. Civil society must amplify shared struggles to foster Global South unity, empowering BRICS and other developing countries to lead the fight against climate change with agency, voice, and development needs at the centre. A history of ebbing and flowing solidarity Countries of the Global South — often grouped under the G77 — share histories of colonialism, underdevelopment, and unequal global governance. Despite internal differences, moments of unity have sparked crucial political change. The 1955 Bandung Conference stands as a foundational example, bringing Southern countries together to oppose colonialism and affirm non-alignment — achieving “mythical status,” in the words of Filipino activist Walden Bello. Southern leaders across diverse geographies and political tendencies declared that “colonialism in all its manifestations is an evil which should speedily be brought to an end.” Decades later, at the 1992 Rio Earth Summit, developing countries played a decisive role in embedding the principle of common but differentiated responsibilities at the heart of the newly formed UNFCCC. During the COVID-19 crisis, Global South power reemerged, with India and South Africa leading a TRIPS waiver call at the WTO and Cuba dispatching doctors worldwide. At COP27 in Egypt, the G77 united to secure a Loss and Damage Fund — culminating a 30-year effort led by island states. Southern G20 presidencies — Indonesia, India, Brazil, South Africa — have since amplified urgent issues: the debt crisis, reforming financial institutions, and green industrialization. The 2025 BRICS declaration reaffirmed commitment to multilateralism, called for a greater voice for emerging markets, and expressed support for Palestinian self-determination. Cohesion remains elusive These moments of unity arise against a backdrop of fragmented alliances. The South is no monolith — changing leadership, geopolitics, and ties with the North continually undermine coalition-building. Global North actors often exploit these shifts. Media narratives aim to drive wedges in Southern blocs, singling out emerging economies as “blockers” in climate talks — a tactic Sunita Narain calls “pitting the poor against the poor.” At COP29 in Baku, for example, a UK reporter asked, “Why is India blocking a special carveout for LDCs and SIDS?” — revealing the familiar wedge strategy, whilst flattening the nuance and complexity of the negotiations. Still, Southern governments are not beyond critique. Within the expanding BRICS+ bloc of 20 countries, mistrust and lack of coordination persist. Transparency and civil society access are limited, and several members are authoritarian or corrupt. Climate analysts often highlight BRICS’ fossil-fuel dependence. While valid, such critiques sometimes miss nuance — many high-income countries share similar path dependencies. What matters more are shared challenges — rising energy demand, industrial ambitions— and emerging opportunities in green technology and global governance reform. The climate question BRICS+ members represent 48% of the global population. In 2024, their per-capita primary fossil fuel consumption averaged 33,375.68 kWh (excluding Ethiopia), compared with 43,595.58 kWh in high-income countries. Renewables averaged 2,873.37 kWh, versus 7,531.68 kWh in high-income nations. Despite fossil dominance — BRICS+ produced 48% of global fossil fuel output in 2024 — renewables are rapidly growing. The bloc now generates 51% of global solar power, up from 15% a decade ago. China leads 74% of global solar and wind construction, and India achieved an NDC target five years early. This layering of renewables onto fossil infrastructure — rather than abrupt phase-out — marks the likely path for developing economies. Correspondingly, the 2025 BRICS Statement calls for a just, inclusive energy transition while recognizing the continued role of fossil fuels. Green industrial policy is also rising; clean energy and green manufacturing are central to BRICS’ strategies. Political economist Ilias Alami calls this a “new geopolitics of green connectivity,” rooted in “polyalignment” rather than the non-alignment of the past. China looms large in this geopolitics of climate: Leading in emissions, but also compelling in its role as a climate actor, “lighting up the world with solar panels” and exporting emissions reductions abroad. Economic historian Adam Tooze emphasized that Chinese photovoltaics (PV) and BYD may well be the “tools of our salvation. For some developing countries, China is both a formidable giant that has outpaced all others in growth and a power whose economic and trade leverage must not be over-relied upon lest it be turned into a weapon; others are eager to engage. Emerging green partnerships among Southern countries could form the backbone of sustainable coalitions. But this requires a renewed Southern narrative on climate and development, with principles aligned to today’s realities. A new Global South vision for climate and prosperity The U.S. is, and always has been, an unreliable partner — transactional, coercive and warmongering. The Western world is struggling through its own “polycrisis”, witnessing the failure of its institutions, policies and the horrors inflicted by its military complex abroad. The current moment has been characterized in various ways, as turbulent and uncertain, as ‘productive incoherence’ in global governance, and as a moment to turn polycrisis into ‘polytunity’. For the Global South, that has always been battered by competing crises — debt, inflation, conflict and food insecurity — there is an opportunity to use this disruption to birth something new. But what should this Southern vision look like? There are multiple calls to action: a time to rewrite the rules, acknowledge multipolarity, focus on localization, forge new green alliances, de-dollarize, promote regional integration, advance green industrial policy and more. The growing technological and industrial foundations discussed above can be used to shape a new, green development agenda. But unity is essential to turn this fragile moment into lasting power — whether through BRICS+ or another grouping. As Bello notes, the “spirit of Bandung has been a constant spur to many political actors to reproduce it in its imagined pristine form”. That spirit will not return on its own — we must rebuild it. In climate talks and beyond, the South must close ranks. The emerging green agency of developing countries is too often ignored by mainstream governance, which focuses narrowly on emissions or phase-outs — marginalizing development needs, finance, and technology transfer. Civil society must shift the narrative: spotlighting common struggles, amplifying collective agency, and forging South–South solidarity. Only through unity can the Global South turn today’s polycrisis into lasting, climate-proof prosperity. About the author Avantika Goswami leads the Climate Change Programme at the Centre for Science and Environment (CSE) — a research and advocacy thinktank in New Delhi, India. She has 12+ years of experience across the public, private and non-profit sectors, with an interdisciplinary background in climate and economic research, sustainability programme management, and management consulting.Her interests lie at the intersection of climate science and political economy, and her current work focuses on transformative solutions to rapidly reduce carbon emissions while centering climate justice and equity. At CSE, she is leading the Institute’s climate policy research and advocacy spanning climate finance, mitigation ambition, carbon markets, and trade. In the section Outside view, Global Responsibility gives experts the opportunity to comment and share their views on current and relevant development issues. The aim is to facilitate development policy debates and promote democratic discourse. The authors are solely responsible for the content. The Outside views do not reflect the official positions of the funding body International Partnerships Austria and of Global Responsibility. With funding from