Arbeitsgemeinschaft für Entwicklung und Humanitäre Hilfe
Presseaussendung
Doppelbudget 2027/28: NGOs appellieren an die Bundesregierung, Gelder für internationale Entwicklung, Humanitäre Hilfe und Friedensförderung auf 2024er-Niveau abzusichern
„In einer Weltlage mit so vielen Konflikten wie seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr, in der zuletzt bis zu 720 Millionen Menschen hungerten und rund 120 Millionen Menschen als Vertriebene galten, ist politische Weitsicht gefragt. Die österreichische Bundesregierung ließ jedoch an Weitsicht vermissen, als sie ausgerechnet die Gelder für internationale Entwicklung, Humanitäre Hilfe und Friedensförderung überproportional kürzte. Seit 2024 ging das Budget für den Auslandskatastrophenfonds und die Austrian Development Agency fast um ein Drittel zurück. Die für 2025 geplanten Gelder für internationale Klimaprojekte wurden nie bereitgestellt“, kritisiert Lukas Wank, Geschäftsführer der AG Globale Verantwortung.
Der entwicklungspolitische und humanitäre Dachverband lud heute gemeinsam mit Mitgliedsorganisationen zu einem Pressetermin auf den Wiener Heldenplatz und betonte, dass diese Sparmaßnahmen nicht nur unsolidarisch, sondern auch ein strategischer Fehler seien. „Österreich gefährdet Partnerschaften, schmälert seine internationale Handlungsfähigkeit und verliert die Expertise österreichischer und lokaler Organisationen. Was einmal kaputtgespart ist, lässt sich nicht auf Knopfdruck wieder aufbauen“, warnt Wank.
Die Regierung ignoriere, dass auch Österreich und die Menschen hierzulande auf weltweite Krisenprävention, Stabilisierung und Wiederaufbau angewiesen seien, betont Wank. „Die Kürzungen kommen zurück wie ein Bumerang – nicht erst morgen, sondern schon heute. Aber: Die Regierung hat es in der Hand. Mit dem Doppelbudget für 2027 und 2028 kann sie kluge und wirksame Prioritäten setzen, zu einer friedlicheren, gerechteren und stabileren Welt für alle beitragen, und sicherstellen, dass Österreich weltweit handlungsfähig bleibt. Wir appellieren daher an die Regierung, die Kürzungen rückgängig zu machen und das Budget für internationale Entwicklung, Humanitäre Hilfe und Friedensförderung zumindest auf dem Niveau von 2024 absichern.“
Fotos können heruntergeladen und unter Angabe des Copyrights veröffentlicht werden.
(hh)