Stimmen aus aller Welt zur Post-2015 Agenda

(16.9.2013) Bei der UN-Generalversammlung Ende September wird über die Zukunft der Millennium Entwicklungsziele (MDGs) diskutiert. Rechtzeitig vor dem Gipfel erschien nun der Report der UN Development Group „A million voices: The world we want“. Über ein Jahr lang wurden dafür weltweit über eine Million Menschen darüber konsultiert, welche Vorstellungen sie von globalen Zielen für nachhaltige Entwicklung haben.

Während ein Hauptkritikpunkt bei den MDGs war, dass diese von einer kleinen ExpertInnengruppe im Keller des UNO-Gebäudes in New York ausgearbeitet wurden, soll die neue Agenda nun möglichst partizipativ erarbeitet werden. Den bisher größten Konsultationsprozess hat die UN-Development Group vor über einem Jahr gestartet. 88 Länderkonsultationen, 11 thematische Dialoge und eine weltweite Online-Befragung wurden durchgeführt, um Meinungen aus der Zivilgesellschaft einzuholen.
Die nun veröffentlichten Resultate der Studie sollen den Staaten dabei helfen, sich bei den laufenden Verhandlungen an den Bedürfnissen und Anliegen der Bevölkerung zu orientieren. Folgende Prioritäten wurden - unter anderem - bei den Befragten festgestellt:
 

  • Wenn es darum geht ihre Welt zu gestalten und zu verändern, verlangen die Menschen ein Mitspracherecht.
  • Die Kernbereiche der MDGs bleiben weiterhin sehr wichtig, wobei es gleichzeitig an der Zeit ist, die Dringlichkeit zu erkennen und die Ambitionen zu steigern.
  • Die Menschen sind empört über Ungerechtigkeiten auf Grund von steigender Ungleichheit.
  • Die Herausforderungen sind komplex und miteinander verknüpft. Eine Agenda für nachhaltige Entwicklung muss daher ganzheitlich und universell sein, für alle Länder und Menschen gelten.
  • Eine neue Agenda muss auf Menschenrechten und auf die universellen Werte von Gleichheit, Gerechtigkeit und Sicherheit aufbauen.
  • Der bisherige Fokus auf konkrete, messbare Ziele soll beibehalten werden, wobei die Messung von Fortschritt verbessert werden sollte. Quantitative Ziele allein reichen nicht aus. 


Schlussendlich werden die Staats- und Regierungschefs entscheiden, wie ambitioniert sie sich den gegenwärtigen und zukünftigen globalen Herausfolgerungen stellen werden und ob sie die zivilgesellschaftlichen Positionen auch wirklich in einen neuen Zielkatalog einfließen lassen. Die Konsultation der Zivilgesellschaft ist ein erster wichtiger Schritt. Bei der UNO-Generalversammlung wird sich zeigen, ob die Konsultationen auch von den EntscheidungsträgerInnen ernst genommen werden.  Ein Special-Event am 25. September 2013 wird sich mit einem Review der MDGs und auch mit der Erstellung einer Nachfolgeagenda beschäftigen. Dabei soll ein Fahrplan bis zur Generalversammlung im September 2015, bei der die neue Agenda abgesegnet werden soll, beschlossen werden.

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Weiterführende Links:
Mehr zum Thema Post-2015 Agenda
Der Bericht “ A million voices: The world we want”


(jm)

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