Weil Konzerne nicht Schule machen VertreterInnen der Zivilgesellschaft untermauern Notwendigkeit eines umfassenden Zukunftspakts mit Afrika

(17.12.2018 - Presseaussendung) Eine neue Partnerschaft mit Afrika ist nötig. Heute Vormittag betonten zivilgesellschaftliche VertreterInnen, dass diese nicht nur auf verstärkte wirtschaftliche Zusammenarbeit beschränkt bleiben darf. Die wirtschaftliche Intensivierung sei wichtig, aber gewisse Aufgaben können oder sollen Unternehmen nicht leisten. Daher stellten sie einen umfassenden Zukunftspakt mit Afrika vor, der soziale, ökologische und wirtschaftliche Aspekte gleichrangig berücksichtigt. 

dsc_0006

Annelies Vilim, Geschäftsführerin der AG Globale Verantwortung:

„Nachhaltige Entwicklung darf nicht dem Markt alleine überlassen werden. Manche Aufgaben sollen bewusst vom Staat in Zusammenarbeit mit der Zivilgesellschaft geleistet werden wie  bspw. die Wasserversorgung, Bildungsaufgaben oder das Gesundheitswesen. Dabei stehen ein gutes Leben für alle – ganz im Sinn der Agenda 2030 - und die Armutsbekämpfung im Vordergrund, reine Gewinnorientierung kann diesen Zielen entgegenstehen.“ 

Christoph Schweifer, Generalsekretär Internationale Programme Caritas Österreich:

„Vor allem in den wenigsten entwickelten Regionen Afrikas investieren Unternehmen nicht. Ein wesentlicher Grund sind die unzureichenden Rahmenbedingungen in den Ländern des Globalen Südens. Daher sollte die Durchführung von Programmen für Good Governance, zur Förderung von Rechtsstaatlichkeit, Demokratie, Friedenssicherung & Konfliktprävention und nicht zuletzt der Menschenrechte forciert werden.“  

Hartwig Kirner, Geschäftsführer FAIRTRADE Österreich:

„Die aktuelle Handelspolitik der EU behindert vielerorts die Entwicklung lokaler Märkte, beispielsweise durch die Überschwemmung afrikanischer Märkte durch EU-subventionierte Gemüse, Milch- und/oder Fleischprodukte. Nur durch fairen Handel und faire Bedingungen können lokale Märkte aufgebaut werden. Das ist in unser aller Interesse. Handelsabkommen sollen daher so gestaltet sein, dass Partnerländer politischen Spielraum für eine eigenständige, nachhaltige Entwicklung haben. “ 

Celine Fabrequette, Head Project Manager ADYFE (African Diaspora Youth Forum in Europe):

“Wir müssen die Jugend in Afrika stärken, um der Arbeitslosigkeit und damit der Perspektivenlosigkeit zu begegnen. Wir müssen ihre Talente, ihr Leadership stärken, damit sie aktiv an ihren Gesellschaften teilnehmen können und sie auch mit gestalten können, beispielsweise auch durch die Gründung von innovativen Start-Ups.” 

Reinhard Heiserer, Geschäftsführer Jugend Eine Welt:

„Prognosen zufolge wird sich die Bevölkerung Afrikas bis zum Jahr 2050 auf 2,6 Milliarden Menschen verdoppeln. Doch schon jetzt fehlen Millionen Arbeitsplätze für junge Menschen. Ambitionierte Bildungs-, Ausbildungs- und Jobinitiativen sind daher ein Gebot der Stunde.“ 

Rupert Weber, Vorstandsvorsitzender von Menschen für Menschen – Karlheinz Böhms Äthiopienhilfe:

„Der überwiegende Großteil der Äthiopierinnen und Äthiopier lebt als KleinstbäuerInnen in ländlichen Regionen. Um tatsächlich nachhaltige Entwicklung anzustoßen, die Perspektiven für die junge Generation schafft, bedarf es vor allem auch der wirtschaftlichen Stärkung der lokalen Bevölkerung weit ab von städtischen Ballungszentren.“ 

Andrea Barschdorf-Hager, Geschäftsführerin CARE Österreich:

„Die Auswirkungen der Klimakatastrophe spüren vor allem viele afrikanische Länder. Regeln zur Reduzierung von CO2-Emissionen können nur von der internationalen Gemeinschaft, also den Regierungen, aufgestellt werden. Unternehmen muss man in die Pflicht nehmen, diese Regeln auch einzuhalten. In unserem innovativen, länderüberübergreifenden Programm nehmen afrikanische Dorfgemeinschaften den Kampf gegen die fortschreitende Wüstenbildung auf: unter anderem durch resiliente Landwirtschaft und Klima-Frühwarnsysteme.“

Durch die Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich mit dem Einsatz von Cookies einverstanden. Mehr Informationen