Globale Verantwortung

Bundespräsident Fischer betont Bedeutung der Entwicklungszusammenarbeit

(14.09.2012 - OTS) Bundespräsident Heinz Fischer empfing heute eine prominent besetzte Delegation entwicklungspolitischer und humanitärer Organisationen zum Gespräch in der Hofburg. Thema waren die Kürzungen in der Entwicklungshilfe. Bundespräsident Fischer betonte, dass ihm internationale Solidarität ein wichtiges Anliegen sei. Er verlieh der Hoffnung Ausdruck, dass es der Bundesregierung gelingen werde, die Kürzungen für 2013 abzuwenden. Darüber hinaus sei es allerdings wichtig, die Entwicklungszusammenarbeit und Humanitäre Hilfe langfristig abzusichern, so Fischer.

"Wir freuen uns, dass Bundespräsident Fischer sich Zeit für die Sorgen der NGOs genommen hat und ihm die Entwicklungszusammenarbeit
ein ernsthaftes Anliegen ist", erklärt Ruth Picker, Geschäftsführerin des entwicklungspolitischen und humanitären Dachverbandes AG Globale
Verantwortung.  Picker weiter: "Es braucht einen nationalen Schulterschluss, die Kürzungen müssen gestoppt und die Mittel für Entwicklungshilfe und den Auslandskatastrophenfonds erhöht werden."

Reinhard Dörflinger, Präsident von Ärzte ohne Grenzen Österreich:
"Ärzte ohne Grenzen unterstützt die Forderung nach klareren Strukturen und größerer Transparenz bei österreichischer
Entwicklungszusammenarbeit und Humanitärer Hilfe und verurteilt die fortlaufenden Kürzungen im Bereich der internationalen Humanitären
Hilfe. Das geringe Engagement des offiziellen Österreich für die Menschen in den Krisengebieten der Welt ist angesichts des Reichtums
des Landes beschämend."

Andrea Wagner-Hager, Geschäftsführerin von CARE Österreich:
"Lippenbekenntnisse hat es genug gegeben. Es müssen endlich konkrete Schritte gesetzt werden, um das Bewusstsein der Politiker und der
österreichischen Bevölkerung dafür zu stärken, dass Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe nicht nur aus
Solidarität und Menschlichkeit erfolgen, sondern dass damit häufig handfeste wirtschaftliche und politische Interessen verknüpft sind.
Zudem kann Österreich nicht so tun, all gäbe es im Rahmen der internationalen Gemeinschaft und der EU keine Verpflichtungen."

Rupert Roniger, Geschäftsführer von Licht für die Welt:
"Jetzt wird das Budget für 2013 vorbereitet. Ich appelliere an Bundeskanzler Faymann und Vizekanzler Spindelegger, die
Entwicklungszusammenarbeit zur Chefsache zu machen und keine weiteren Kürzungen zu zulassen!"

Michael Bünker, Bischof der Evangelischen Kirche A.B.:
"Die Antwort auf die Frage, ob genug für alle da ist, ist einfach: Sie heißt ja. Die Hungerproblematik ist eine Verteilungsproblematik,
adäquate Ernährung ist ein verbrieftes Menschenrecht. Wichtig ist, dass die Österreichische Regierung das 0,7% Ziel nicht aus den Augen
verliert. Es geht darum, die österreichische Entwicklungszusammenarbeit Schritt für Schritt zu restrukturieren und
der Zersplitterung und Inkohärenz entgegenzuwirken."

In der Delegation vertreten waren weiters Erich Fenninger (Bundesgeschäftsführer Volkshilfe Österreich), Heinz Hödl
(Geschäftsführer Koordinierungsstelle der Österreichischen Bischofskonferenz), Werner Kerschbaum (Generalsekretär
Österreichisches Rotes Kreuz) sowie Franz Küberl (Präsident Caritas Österreich)

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