Globale Verantwortung

Aid vs. Development Effectiveness


Bei der Wirksamkeitsdebatte handelt es sich um einen ursprünglich von Regierungen auf OECD-Ebene initiierten und geführten Prozess, der zum Ziel hat die internationele EZA effizienter zu gestalten (Aid Effectiveness). Vorläufiger Höhepunkt war die Pariser Erklärung 2005, die sich auf fünf Prinzipien (ownership, harmonisation, alignment, mutual accountability, managing for results) stützt. Kritisch anzumerken ist, dass es sich dabei um einen 'technischen Zugang' zu EZA handelt, der vor allem die Finanz- und Projektabwicklung fokussiert - und in diesem Bereich auch durchaus sinnvolle Neuerungen vorschlug. Ursachen und Implikationen der Armut bleiben aber unberücksichtigt. Das Nachfolgedokument Accra Agenda for Action entstand 2008. Die AAA versuchte bereits, weitere AkteurInnen der EZA in den Prozess zu integrieren.

Busan Partnership on effective Development Cooperation
Das aktuelle Dokument zur Wirksamkeit von EZA, das Busan Partnership - unterzeichnet beim High Level Forum in Busan Ende 2011 - wurde von den relevanten AkteurInnen miterarbeitet und unterzeichnet: Geber- und Empfängerländer, multinationale Institutionen, zivilgesellschaftliche Organisationen (Civil Society Organisations, CSO) und Privatsektor. Eine globale Partnerschaft soll so etabliert werden. Leider bleibt das Dokument inhaltlich hinter den zivilgesellschaftlichen Erwartungen zurück. Neben anderen Schwächen sind vor allem hervorzuheben: Unverbindlichkeit der Busan-Ergebnisse, fehlender Bezug zu den Menschenrechten, unreflektierter Fokus auf Privatsektor-Engagement und 'growth' als prominentes Entwicklungsparadigma. Positiv hervorzuheben ist der Paragraph zu CSO.

Zivilgesellschaftlicher Prozess
Insbesondere die Zivilgesellschaft setzte sich intensiv mit wirksamer EZA und der eigenen Leistung auseinander. Im Zentrum der Debatte steht für die NRO die Frage: „Wie lässt sich EZA so gestalten, dass größtmögliche Wirkung vor Ort im Sinne einer nachhaltigen postiven Veränderungen für den/die Einzelne/n erzielt wird?“. Die von mehreren tausend NRO 2010 erarbeiteten Istanbul Principles berufen sich auf diese zentrale Frage und gelten als globaler Konsens über Standards, die unsere Arbeit leiten. (siehe auch: Artikel dazu)

Die Istanbul Principles entstanden - ebenso wie das ergänzende 'International Framework' - im Rahmen des zivilgesellschaftlichen Prozesses, den NRO 2008 in Leben riefen. Unglücklich mit den von Regierungsseite geführten Prozess und den Ergebnissen (Pariser Erklärung, Accra Agenda for Action) wurden Open Forum und Better Aid gegründet. Die beiden Plattformen, die künftig als eine Plattform auftreten wird, setzen sich vor allem mit folgenden Aspekten auseinander:

  • Aid Effectiveness: es galt einerseits eine Alternative zum EZA-Verständnis der Regierungen zu entwickeln (Development Effectiveness als 'Gegenmodell' zu Aid Effectiveness); andererseits zu überprüfen inwieweit die Regierungen die bestehenden Bekenntnisse zu effizienter EZA umsetzen. Wie wirksam ist staatliche EZA aus Sicht der NRO? Und halten Regierungen und Donoren ihre bereits gegebenen Versprechen ein?

  • CSO Development Effectiveness: um den größtmöglichen Beitrag zu wirksamer EZA zu leisten, reflektieren NRO ihre eigene Leistung und bemühen sich um eine Steigerung der Effektivitität. Wie wirksam sind NRO als EZA-AkteurInnen?

  • Enabling Environment: Nicht nur die eigene Leistung determiniert die Wirksamkeit der NRO als EZA-AkteurInnen, auch die Rahmenbedingungen müssen dafür gegeben sein. Welche Rahmenbedingungen behindern/ fördern wirksame NRO-Arbeit?

Zur Erklärung sämtlicher Begriffe siehe: Glossar

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Mehr (be)wirken! Österreichische NRO und Development Effectiveness

Was setzte die AG Globale Verantwortung im Projekt "Mehr (be)wirken! Österreichische NRO und Development Effectiveness" (2011/2012) um?

CSO Development Effectiveness in Österreich 2009/10

Was hat die AG Globale Verantwortung bisher im Bereich Wirksamkeit von EZA umgesetzt? Informationen zum Projekt "CSO Development Effectiveness in Österreich 2009/10.

Mehr Resultatsorientierung, weniger Effektivität?

November 2012 – Die vermehrte Tendenz der Donoren, ihre EZA-Zahlungen davon abhängig zu machen, ob die Entwicklungsländer die beschlossenen Ziele erreicht haben, seien oft kontraproduktiv, so eine Eurodad-Studie. Auch nach der intensiven Recherche sind die Verbindungen zwischen Resultatsorientierung und wirksamer EZA zwar noch nicht klar, Vorsicht bei der Anwendung müsse aber genau deshalb oberstes Gebot sein, so die Studien-AutorInnen.

Workshop EZA: Wissensaustausch zwischen Afrika und Europa

(20.09.2012) Das Wissensmanagement-Projekt der AG Globale Verantwortung ging in die zweite Runde: Projektexperten aus Ghana und Uganda tauschten zwei Tage lang Know-How und Erfahrungen mit VertreterInnen österreichischer NGOs aus.

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