„Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren“, legt Artikel 1 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte fest. Es ist ein grundsätzliches Prinzip der Rechtsstaatlichkeit, dass alle Menschen – unabhängig beispielsweise von Geschlecht, Alter, Herkunft, Hautfarbe oder Behinderungen – Menschenrechte haben.

Doch die Realität zeigt, dass insbesondere Menschen vulnerabler Gruppen tagtäglich diskriminiert und ihre Rechte verletzt werden. Wenn sie in Ländern des Globalen Südens keinen Zugang zu Bildung oder sicheren Arbeitsbedingungen haben, sind ihre Chancen, der Armut zu entkommen und ein menschenwürdiges Leben aufzubauen, gering.

Die Agenda 2030 und die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs) greifen das Recht auf Gleichberechtigung und Nichtdiskriminierung ebenfalls auf. SDG5 zielt auf Geschlechtergleichstellung ab, SDG 10 auf weniger Ungleichheiten in und zwischen Ländern.

Wie Aktion Regen und ihre Partner*innen in Kenia das Recht auf Gleichberechtigung und Nichtdiskriminierung stärken

Drei Mädchen halten ein Schild mit Aufschrift "We love ourselves"
© Aktion Regen

Weibliche Genitalverstümmelung (Female Genital Mutilation, FGM), also das (teilweise) Entfernen der äußeren Geschlechtsorgane von Frauen und Mädchen aus nicht-medizinischen Gründen, stellt eine Verletzung mehrerer Rechte dar, etwa auf Gesundheit, Sicherheit und physische Integrität sowie von Kinderrechten. FGM wird in einigen Ländern mit Verweis auf die Tradition praktiziert, obwohl die UNO diese Form geschlechtsspezifischer Gewalt als Folter einstuft und sie beispielsweise in Kenia gesetzlich verboten ist.

FGM führt zu enormen körperlichen und psychischen Verletzungen und kann tödlich enden. Es hat auch soziale und wirtschaftliche Folgen, denn anschließend werden die oft sehr jungen Mädchen verheiratet, bekommen Kinder und besuchen keine Schule mehr).[1]

Together, we end FGM
Mädchen spielen Fußball
© Aktion Regen

Aktion Regen und ihre Partner*innen schützen gemeinsam seit 2021 gefährdete Mädchen in Kenia, indem sie diese während der Phasen, in denen FGM praktiziert wird, in Schutzcamps (Safe Camps) unterbringen. Sie arbeiten mit den Mädchen, aber auch mit (männlichen) Familienmitgliedern, die über die Durchführung von FGM jetzt (Eltern) oder künftig (Brüder) entscheiden. Im Zentrum steht dabei die Aufklärung über körperliche, psychische und gesellschaftliche Folgen sowie die sexuellen und reproduktiven Rechte der Mädchen.

Um das Einhalten des gesetzlichen Verbots zu fördern und ein gesellschaftliches Umdenken zu ermöglichen, kooperiert Aktion Regen mit staatlichen Vertreter*innen und lokalen Entscheidungsträger*innen, zum Beispiel mit der Polizei, Dorfvorsteher*innen und Frauen, die FGM durchführen. Dazu tragen auch Radioprogramme bei, die oft die einzige Nachrichtenquelle der Menschen sind. Darüber hinaus legen Bildungsaktivitäten und der gestärkte Selbstwert der Mädchen einen Grundstein, damit sie später einen Beruf ausüben und somit ein selbstbestimmtes Leben führen können.

Klicken, um das Video auf YouTube zu schauen.
Klicken, um das Video auf YouTube zu schauen.

Partner*innen: Amina, Tukutane und Zinduka


Links


Fußnote

[1] WHO (31.01.2023): Female genital mutilation