© Screenshot / AG Globale Verantwortung

Auch fünf Jahre nach ihrer Gründung lasst der Umgang der AIIB mit Genderthemen zu wünschen übrig. Anders als die meisten anderen Internationalen Finanzinstitutionen (IFIs) verfügt die AIIB über keine eigenständige und verpflichtende Gender Policy oder Genderstandards. Zivilgesellschaftliche Organisationen fordern die AIIB daher seit vielen Jahren dazu auf, die geschlechtsspezifischen Auswirkungen all ihrer Aktivitäten zu berücksichtigen. So auch in einem aktuellen gemeinsamen Brief von 44 zivilgesellschaftlichen Organisationen, den wir mitunterzeichnet haben.

Unter anderem empfehlen wir der AIIB eine eigenständige und verpflichtende Gender Policy zu verabschieden, die die Kund*innen der Bank dazu verpflichtet, geschlechtsspezifische negative Auswirkungen ihrer Projekte zu verhindern, gender assessments und gender action plans umzusetzen sowie geschlechtsspezifische Auswirkungen in ihren Sozial- und Umweltrisikoeinschätzungen zu berücksichtigen. Wir fordern die Bank auch dazu auf, die Einbeziehung von Frauen und LGBTQ-Personen in ihren Konsultationen sicherzustellen sowie durch die Einstellung von Genderexpert*innen gendergerechte Investitionen zu unterstützen.

Follow-Up

Bei einem Treffen von CSOs mit Vertreter*innen der europäischen Stimmrechtsgruppen in der AIIB am 18.10. sicherten diese ihre Unterstützung für die Inhalte des gemeinsamen Briefs zu. Die einzeilige Antwort der AIIB (“The gender issues are at the very heart of AIIB, and we in the Management will not relax our efforts to improve gender balance and empower women in our development investments.”) zeigen, dass diese Unterstützung dringend nötig ist, um eine tatsächliche Verbesserung herbeizuführen.

(ir)


Links

Brief an die AIIB (25.10.2021): Strengthening Gender-Climate Dimensions