CONCORD Report 2016 Sustainable Development - The stakes could not be higher

(30.11.2016 - Bericht) Am 18.11.2016 wurde der neue CONCORD-Report in Brüssel präsentiert. Allgegenwärtiges Thema des Berichts bilden die 2030-Agenda der UNO und die darin enthaltenen Nachhaltigen Entwicklungsziele (SDGs). Die zentrale Aussage ist eindeutig: Ohne einer Intensivierung des Einsatzes und einer umfassenden Strategie wird die Europäische Union die Ziele der 2030-Agenda nicht erreichen können. Anhand von fünf Beispielen werden Handlungsmöglichkeiten für die Implementierung der 2030-Agenda durch die EU und ihre Mitgliedstaaten analysiert.

concordreport2016

Kapitel 1 `COUNTDOWN TO TRANSFORMING THE WORLD:  SO LITTLE TIME SO MUCH WORK TO DO´

Ein Jahr nach Implementierung der SDGs, gibt es noch immer keinen Umsetzungsplan der Europäischen Union. Daher wird eine allumfassende Strategie, welche bereits existierende Initiativen aufzeigt sowie Prioritäten aufgrund von identifizierten Lücken setzt und eine leitende Funktion der EU im Hinblick auf die Umsetzung der 2030-Agenda, die als treibende Kraft sowohl für die EU-Institutionen als auch Mitgliedstaaten agiert, gefordert. Eine einheitliche, transparente, partizipative und inklusive Berichterstattung auf globaler und nationaler Ebene sowie ein fundiertes Monitoring sowohl der Fortschritte der Mitgliedstaaten als auch auf EU-Ebene sind nötig.

Kapitel 2 `POLICY COHERENCE FOR SUSTAINABLE DEVELOPMENT: MANY POLICIES ONE OBJECTIVE´

Im zweiten Kapitel wird anhand von einigen Beispielen aufgezeigt, dass die Europäische Union und ihre Mitgliedstaaten ihr Handeln in Bezug auf die PCSD (‘Policy Coherence for Sustainable Development‘) ändern müssen, um ihren Verpflichtungen gerecht zu werden – dabei wird vor allem auf die Auswirkungen von EU-Politiken auf weniger wirkungsmächtige AkteurInnen der globalen Gesellschaft hingewiesen. CONCORD fordert die Europäische Union dazu auf, die Auswirkungen ihrer Politikentscheidungen im Hinblick auf Armutsminderung, Menschenrechte und den vier Dimensionen der nachhaltigen Entwicklung in Ländern des Globalen Südens besser einzuschätzen sowie Initiativen abzulehnen, die letztendlich den genannten Zielsetzungen schadeten.

Kapitel 3 `SUSTAINABLE FOOD CONSUMPTION AND PRODUCTION – FROM FARM TO FORK´

In diesem Kapitel werden die zentralen Themen der 2030-Agenda in Bezug auf Asymmetrien in der Nahrungsmittelproduktion und -konsumation diskutiert. Gefordert werden Handelsabkommen, die sogenannten Entwicklungsländern die Entwicklung eines eigenen landwirtschaftlichen Sektors erlauben sowie KleinbäuerInnen unterstützen. Dabei hat die Europäische Union auch die Verantwortung, Arbeitsrechte entlang der Wertschöpfungskette, und den Schutz der natürlichen Ressourcen zu gewährleisten, sowie die eigene Nahrungsmittelproduktion und den Import von Lebensmitteln zu überdenken. Sich allein auf Wachstum im Lebensmittel- und Agrarsektor zu beschränken, ohne auf umweltbezogene, politische und soziale Aspekte einzugehen, kann Ungleichheiten noch verstärken und zu einem Machtgewinn autoritärer Eliten beitragen.

Kapitel 4 `MIGRATION: SAFEGUARDING THE DEVELOPMENT ASPECT AND RESPECTING HUMAN RIGHTS´

In diesem Kapitel wird auf die Behandlung der Migrationsthematik auf EU-Ebene sowie auf die Rolle, die dabei der Privatsektor einnimmt, fokussiert. Beanstandet wird, dass in der Europäischen Union das Thema Sicherheit dominiert, wohingegen die positiven Aspekte von Migration sowie das Thema Migration und Menschenrechte oft außer Acht gelassen werden. Die vernachlässigt differenzierte Behandlung der Ursachen von Flucht, Migration und Mobilität auf EU-Ebene riskiert, dass sich negativ konzipierte Fremdbilder verfestigen und dabei Angst schüren, was zu einem weiteren Anstieg von Anti-Immigrations-Gruppierungen in den Mitgliedstaaten beitragen kann.

Kapitel 5 `MEASURING PROGRESS: THE END OF GDP?´

Untersucht wird im letzten Kapitel, inwieweit das Bruttoinlandsprodukt als Indikator herangezogen werden kann, um Fortschritt und Wohlstand zu messen. Denn fest steht, dass ein großes Wirtschaftswachstum, welches das BIP misst, nicht jedem und jeder zum Vorteil gereicht. Es wird ein neuer Narrativ und es werden neue Indikatoren gefordert, die auch soziale und ökologische Faktoren umfassen – also Messgrößen, welche die wahren Kosten unseres Wirtschaftssystems für Menschen und Erde aufzeigen.

Der CONCORD-Report als Download

(kkr)

Durch die Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich mit dem Einsatz von Cookies einverstanden. Mehr Informationen