World Humanitarian Summit

(22.06.2016 - Bericht) Vom 23. Mai bis 24. Mai 2016 fand in Istanbul der „World Humanitarian Summit“ statt, der sich im Rahmen einer „Agenda der Menschlichkeit“ mit dem Titel „One Humanity – Shared Responsibility“ den großen humanitären Herausforderungen widmete.

Nach Schätzungen der Vereinten Nationen benötigen zurzeit 125 Millionen Menschen  Humanitäre Hilfe. Über 9.000 TeilnehmerInnen von 173 UN Mitgliedsstaaten, darunter 55 Staats- und Regierungsspitzen sowie VertreterInnen der UN und der Zivilgesellschaft diskutierten über Lösungen, um den Herausforderungen der Humanitären Hilfe besser begegnen zu können und sie effizienter zu gestalten. Fünf große Themenbereiche wurden in Runden Tischen, speziellen Diskussionrunden und Nebenevents diskutiert: 

  • Politische Führung zur Verhinderung und Beendigung von Konflikten
  • Ein- und Aufrechterhaltung jener Normen und Rechte, die Menschlichkeit sicherstellen (z.B. humanitäres Völkerrecht und Menschenrechte)
  • Niemand soll zurückgelassen werden (Leave no one behind)
  • Das Leben der Menschen ändern – von Hilfsleistungen  zum Ende der Bedürftigkeit gelangen
  • Investieren in Menschlichkeit

Die RegierungsvertreterInnen gaben Zusagen, sogenannte "commitments", zu den fünf genannten Kernbereichen ab. Eines der wichtigsten Themen war die adäquate und planbare Finanzierung. Denn es geht darum, die Lücke zwischen dem Bedarf  und den Mitteln für Humanitäre Hilfe zu schließen (die Vereinten Nationen schätzen 2016 den Mehrbedarf auf ca. 15 Milliarden Dollar pro Jahr, um die 125 Millionen Menschen, die Humanitäre Hilfe benötigen, versorgen zu können). Einige Geber und Hilfsorganisationen schlossen einen "großen Handel" – den "Grand Bargain", der diese Lücke zumindest verringert.   Der Schutz von ZivilistInnen und der Zugang zu den Opfern in Konfliktgebieten standen ebenso prominent auf der Agenda in Istanbul.

Dieser Gipfel war ein wichtiger Meilenstein. Die Humanitäre Hilfe und ihr Bedarf wurden erstmals weltweit zum Thema gemacht, viele Regierungen gaben Zusagen ab. Viele Fragen wurden diskutiert, viele blieben  offen. Die Notwendigkeit politischer Lösungen für die großen Herausforderungen der Humanitären Hilfe und vor allem bindender Beschlüsse und Taten wurden offensichtlich. Darauf wird es letztlich ankommen. Denn um den humanitären Herausforderungen zu begegnen, braucht es  politische Entscheidungen, strategische Planung, vor allem aber endlich Taten.

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