Bildung für junge Frauen und Mütter sichern Afrika, Sambia, CARE Österreich Aus- & Weiterbildung, Geschlechtergerechtigkeit & Frauen, Kinder- & Jugendhilfe
Bildung für junge Frauen und Mütter sichern In den Provinzen Luapula und Nordwest in Sambia gehen zwar viele Mädchen in die Grundschule, aber deutlich weniger schaffen den Schritt in die weiterführende Schule. Viele brechen früh ab – weil sie verheiratet werden, im Haushalt helfen müssen oder schwanger werden. Zwar gibt es in Sambia das Recht für Mädchen, nach einer Schwangerschaft wieder in die Schule zurückzukehren, doch in der Praxis gelingt das selten: Es fehlt an Kinderbetreuung, Unterstützung und Verständnis im Umfeld. Berufliche Ausbildungszentren bieten Jugendlichen nur begrenzt Perspektiven, weil die Lehrpläne veraltet sind und der Bezug zum Arbeitsmarkt oft fehlt. So bleiben Mädchen und junge Frauen ohne Abschluss, ohne Ausbildung und ohne echte Chance auf ein eigenes Einkommen – mit Folgen für ihr gesamtes weiteres Leben. Damit junge Frauen und Mütter dauerhaft Zugang zu Bildung und Lebenskompetenzen erhalten, verbindet das CARE-Projekt EAGER eine auf ihre Bedürfnisse abgestimmte Ausbildung mit Gemeinschaftsarbeit, Sozialschutz und institutioneller Stärkung. Um Schulabbrüche aufzufangen, unterstützt CARE staatlich anerkannte Accelerated-Learning-Kurse für 6.000 Mädchen und junge Mütter, die nicht (mehr) zur Schule gehen. In diesen Kursen erwerben sie Lese-, Schreib- und Rechenkompetenzen sowie wichtige Lebenskompetenzen, damit sie in das formale Schulsystem zurückkehren oder in die berufliche und unternehmerische Ausbildung (TEVET) einsteigen können. Parallel arbeitet CARE mit TEVET-Institutionen daran, Lehrpläne zu aktualisieren und stärker an den Bedarf des Arbeitsmarktes anzupassen, damit Absolventinnen bessere Chancen auf Beschäftigung und ein eigenes Einkommen haben. Gemeinsam mit der Privatwirtschaft schafft das Projekt Stipendien, Praktika und arbeitsplatzbezogene Lernangebote, damit junge Frauen praktische Erfahrungen sammeln und leichter in den Arbeitsmarkt einsteigen können. Damit junge Mütter überhaupt am Unterricht teilnehmen können, unterstützt EAGER den Aufbau gemeinschaftsbasierter Kinderbetreuung. Lehrkräfte und Mitarbeitende in TEVET-Zentren werden in Pädagogik, psychosozialer Unterstützung und zum Recht auf Wiedereinstieg geschult, damit sie junge Frauen und Mütter besser begleiten und eine angemessene Lernumgebung schaffen können. EAGER setzt auch bei den sozialen Normen an. In Jugendclubs für Mädchen und Jungen – sowohl in der Schule als auch außerhalb – erhalten Jugendliche Informationen, z.B. rund um sexuelle und reproduktive Gesundheit oder Schutz vor Gewalt. Diese Clubs bieten einen sicheren Raum, in dem sie Fragen stellen, Erfahrungen teilen und Selbstvertrauen entwickeln können. Ergänzend finden Gemeindedialoge und Sensibilisierungskampagnen statt, in die Eltern, Erziehungsberechtigte sowie traditionelle und religiöse Führungspersonen einbezogen werden. Sie ermutigen dazu, schädliche Rollenbilder zu hinterfragen und den Wert von Mädchenbildung anzuerkennen. Um die Qualität der staatlichen sozialen Services zu verbessern, setzen Mädchen und junge Mütter CAREs Community Score Card ein: In diesem Beteiligungsprozess geben sie Rückmeldung zu staatlichen Unterstützungsangeboten, benennen Lücken und tragen dazu bei, dass Leistungen besser geplant und umgesetzt werden. Gleichzeitig bringt das Projekt Behörden, Bildungseinrichtungen, Gemeinden und Privatwirtschaft an einen Tisch, um die Angebote für Mädchen besser zu verzahnen. So entstehen langfristig Strukturen, die Mädchen und jungen Frauen in Sambia mehr Chancen auf Bildung, Schutz und ein selbstbestimmtes Leben bieten. Fördergeber*innen: EU, International Partnerships Austria, Spendenmittel von CARE Österreich Infos & Kontakt https://care.at/projekte/bildung-fuer-junge-frauen-und-muetter-sichern/ Ruth PollakE-Mail: Ruth.Pollak@care.at Ziele für nachhaltige Entwicklung