„Fast drei Viertel der vermeintlichen bilateralen Hilfe haben nichts mit Entwicklungshilfe zu tun – und all das noch dazu bei einem geringen Budget. So sind wir im Jahr 2015 nur durch die Einrechnung der Kosten für AsylwerberInnen bei 0,35% ODA-Quote, was uns durch die Bundesregierung als erfreuliche Steigerung verkauft wurde. Wenn man die Flüchtlingskosten und weitere Formen der Phantomhilfe abzieht, sind wir bei beschämenden 0,2% ODA-Quote, also den Finanzmitteln, die für die Ärmsten der Armen zur Verfügung gestellt werden. Meilenweit entfernt von den international vereinbarten 0,7%“, so Vilim weiter.

„Diese Einrechungen sind laut OECD zwar zulässig, schaden jedoch der Glaubwürdigkeit Österreichs. Dass es auch anders geht, beweist zum Beispiel Irland: Mit 0,36% ODA ist man zwar ebenfalls weit entfernt vom 0,7% Ziel, dafür verzichtet man auf jegliche Einberechnung von „Phantomhilfe“. Schweden, welches zwar noch mehr Flüchtlingskosten als Österreich einberechnet, kommt selbst nach Abzug der Phantomhilfe auf 0,75% ODA. Da wir uns immer wieder gerne als internationale „Musterschüler“ positionieren wollen, wäre es höchst an der Zeit, nicht nur in kreativer Budgetumschichtung die Nummer eins sein zu wollen, sondern tatsächlich Mittel für Entwicklungshilfe bereit zu stellen,“ schließt Vilim.

Link zur Studie AidWatch Report 2015:
https://concordeurope.org/wp-content/uploads/2016/10/CONCORD_AidWatch
_Report_2016_web.pdf

Link zu einer Zusammenfassung der Studie auf der Website der Globalen Verantwortung:
http://www.globaleverantwortung.at/concord-aidwatch-report-2016