"Angesichts der eskalierenden Situation in Afghanistan sind alle gefordert, Hilfe zu leisten, jetzt, konsequent und längerfristig. Wir appellieren an die Regierungen, insbesondere an die österreichische Bundesregierung, alle nötigen diplomatischen und humanitären Maßnahmen zu forcieren und alle verfügbaren Instrumente zu nutzen, um die menschliche Tragödie in Afghanistan und seinen Nachbarländern zu lindern und Menschen Schutz zu bieten.

Wichtig ist, den notleidenden und vertriebenen Menschen genau diesen zu bieten: nämlich beispielsweise Essen, Wasser, Unterkunft, Kleidung, Medikamente und ein Stück Sicherheit. Und zwar für eine längere Zeit und kontinuierlich. Einmalmaßnahmen helfen da wenig. Ich erinnere mich an Syrien – als die UNO die Lebensmittelhilfe für 1,7 Mio. Syrerinnen und Syrer in den Nachbarländern einstellen musste, weil das Geld dafür fehlte. Genau diese Fehler gilt es zu vermeiden.

Die angekündigte Soforthilfe in Höhe von 15 Mio. Euro von Österreich ist ein wichtiger erster Schritt. Wenn es die österreichische Bundesregierung jedoch mit ihrer vielzitierten "Hilfe vor Ort" ernst meint, sollte sie sich an Deutschland ein Beispiel nehmen. Unser Nachbarland hat bereits zugesagt, zu seinen 100 Mio. Euro für Soforthilfe weitere 500 Mio. Euro für längerfristige Unterstützungsmaßnahmen bereitzustellen."

Mag.a Annelies Vilim
Geschäftsführerin
Globale Verantwortung – Arbeitsgemeinschaft für Entwicklung und Humanitäre Hilfe


Download

Stellungnahme (30.08.2021): Annelies Vilim zu humanitärer Tragödie in und um Afghanistan