In zahlreichen Ländern verschlechtern politische und wirtschaftliche Einflussnahmen die Rahmenbedingungen für zivilgesellschaftliches Engagement und unabhängigen Journalismus. Fehlende Förderungen für Qualitätsmedien begünstigen zusätzlich die Verbreitung von Mis- und Desinformation. Nach Angaben von Reporter ohne Grenzen befindet sich inzwischen mehr als die Hälfte aller Länder weltweit in einer „schwierigen“ oder sogar „sehr ernsten“ Lage.

  • Im Jahr 2024 verzeichnete das Business and Human Rights Centre allein 655 Einschüchterungsklagen (SLAPP-Klagen) und Angriffe gegen Journalist*innen, Menschenrechtsverteidiger*innen, NGOs und Gewerkschaften, die sich gegen unlautere Konzernpraktiken eingesetzt hatten. 53 Personen wurden ermordet.
  • Regierungen beschneiden bestehende Menschenrechte, etwa von Frauen und LGBTIQ+-Personen, und kriminalisieren entsprechende Informationsangebote und persönliches Engagement.
  • Trotz ihrer Expertise werden zivilgesellschaftliche Organisationen zunehmend von politischen Entscheidungsprozessen ausgeschlossen und ihre Leistungen in Bereichen wie Soziales, Gesundheit, Bildung sowie Umwelt- und Klimaschutz finanziell gekürzt.

Die Aushöhlung demokratischer Freiräume ist längst kein Phänomen einzelner autoritärer Staaten mehr. Auch in etablierten Demokratien geraten kritische Medien und zivilgesellschaftliche Organisationen zunehmend unter Druck. In Deutschland sorgten etwa pauschalisierende Äußerungen von Bundeskanzler Friedrich Merz über NGOs für Aufsehen. In Österreich werden politische und wirtschaftliche Einflussnahmen auf Medien seit Jahren diskutiert. Zuletzt kritisierte der Rechnungshof erneut das österreichische Medienfördersystem und empfahl stärkere Qualitätskriterien sowie Maßnahmen zur Förderung der Medienvielfalt.

Vor diesem Hintergrund widmet sich die Veranstaltung den aktuellen Herausforderungen und möglichen Lösungsansätzen im Spannungsfeld von Medienfreiheit und Zivilgesellschaft.

Programm

Begrüßungsworte

Dr. Stephan Gasser, Chief Executive Officer der FHWien der WKW

Online-Keynote (auf Englisch)

mit Baia Pataraia, Direktorin der Frauenrechtsorganisation Sapari (Georgien)

In ihrer Online-Keynote schildert die georgische Menschenrechtsanwältin Baia Pataraia die aktuelle Lage für Medien und Zivilgesellschaft in Georgien, nachdem 2025 das georgische Parlament ein Gesetz zur Einschränkung der finanziellen Unterstützung von NGOs und Medien aus dem Ausland nach russischem Vorbild verabschiedete. Zudem gibt sie Einblicke in die anhaltenden zivilen Proteste nach den Parlamentswahlen 2024 und erläutert, welche Erwartungen Anhänger der georgischen Demokratie und EU-Beitrittsbefürworter*innen an die EU und ihre Mitgliedstaaten haben.

Podiumsdiskussion

Anschließend diskutieren folgende Expert*innen zum Thema:

  • Wolfgang Jamann, Berater im Bereich internationaler Governance und Leadership für zivilgesellschaftliche Organisationen, Vorstandsmitglied von Wikimedia Deutschland und Vizepräsident von CARE Deutschland
  • Eva Linsinger, Journalistin, Sendungsverantwortliche des ORF-Magazins „Report“
  • Krisztina Rozgonyi, Senior Scientist am Institute for Comparative Media and Communication Studies, Universität Klagenfurt, und am Austrian Institute for Technology
  • Martin Wassermair, Generalsekretär von Reporter ohne Grenzen Österreich

Moderation: Stefan Wallner, Geschäftsführer des Bündnisses für Gemeinnützigkeit

Im Anschluss laden wir zum gemeinsamen Austausch und Buffet ein.


Anmeldung

Anmeldung ist in Kürze möglich.


Kontakt

veranstaltungen@globaleverantwortung.at

Diese Veranstaltung wird organisiert von Carola Leitner (FHWien der WKW) und Hannah Hauptmann (AG Globale Verantwortung).


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