Icon Recht auf Nahrung

Laut UN-Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation waren 2022 weltweit bis zu 783 Mio. Menschen von Hunger betroffen – deutlich mehr als vor der COVID-19-Pandemie.[1] Das steht in klarem Widerspruch zum Recht auf Nahrung, das im UN-Pakt über die Wirtschaftlichen, Sozialen und Kulturellen Rechte festgelegt und Voraussetzung für die Wahrnehmung anderer Rechte ist, wie etwa das Recht auf Leben und Gesundheit. Das Recht besagt weit mehr, als frei von Hunger zu sein: Es spricht allen Menschen langfristig einen direkten oder indirekten Zugang zu ausreichender, gesunder und kulturell angemessener Nahrung zu. Allerdings bleibt diese rund zwei Mrd. Menschen weltweit regelmäßig verwehrt,[2] ebenso wie zu sauberem Trinkwasser.[3]


Damit sich alle Menschen angemessene Nahrung leisten können, sind Staaten dazu verpflichtet, zum Beispiel Bäuerinnen den Zugang zu Land und Saatgut sowie anderen Bevölkerungsgruppen zu Arbeit oder Sozialsystemen zu ermöglichen. Kleinbäuerinnen, die einen Großteil aller Nahrungsmittel produzieren, aber besonders oft von Armut und Hunger betroffen sind, drängen auf ihre Ernährungssouveränität – also das Recht, über die Art und Weise der Produktion, der Verteilung und der Konsumption ihrer Lebensmittel selbst zu bestimmen.[4]

Der UN-Pakt sowie die Agenda 2030 halten wohlhabendere Staaten dazu an, ärmere Staaten dabei zu unterstützen, das Recht auf Nahrung zu gewährleisten. SDG 2 und 6 zielen darauf ab, weltweit Hunger und Mangelernährung zu beenden und den Zugang zu sauberem Wasser für alle zu erreichen. Menschenwürdige Arbeit (SDG 8) ist für die Verwirklichung des Rechts auf Nahrung ebenfalls von zentraler Bedeutung.

Wie CARE und seine Partner*innen in Bangladesch das Recht auf Nahrung stärken

© CARE / Sarah Easter

Die Regionen Nilphamari und Rangpur im Norden von Bangladesch sind von Ernährungsunsicherheit betroffen. Ihre Einwohner*innen haben zu wenig Einkommen und keine Ressourcen wie Land und Saatgut, um gesunde und ausreichende Nahrung zu kaufen oder zu produzieren. Vor allem bei Kleinkindern unter fünf Jahren haben Mangel- und Unterernährung schwerwiegende Folgen für die geistige und körperliche Entwicklung und schwächen das Immunsystem. Vielen Menschen fehlt es an Wissen über ausgewogene Ernährung, Gesundheit, Hygiene und nachhaltige Landwirtschaft. Zudem setzen die lokalen Behörden die Ernährungsprogramme der Regierung nicht erfolgreich um.

Kampf gegen Unterernährung

Die Organisation CARE und ihre Partner*innen sind im Rahmen des Projekts JANO (Joint Action for Nutrition Outcome) seit 2018 in den Regionen aktiv, um insbesondere die Unterernährung von Kindern zu senken und eine gesunde Ernährung von schwangeren und stillenden Frauen zu fördern. Sie konnten bisher zum Beispiel erreichen, dass in Schulen eine gesunde Ernährung praxisnah vermittelt und in Schulgärten eine produktive sowie klimafreundliche Landwirtschaft gelehrt wird. In Kliniken beraten sie schwangere Frauen und junge Mütter über gesunde Ernährung und Kinderpflege.

Die Organisation CARE und ihre Partner*innen fördern die Zusammenarbeit zwischen Gemeinden, Behörden und privaten Lebensmittelunternehmen, damit es mehr Nahrungsmittel auf den Märkten der betroffenen Gemeinden gibt. Darüber hinaus unterstützen sie in Kooperation mit zivilgesellschaftlichen Foren lokale Behörden dabei, den Nationalen Aktionsplan für Ernährung umzusetzen und das Recht auf Nahrung zu gewährleisten. So weisen sie auf Verpflichtungen der Behörden gegenüber der Bevölkerung hin sowie auf Barrieren, die Menschen daran hindern, staatliche Leistungen in Anspruch zu nehmen. Die Bevölkerung wiederum informieren sie über ihre Rechte und über staatliche Services.

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Partner*innen: CARE Bangladesch, Plan International


Links


Fußnoten

[1] FAO (12.07.2023): 122 million more people pushed into hunger since 2019 due to multiple crises, reveals UN report

[2] FAO (2023): The State of Food Security and Nutrition around the World: Chapter 2

[3] UN Water (15.03.2023): UN World Water Development Report 2023

[4] Friends of the Earth International: Food sovereignty