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#Together we end FGM!

Gemeinsame Ansätze zur Abschaffung von FGM/C

Gemeinsam mit der mit der kenianisch-deutschen Organisation Zinduka setzen wir kooperative und nachhaltige Ansätze zur Beseitigung von FGM/C (Female Genital Mutilation/Cutting), Kinderheirat, Teenager-Schwangerschaften und Menstruationsarmut um, welche sich auf jedes Land übertragen lassen. Aktion Regen und Zinduka haben dieses Programm entwickelt, um mit verschiedenen Stakeholdern und Partner*innen auf dem afrikanischen Kontinent zusammenzuarbeiten und nachhaltiges Empowerment zu entwickeln.

Mit dem Pilotprojekt haben wir 2021/22 in Kenia begonnen. Hier ist seit 2001 weibliche Genitalverstümmelung verboten. Dennoch wird diese medizinisch nicht begründete brutale Verletzung des Intimbereiches Jahr für Jahr an tausenden Mädchen im Land praktiziert, u.a. bei den Kuria.

Wir bieten anderen Organisationen Hilfestellung bei der Durchführung von Anti-FGM-Projekten durch folgende Schwerpunktmaßnahmen:

FeMale Empowerment

Unser Programm bietet Mädchen, die von FGM/C bedroht sind, und ihren Familienmitgliedern Wissen und Information zu den folgenden Themen: FGM/C, sexuelle und reproduktive Gesundheit und Rechte (SRGR), Familienplanung, Kinderrechte, soziale und persönliche Entwícklung und Berufswahl. Letztere Themen werden von unserem Partner Tukutane durchegeführt, um Mädchen Role Models in Beruf und Karriere vorzustellen.

Schutz vor FGM/C

In sogenannten Safe Camps, die während der Beschneidungszeit (cutting season) von uns durchgeführt werden und den Mädchen Schutz und ganzheitliches Training und Persönlichkeitsstärkung bieten, werden die Eltern und vor allem die Brüder miteinbezogen. Junge Männer sind potentielle Heiratskandidaten. Sie brauchen Information und Argumente, um sich gegen diese menschenrechtsverletzende Praxis stellen zu können. Sie müssen vor allem gegenüber ihren Großeltern und den Ältesten überzeugende Argumente vorbringen, ausschließlich unbeschnittene, unversehrte Mädchen heiraten zu wollen.

Training in Familienplanung und sexueller Gesundheit

RAIN WORKERs von Aktion Regen - das sind Multiplikator*innen für Familienplanung und sexuelle und reproduktive Gesundheit und Rechte - sind als Betreuer*innen der Mädchen aktiv, erklären z. Bsp. dass die Klitoris ein Organ ist, welches nicht beschnitten werden darf, besprechen mit den Mädchen was ein Kind braucht, und welche Rechte es hat, und machen sie mit ihrem Zyklus vertraut und bringen ihnen Fertilitätsbewußtsein. Die BIG 5 TEACHING TOOLS, die Aufklärungsmaterialien von Aktion Regen helfen, diese komplexen Themen den Mädchen einfach und verständlich zu vermitteln.

Auf dem Foto erklärt RAIN WORKER Gaudentia Sabbas mit dem Aktion Regen KLITORISTOOL, dass die Klitoris ein Organ ist.

Sensibilisierung der Bevölkerung

Safe Camps alleine sind zu wenig. Sie sind eine Notmaßnahme. Daher müssen das ganze Jahr über die Communities ssensibilisiert werden. RAIN WORKERs führen Radiotalks in lokalen Sprachen durch, besuchen regelmäßig die Familien der bedrohten Kinder, und treten in Kontakt zu lokalen Behörden, um ein Ende von FGM/C zu erreichen.

Schulprogramm

Zinduka und Aktion Regen haben einen Lehrplan entwickelt, der sich an Schüler*innen, Lehrpersonen und Eltern richtet und einen ganzheitlichen Zugang zu FGM/C bietet. FGM/C darf nicht isoliert als physische Verstümmelung betrachtet werden. Der Akt geht einher mit der Frau-werdung eines Mädchens. Schullabbruch, Frühverheiratung und Teenager-Schangerschaft und deren Konsequenzen für die Mädchen, aber auch für die Gesellschaft, werden uzusammen mit positiver Erziehung, und Kinderrehten unterrichtet.

Sharing is Caring

Durch unsere Trainings, den Austausch und die Verbreitung unseres Konzeptes unterstützen wir lokale und internationale Organisationen, unsere Instrumente zu nutzen, um so positive Veränderungen zur Abschaffung von FGM/C, Kinderheirat, Teenagerschwangerschaften und Menstruationsarmut zu bewirken.

Das #TogetherWeEndFGM-Programm wird von der deutschen Stiftung Mensch und Tier unterstützt. Amina, aktiv für Menschen in Not ist ein weitere Partner, der am Programm finanziell mitwirkt, und gemeinsam mit Tukutane jene Mädchen auffängt, die dennoch beschnitten wurden, um ihnen zumindest eine Berufsmöglichkeit zu geben.

Change of attitude

Cess Kui, die Leiterin des Safe Camps erzählt die Geschichte eines Vaters, der am Väterforum teilgenommen hat, wo er eingehend über die gesundheitlichen Auswirkungen von FGM auf Mädchen aufgeklärt wurde. Er lernte sowohl die kurz- als auch die langfristigen gesundheitlichen Auswirkungen der Praxis und war sehr überrascht, als er sah und erfuhr, was diese Praxis jungen Mädchen und Frauen anrichtet und will das auf keinen Fall mehr für sein eigenes Kind. Auf dem Heimweg mit den anderen Vätern diskutierten er weiter und die Männer ermutigten sich gegenseitig, diese Praxis ein für alle Mal aufzugeben.


Infos & Kontakt

www.aktionregen.at/projekte/safecamps-kuria

Dr. Ines Kohl
Geschäftsführung
Tel: +43 1/720 66 20
E-Mail: ines.kohl@aktionregen.at
www.aktionregen.at

Ziele für nachhaltige Entwicklung

03 Gesundheit und Wohlergehen04 Hochwertige Bildung05 Geschlechtergleichstellung