Zivilgesellschaftlicher Austausch Voice to the voiceless – Menschenrechtliche Arbeit zum Recht auf Nahrung in Indien

(Veranstaltung - 19.4.2018) Zivilgesellschaftlicher Austausch mit Colin Gonsalves, Right Livelihoods Award Winner, Menschenrechtsanwalt und Projektpartner der Dreikönigsaktion der Katholischen Jungschar 

Zeit: Donnerstag, 19.04.2018 – 13:00 bis 16:00 Uhr
Ort: Dreikönigsaktion der Katholischen Jungschar (DKA), Wilhelminenstr. 91/IIf, 1260 Wien

In Indien stehen Menschenrechtsverletzungen für Millionen an der Tagesordnung, beispielsweise in den nordöstlichen Bundesstaaten, in denen die DKA Rechtshilfe-Projekte fördert. Der Zugang marginalisierter Bevölkerungsschichten zur Justiz ist stark beschränkt. Viele zivilgesellschaftliche Organisationen haben darüber hinaus wenig Möglichkeiten, Unterstützung bei der Einforderung von Rechtsstaatlichkeit, sowohl bei politischen als auch wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Menschrechten (WSK-Rechten), zu erhalten.
Das Recht auf Nahrung, das in der indischen Verfassung verankert ist, ist ein wesentlicher Faktor, der zur Lebensqualität und zum Überlebenskampf von marginalisierten Bevölkerungsgruppen beiträgt.

Das von Colin Gonsalves gegründete Human Rights Law Network setzt sich seit über 35 Jahren dafür ein, den Rechtsweg für marginalisierte Menschen zugänglich zu machen. Für diese Arbeit wurde Herrn Gonsalves 2017 der Right Livelihoods Award („Alternativer Nobelpreis“) verliehen. Seiner Arbeit ist es im Wesentlichen zu verdanken, dass die aktuelle Rechtslage in Bezug auf das Recht auf Nahrung in Indien heutzutage so fortschrittlich ist. Die theoretische Verankerung von Rechten sagt aber noch nichts über deren Umsetzung und den Zugang zu Rechten von marginalisierten Bevölkerungsgruppen aus.

Colin Gonsalves (* 24. Mai 1952) ist ein indischer Aktivist, der sich als Anwalt für die Verteidigung von Menschenrechten einsetzt. Seit 2001 ist er am indischen Supreme Court tätig. Gonsalves gründete 1986 mit drei Kolleg/innen das Human Rights Law Network (HRLN). Anfangs war das Netzwerk besonders auf dem Gebiet Arbeitsrecht tätig, setzte sich aber zunehmlich für die Interessen mittelloser Menschen und die Umsetzung der Menschenrechte in Indien ein. Innerhalb von 30 Jahren wuchs HRLN zur größten Organisation ihrer Art in Indien mit 21 Büros und 250 Vollzeitangestellten, von denen 110 Anwält/innen sind.
Gonsalves erstritt als ,,Anwalt der Schwachen“ am indischen Supreme Court unter anderem, dass das Recht auf Nahrung inzwischen in der Verfassung Indiens festgeschrieben ist, sowie Entschädigungszahlungen für die Angehörigen von Menschen, die im Punjab getötet wurden und die Aufhebung der Immunität indischer Soldaten.
Im Jahr 2017 erhielt er für sein Engagement den alternativen Nobelpreis.

Bei dem Austausch mit Colin Gonsalves soll es unter anderem um folgende Fragen gehen:
- Wie können Anwält/innen sicherstellen, dass marginalisierte Menschen zu ihrem Recht kommen? Was sind die Chancen, was sind die Grenzen dieser Arbeit und von Popularklagen (Public interest litigation – PIL)?
- Welche Möglichkeiten eröffnet das Wissen über Menschenrechte – und wie kann es vermittelt werden?
- Was ist die Bedeutung eines Netzwerks wie HRLN für junge Anwält/innen und die zukünftige Entwicklung der Rechtssysteme?
- Welchen Beitrag können zivilgesellschaftliche Organisationen in Indien und Österreich bieten?

Weitere Informationen:

http://www.hrln.org/hrln/,
http://www.rightlivelihoodaward.org/laureates/colin-gonsalves/

Die Veranstaltung richtet sich an zivilgesellschaftliche Organisationen (insbesondere Anwaltschaftsreferent/innen, Projektbeauftragte).

Anmeldung bis 11.04.2018 unter matthias.koetter@dka.at

Einladung zur Veranstaltung