Aktuelle Entwicklungen in der EZA
Warum setzen sich NRO mit Aid/Development Effectiveness auseinander? Weil die Debatte um Aid/ Development Effectiveness einen sehr praktischen Hintergrund hat: Die Initiative der Regierungen, sich mit ihrer eigenen Aid Effectiveness zu beschäftigen, hat großen Einfluss auf die EZA-Architektur international und in Österreich.
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Folgende Entwicklungen lassen sich beobachten:
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Die Rolle der N-NRO wird in Frage
gestellt. Während die südlichen NRO in ihrer Arbeit als
Implementierungsorganisationen vor Ort gestärkt werden sollen,
übernehmen die NRO im Norden vermehrt Advocacy- und Vernetzungsaufgaben
sowie die Unterstützung der Süd-NRO. Das bedeutet für NRO, sich
eventuell neu ausrichten zu
müssen.
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NRO-Arbeit wird entpolitisiert: von (nördlichen wie
südlichen) Regierungen wird der EZA vielerorts die politische Dimension
mehr und mehr abgesprochen. Vor allem im Süden sehen sich NRO, die
kritische Advocacy-Arbeit leisten, mit Repressionen konfrontiert. Aber
auch im Norden kämpfen bereits einige NRO mit ihrer Anerkennung als
legitime EZA-AkteurInnen. Das widerspricht dem in der Accra Agenda for
Action niedergeschriebenen Prinzip, dass zivilgesellschaftliche
Organisationen actors in their own right seien.
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Der Rechtfertigungsdruck für NRO
bezüglich Wirksamkeit und Legitimität steigt. Die
Regierungen fordern von den NRO ein, sich ebenfalls mit der Wirksamkeit
der eigenen Arbeit auseinanderzusetzen und fordern gemäß den eigenen
Bestrebungen u. a. Harmonisierung und Resultatsorientierung von den
NRO. Gleichzeitig werden Gelder für NRO-Arbeit gekürzt und Möglichkeiten
zur politischen Teilhabe verringert, kurz: enabling environment für
wirksame NRO-Arbeit ist nicht gegeben.
- Budgethilfe wurde
ausgeweitet. die Geberländer argumentieren dies mit dem
Hinweis auf "Eigenverantwortung der südlichen Regierungen, wie in der
Pariser Erklärung niedergeschrieben. Auf die dafür
unumgängliche Stärkung der Zivilgesellschaft vor Ort - bspw. über die
Förderung von S-NRO wird meist weit weniger Fokus
gelegt.
- Value for money Paradigma im Vormarsch. Was
anfangs als von Regierungen verwendete Umschreibung für Development
Effectiveness galt, bezeichnet nunmehr einen nicht ungefährlichen
Trend. Regierungen pochen auf ein angemessenes Preis-Leistungsverhältnis
in der EZA schon alleine im Interesse der SteuerzahlerInnen, wie
betont wird. Was bedeutet, dass der Orientierung an Resultaten mitunter
größere Bedeutung geschenkt wird als demokratisch-partizipativem
Vorgehen und der Eigenverantwortlichkeit der Entwicklungsländer. Im
Rahmen dieser Entwicklung wird auch der Privatsektor vermehrt
miteinbezogen.
Die EZA (wobei meist nicht zwischen
staatlicher und zivilgesellschaftlicher Hilfe unterschieden wird) ist
zudem vermehrt Kritik der Öffentlichkeit ausgesetzt. Grund dafür ist u.
a. die unbefriedigende Situation in Entwicklungsländern, in denen kaum
Fortschritte erzielt wurden. Und dort haben die oben genannten
Entwicklungen auch die dramatischsten Auswirkungen.
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