Podiumsdiskussion Steuer- und Entwicklungspolitik im Widerspruch? Was die Unternehmensbesteuerung in Österreich mit Entwicklung zu tun hat.

Alle Staaten benötigen Steuereinnahmen zur Finanzierung staatlicher Kernaufgaben wie des Bildungs- und Gesundheitswesens oder der Infrastruktur. Für Länder des Globalen Südens sind diese Einnahmen – insbesondere aus der Besteuerung von Unternehmen – besonders wichtig, um die UN-Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs) zu erreichen, also Armut zu bekämpfen und Lebensperspektiven für die Bevölkerung zu schaffen.

Wann: Dienstag, 9. Oktober 2018, 18:00 bis 20:00 Uhr

Wo: Albert-Schweitzer-Haus, Schwarzspanierstraße 13, 1090 Wien

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© flickr/Abby flat-coat

Allerdings haben gerade diese Länder geringe Steuereinnahmen. Staaten entgehen im internationalen Wettbewerb um Investitionen Einnahmen nicht nur durch „Steuerzuckerl“. Die Gründe dafür sind auch in den Ländern selbst sowie im globalen Steuersystem zu finden. Dass jenes System löchrig und intransparent ist, wurde einer breiten Öffentlichkeit unter anderem durch die sogenannten Panama und Paradise Papers bewusst. Diese Datenleaks machten erstmals anschaulich, wie vermögende Personen und global agierende Unternehmen Steuern vermeiden oder sogar hinterziehen können.

Auch Österreich gestaltet das globale Steuersystem mit – als gestaltendes Mitglied der EU, durch bilaterale Abkommen und durch die Höhe von Unternehmenssteuersätzen. In diesem Zusammenhang geht eine Broschüre der AG Globale Verantwortung, dem österreichischen Dachverband der entwicklungspolitischen und humanitären NGOs, der Frage nach, inwiefern die Steuerpolitik Österreichs im Bereich der Unternehmensbesteuerung zu nachhaltiger Entwicklung im Globalen Süden beiträgt oder diese behindert.

PROGRAMM

Aufbauend auf der Präsentation der Broschüre und der darin enthaltenen Empfehlungen soll im Rahmen der Podiumsdiskussion diskutiert werden, wie die Steuerpolitik ausgestaltet und wie Politikbereiche abgestimmt werden können, um der Erreichung der SDGs auf österreichischer und europäischer Ebene gerecht zu werden.

  • Präsentation der Broschüre „Steuer- und Entwicklungspolitik im Widerspruch? Steuergerechtigkeit und die Rolle globaler Konzerne“ von Sophie Veßel, AG Globale Verantwortung, und Martina Neuwirth, Wiener Institut für internationalen Dialog und Zusammenarbeit, VIDC

Anschließende Podiumsdiskussion mit:

  • Sedumetsane Collen Lediga, Addis Tax Initiative/International Tax Compact (englisch)
  • Luckystar Miyandazi, European Centre for Development Policy Management, ECDPM (englisch)
  • Wolfgang Lapuh, Sektion VII im Bundesministerium für Europa, Integration und Äußeres (BMEIA)

Die Diskussion wird von Petra Navara moderiert. Eine Simultanübersetzung der englischen Beiträge ins Deutsche steht per Kopfhörer in begrenzter Anzahl zur Verfügung. Im Anschluss an die Diskussion laden wir zu einem kleinen Buffet. Es wird darauf hingewiesen, dass am Veranstaltungsort Fotos angefertigt werden und zu Zwecken der Dokumentation der Veranstaltung veröffentlicht werden können.

Bitte um Anmeldung bis 4. Oktober unter veranstaltungen@globaleverantwortung.at.

Einladung zum Download


Wolfgang Lapuh ist Leiter der Abteilung 2 in der Sektion VII im Bundesministerium für Europa, Integration und Äußeres (BMEIA). Die Abteilung 2 ist für Entwicklungsfinanzierung und Sektoren der Entwicklungszusammenarbeit zuständig.

Sedumetsane Collen Lediga arbeitet in Bonn beim International Tax Compact sowie für die Addis Tax Initiative im Bereich Steuern und Entwicklung sowie zu Preismanipulationen im Handel. Davor arbeitete er für die südafrikanische Steuerbehörde als Senior Manager und war in dieser Funktion im African Tax Administration Forum, dem UN Tax Committee sowie in G20- und OECD-Arbeitsgruppen zu Ressourcenmobilisierung und Bekämpfung von Steuervermeidung tätig.

Luckystar Miyandazi arbeitet zu Fragen des internationalen Steuersystems, illegitimer Finanzflüsse sowie Ressourcenmobilisierung im Rahmen des African Institutions Programme am European Centre for Development Policy Management (ECDPM) in Brüssel. Davor war sie als Koordinatorin für die Tax Power-Kampagne von ActionAid International tätig, die in 15 afrikanischen Ländern Mobilisierungsaktivitäten durchführte.

Petra Navaras Berufsweg führte über 20 Jahre durch verschiedene Funktionen der österreichischen Entwicklungspolitik; zuletzt war sie Geschäftsführerin der AG Globalen Verantwortung. Seit 2017 widmet sie sich Projekten der Erinnerungskultur und der Integration.

Martina Neuwirth arbeitet zu internationaler Wirtschafts- und Finanzpolitik im Wiener Institut für internationalen Dialog und Zusammenarbeit (VIDC). Schwerpunktmäßig beschäftigt sie sich mit österreichischen, europäischen und internationalen Steuerpolitiken im Hinblick auf deren Auswirkungen auf die Länder des Globalen Südens.

Sophie Veßel ist Fachreferentin bei der AG Globale Verantwortung und arbeitet dort zu den Themen Politikkohärenz im Interesse nachhaltiger Entwicklung (PCSD) und Menschenrechte sowie zur Rolle des Privatsektors in der Entwicklungszusammenarbeit.

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