Globale Verantwortung

Entwicklungszusammenarbeit: Was macht EZA-Projekte erfolgreich?

(21.06.2012) Die AG Globale Verantwortung startete neues Wissensmanagement-Projekt mit Projektexpertinnen aus Swasiland und Pakistan.

Was trägt dazu bei, dass Projekte in der Entwicklungszusammenarbeit erfolgreich sind? Welche Bedingungen verhindern das? Und gibt es womöglich Erfolgskriterien, die von einem Projekt auf ein anderes übertragbar sind?

Auf diese Fragen wurden im Rahmen des neuen Wissensmanagement-Projekts der AG Globale Verantwortung Antworten gesucht: Ein zweitägiger Workshop bot für NGO-VertreterInnen einen intensiven Wissens- und Erfahrungsaustausch mit zwei Projektexpertinnen aus Swasiland und Pakistan.

Diese Veranstaltung, die vom 13.-14. Juni in Wien stattfand, bildete den Auftakt des Wissensmanagement-Projekts der AG Globale Verantwortung, dem Dachverband österreichischer Organisationen in der Entwicklungszusammenarbeit und Humanitären Hilfe. An diesen beiden Tagen wurde gemeinsam mit VertreterInnen österreichischer NGOs - u.a. der Caritas, Diakonie, Horizont3000 und der Österreichischen Forschungsstiftung für Entwicklung - mit zwei Projektexpertinnen aus Swasiland und Pakistan Know-How über einkommensschaffende Projekte systematisiert. Das bedeutet konkret: Anhand von zwei speziellen Projekten - Spargruppenmodelle und Methoden der Qualitätskontrolle- und Zertifizierung - allgemeine Erfolgskriterien zu finden.

Zwei Tage lang haben die TeilnehmerInnen durch moderierte Projektpräsentationen, umfassende Analysen in Kleingruppen sowie die anschließende Transformierung von spezifischen zu allgemeinen Erfolgskriterien neue Sichtweisen und Erkenntnisse für projektbezogene Anforderungen erarbeitet. Erkenntnisse, die sie optimalerweise bei der Umsetzung zukünftiger EZA-Projekte anwenden können.

Eine der beiden Projektmanagerinnen, Thuli Chapa von World Vision Swasiland, stellte den NGO-VetreterInnen ihre detaillierten Fachkenntnisse über Spargruppenmodelle zur Verfügung. Sie arbeitet derzeit für das "Food Security and Economic Development Learning Center" von World Vision und berät dessen Büros in neun Ländern. Für sie ist der Austausch von Know-How entscheidend für eine erfolgreiche Entwicklungszusammenarbeit: "Dieses Projekt ist eine Plattform für besseres Lernen und Planen. Durch die reflektierten Fragen und das Interesse der TeilnehmerInnen kann aber wiederum auch ich lernen."

Die zweite Projektexpertin, Tanveer Jahan von Label STEP aus Pakistan, präsentierte ihr Projekt "Qualitätskontrolle- und Zertifierung" bei TeppichknüpferInnen. Sie engagiert sich als Direktorin der Menschenrechtsorganisation "Democratic Commission for Human Development" seit den 80er Jahren für Frauen- und Kinderrechte in ihrem Heimatland. Tanveer Jahan: "Wir sind alle Teil einer globalen Welt, Entwicklungszusammenarbeit ist nicht mehr ausschließlich Nord-Süd ausgerichtet. Für uns ist es eine große Chance, unsere Erfahrungen mit österreichischen NGOs zu teilen und damit zu einem besseren Verständnis der Projektarbeit beizutragen."

Die TeilnehmerInnen schätzten die Berichte, Diskussionen und Kleingruppen-Analysen, die vertiefte Fragestellungen zuließen, mit den beiden Projektexpertinnen. So wurde beispielsweise erörtert, wie Empowerment bei unterschiedlichen Interessensgruppen oder gesellschaftlichen Randgruppen umgesetzt werden kann oder welche Mechanismen bei Spargruppen zu Erfolg bzw. Misserfolg führen können.  

Insgesamt gibt es bis April 2013 noch zwei weitere Wissensmanagement-Workshops. Die konkreten Ergebnisse des Wissensmanagement-Projekts sollen im Anschluss öffentlich zugänglich gemacht werden, um damit einen Beitrag zur Qualität der Entwicklungszusammenarbeit zu leisten.

Rückfragen: Mag.a Katharina Katzer, katharina.katzer@globaleverantwortung.at, Mobil: 0650/9229454 



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