v.l.n.r.: Monika Fröhler (CEO des BKMC), Franz Wirtenberger (stv. Leiter der Sektion IV, EU, Internationales und Grundsatzfragen im BKA) und Annelies Vilim (Geschäftsführerin der AG Globale Verantwortung) eröffnen das zweite SDG Dialogforum Österreichs am 06.10.2022 © Ban Ki-moon Centre / flickr.com

Unter dem Motto Aktuelle Chancen & Perspektiven zur Umsetzung der Agenda 2030 fand am 06. und 07.10.2022 das zweite SDG Dialogforum Österreichs in Wien statt. In vier interdisziplinären und ressortübergreifenden Diskussionsrunden sowie einer Podiumsdiskussion debattierten Expert*innen unter anderem über die Frage, welche Prioritäten und Schritte es zu setzen gilt, um nachhaltige Entwicklung in Österreich sowie global voranzutreiben und welche Partnerschaften es dafür braucht. Das bereits zum zweiten Mal veranstaltete gemeinsame Forum der österreichischen Bundesverwaltung, des Ban Ki-moon Centre for Global Citizens und der Plattform SDG Watch Austria bot rund 650 Teilnehmenden zusätzlich zu spannenden Diskussionen auch Einblicke in Good-Practice-Beispiele.

In Innovationspools Querschnittsthemen diskutieren

In vier Online-Innovationspools diskutierten Vertreter*innen aus Verwaltung, Zivilgesellschaft, Wissenschaft und Wirtschaft brandaktuelle Querschnittsthemen:

  1. Wie viel Energie braucht Österreich? Wege zu einer sozial- und naturverträglichen Energiewende
  2. Skills für das 21. Jahrhundert
  3. Gleiche Chancen, Wohlergehen und soziale Inklusion von Kindern und Jugendlichen
  4. Österreichs Entwicklungspolitik. Auf multiple Krisen reagieren. Resilienz fördern

Am 07.10.2022 präsentierten Raporteur*innen die Ergebnisse ihrer Innovationspool-Diskussionen vom Vortag. Diese waren so vielfältig wie die vier Querschnittsthemen. Wiederkehrendes Element war jedoch der Wunsch nach konkreten, strukturellen Maßnahmen sowie langfristigen Lösungen, um aktuellen sowie zukünftigen Herausforderungen zu begegnen. Franz Michael Fehr, SDG-Koordinator der Universität für Bodenkultur Wien und Rat-Vorsitzender des Projekts UniNetZ, stellte jene von Innovationspool 4 vor:


Ergebnisse von Innovationspool 4 für die österreichische Entwicklungspolitik

Es reiche nicht, auf Krise nach Krise mit Notmaßnahmen zu reagieren. Zu diesem Schluss kamen Expert*innen aus Verwaltung, Zivilgesellschaft, Wissenschaft und Wirtschaft im Rahmen von Innovationspool 4. Es brauche mehr Investitionen in nachhaltige, langfristige Entwicklung, die auch auf das Know-how der Bevölkerung und lokaler Partner*innen in Ländern des Globalen Süden baue.

Die Teilnehmenden einigten sich auf eine gemeinsame „Umsetzungspartnerschaft“: Im Sinne von SDG 17, Partnerschaften zur Erreichung der Ziele, wollen sie analysieren, wie Ernährungssysteme in Ländern des Globalen Südens resilienter werden können. Ausgangspunkt bietet ein Projekt der Austrian Development Agency, das die Expert*innen auch in Hinblick auf mögliche, für Ernährungssicherheit relevante Trends untersuchen wollen. Im Anschluss an das SDG Dialogforum ist bereits eine gemeinsame Kick-off-Veranstaltung geplant.


Podiumsdiskussion: „Wir brauchen mehr als schöne Worte“

Verteter*innen der Zivilgesellschaft mit Teilnehmenden des hochrangigen Podiums am 07.10.2022
Verteter*innen der Zivilgesellschaft mit Teilnehmenden des hochrangigen Podiums am 07.10.2022 (v.l.n.r.): Marvin Huber (UN-Jugenddelegierter der Bundesjugendvertretung), Katja Hummer (Vorstand von CliMates), Bundesminister Johannes Rauch, Bundesministerin Karoline Edtstadler, Moderatorin Corinna Milborn, Monika Fröhler (CEO des BKMC), Peter Launsky-Tieffenthal (Generalsekretär des BMEIA), UNIDO-Generaldirektor Gerd Müller und Franz-Michael Fehr (SDG-Koordinator der BOKU Wien und Rat-Vorsitzender des Projekts UniNEtZ). © Ban Ki-moon Centre / flickr.com

Als eines der Highlights des diesjährigen SDG Dialogforums diskutierten Bundesministerin Karoline Edtstadler, Bundesministerin Leonore Edtstadler, Bundesminister Johannes Rauch, UNIDO-Generaldirektor Gerd Müller und Peter Launsky-Tieffenthal, Generalsekretär des BMEIA, über Perspektiven und nächste Schritte zur Umsetzung der Agenda 2030. Moderatorin Corinna Milborn wollte unter anderem von ihnen wissen, wie der Diskurs mit Zivilgesellschaft, Wissenschaft und Medien gestärkt werden könne und fragte nach sozialen Aspekten im Zuge der Energiewende. Darüber hinaus diskutierte das hochrangige Podium über Generationengerechtigkeit und wie wichtig es sei, jugendliches Engagement zu stärken. Mit der Frage, wie Lieferkettengesetze dazu beitragen können, Klima und Umwelt in Ländern des Globalen Südens zu schützen, rückte die Runde auch internationale Entwicklungen ins Zentrum.

Agenda 2030: Kompass aus multiplen Krisen

Die Redner*innen und Podiumsgäste des zweiten SDG Dialogforums Österreichs waren sich einig: Die Agenda 2030 und ihre 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung seien der Kompass für den Weg aus aktuellen, multiplen Krisen, aber auch in eine lebenswerte Zukunft. Der globale Aktionsplan richte sich an alle und zeige die gemeinsame Verantwortung, aktuelle und zukünftige Herausforderungen gezielt und partnerschaftlich anzugehen, auf. Deutlich ging aus den Diskussionen hervor, dass auf dem Weg bis 2030 weiterhin viel zu tun bleibe, um ein menschenwürdiges Leben für alle auf einem gesunden Planeten zu ermöglichen. Doch „die SDGs können uns zeigen, dass unsere beste Welt noch vor uns liegen kann“, betonte UNDP-Chef Achim Steiner in einer Videobotschaft.


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