Arbeitsgemeinschaft für Entwicklung und Humanitäre Hilfe
Nachlese & Video
Als Schlussredner bei einer parlamentarischen Veranstaltung am 6. Mai in Wien hat Lukas Wank, Geschäftsführer der AG Globale Verantwortung, vor einem Bumerang-Effekt gewarnt und an die österreichische Bundesregierung appelliert, das Budget für internationale Hilfe auf dem Niveau von 2024 abzusichern.
Kürzungen in der internationalen Entwicklung, Humanitären Hilfe und Friedensförderung seien ein menschlicher und strategischer Fehler – für die Sicherheit, das Wohlergehen und die Lebensgrundlagen sowohl von benachteiligten Menschen in Ländern des Globalen Südens und weltweiten Krisengebieten als auch der Menschen in Österreich und Europa. Das war das Fazit der parlamentarischen Veranstaltung Hat internationale Hilfe noch eine Zukunft?, zu der der Grüne Klub am 6. Mai ins Palais Epstein in Wien einlud.
Auf die Eröffnungsworte der Grünen Klubobfrau Leonore Gewessler folgten kurze Beiträge der EZA-Bereichssprecher*innen David Stögmüller von den Grünen und Petra Bayr von der SPÖ (per Video). Anschließend berichteten Mirjana Spoljaric Egger, Präsidentin des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz, Martin Frick, Direktor des UN World Food Programme für Deutschland, Österreich und Liechtenstein (online zugeschalten), und Victoria Roșa, Botschafterin der Republik Moldau in Österreich, in Keynotes über die zugespitzte Lage in weltweiten Krisen- und Konfliktgebieten. An dieser habe der verheerende Paradigmenwechsel in der internationalen Zusammenarbeit großen Anteil.
Daraufhin begab sich Mirjana Spoljaric Egger in eine aufschlussreiche Podiumsdiskussion mit Andrea Barschdorf-Hager, Geschäftsführerin von CARE Österreich, und Melissa Dobner-Mujanayi, Direktion Verteidigungspolitik des Bundesministeriums für Verteidigung. Sie benannten einige Ausgangspunkte des Paradigmenwechsels: geopolitische Umbrüche, autoritäre Tendenzen, Sparzwänge und der Fokus auf nationale Eigeninteressen. Auf benachteiligte und gefährdete Menschen werde weltweit immer weniger Rücksicht genommen.
„Egoismus ist keine nachhaltige Strategie“, erklärte Mirjana Spoljaric Egger dazu. Melissa Dobner-Mujanayi zeichnet nach, wie sich die Krisen und Konflikte in Ländern des Globalen Südens direkt wie indirekt auf die globale Wirtschaft auswirken würden. Zudem seien wir „lange von dem Punkt entfernt, wo Sicherheit nur die Sicherheit des Staates ist.“
Nach kurzen Beiträgen der NEOS-Bereichssprecherin Henrike Brandstötter und von Caroline Hungerländer von der ÖVP Wien war unser Geschäftsführer Lukas Wank eingeladen, die Schlussworte zu halten. Er warnte vor einem Bumerang-Effekt mit Folgen für die Menschlichkeit und für Österreich. Eine verantwortungsvolle Politik investiere deshalb in weltweiten Zusammenhalt. Abschließend appellierte er an die österreichische Bundesregierung, das Budget für internationale Hilfe auf dem Niveau von 2024 abzusichern.
(hh/jl)