Broschüre und Video Die Unfaire Milch - Agrar- und Entwicklungspolitik im Widerspruch?

Welche Auswirkungen hat die Agrar- und Subventionspolitik Österreichs und der EU auf die ländliche Entwicklung in Entwicklungsländern wie Burkina Faso und welche Lehren können daraus gezogen werden? Sind beispielsweise die Rahmenbedingungen in Österreich und auf europäischer Ebene ausreichend, um unterschiedliche Interessen und Politikbereiche so aufeinander abzustimmen, dass sie entwicklungspolitischen Zielsetzungen gerecht werden? Diese zentralen Fragestellungen stehen im Fokus unserer Broschüre mit dem Titel "Die Unfaire Milch - Agrar- und Entwicklungspolitik im Widerspruch?" 

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Mit der 2030 Agenda und den darin enthaltenen Zielen für Nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, kurz SDGs) hat die Internationale Staatengemeinschaft ein Rahmenwerk geschaffen, das durch die Verbindung ökologischer, sozialer und ökonomischer Komponenten eine erstrebenswerte Zukunft für die Welt schaffen kann. Diese Ziele wird man aber nur erreichen können, wenn es ein Zusammenwirken verschiedener Politikfelder zur Erreichung übergeordneter Entwicklungsziele oder zumindest die Vermeidung eines politischen Handelns gibt, das entwicklungspolitischen Zielen zuwiderläuft. Diese Forderung findet sich im Konzept der Politikkohärenz im Interesse nachhaltiger Entwicklung (PCSD) wieder, zu dem man sich zuletzt im Europäischen Konsensus für Entwicklung verstärkt bekannt hat und das auch im EZA-Gesetz von Österreich verankert ist.

Leider wird das Konzept trotz dieser Bekenntnisse oft nur unzureichend eingehalten. Diese Broschüre zeigt anhand des konkreten Beispiels der Agrarsubventionen im Bereich des Milchsektors auf, dass es inkohärente Politiken in Österreich und der EU gibt, die den Entwicklungszielen entgegenstehen. Wir legen dar, warum die Subventionspolitik der EU in den letzten Jahrzehnten zu Milchüberschüssen und volatilen Preisen beigetragen hat, beleuchten sowohl die Auswirkungen dieser Politik auf die ländlichen Strukturen in Österreich und vor allem auch auf die Länder des Globalen Südens. Im vorliegenden Fallbeispiel haben wir uns die Situation in Burkina Faso genauer angesehen. Mit dem folgenden Videostatement von René Millogo, der bei der Organisation PASMEP (Initiative zur Unterstützung von Milchviehhirten in Burkina Faso) arbeitet, haben wir auch einem direkt Betroffenen vor Ort die Möglichkeit gegeben, Stellung zu nehmen. Am Ende der Broschüre finden sich  aus den Erkenntnsissen abgleitete agrarpolitische sowie institutionelle Empfehlungen, um mit möglichen Widersprüchen und Interessen besser umgehen zu können.  

Link zur Broschüre

René Millogo (PASMEP- Initiative zur Unterstützung von Milchviehhirten in Burkina Faso)