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„Das ist zweifelsohne wichtig, hilft aber notleidenden Menschen vor Ort nicht. Von den ohnehin schon beschämend geringen Mitteln, die Österreich einsetzt, um Armut zu verringern, kommt letztlich noch weniger Geld vor Ort an. Bereinigt um die Phantomhilfe, beträgt Österreichs ODA Quote nur mehr 0,21 % des BNE. Österreich liegt bei der Phantomhilfe auch dieses Jahr wieder im europäischen Spitzenfeld, die tatsächliche Hilfe vor Ort geht aber leider weiter zurück. Österreich leistete 2018 beispielsweise für die ärmsten Länder dieser Welt (Least Developed Countries, LDCs) um 4 Millionen Euro weniger als 2017“, bedauert Annelies Vilim, Geschäftsführerin des Dachverbandes Globale Verantwortung mit 35 Mitgliedsorganisationen aus den Bereichen Entwicklungszusammenarbeit und Humanitäre Hilfe.

„Noch hungern 821 Millionen Menschen auf der Welt, alle fünf Sekunden stirbt ein Kind unter 15 Jahren. Die Auswirkungen der Klimakrise werden die ohnehin dramatische Lage für Millionen Menschen weiter verschärfen. Gerade jetzt ist daher mehr Hilfe vor Ort Gebot der Stunde. Denn eines ist klar: die Folgen der Krisen werden auch in Europa zu spüren sein“ erklärt Vilim. „Daher braucht es endlich einen Kurswechsel hin zu einer engagierten Entwicklungspolitik. Die nächste Bundesregierung kann die Chance ergreifen, zu einer faireren und stabileren Welt beizutragen, indem sie die Mittel für die Auslandshilfe wesentlich erhöht, einen verbindlichen Stufenplan erarbeitet, wie Österreich bis 2030 das 0,7% Ziel erreichen wird und stärker auf die ärmsten Länder der Welt fokussiert.“ schließt Vilim.