Aid Watch Report 2009: Österreichische Regierung lässt Menschen in den Entwicklungsländern im Stich(18.05.2009) Im Rahmen eines Pressegesprächs machten die AG Globale Verantwortung und die Koordinierungsstelle der Bischofskonferenz (KOO) auf die Veröffentlichung des Aid Watch Report 2009 und seine Kernaussagen aufmerksam. Der Report zeigt deutlich: Die EU-Staaten hinken hinter ihren Hilfszusagen nach. Österreich befindet sich im unteren Drittel. |
Während die EU-AußenministerInnen tagen, um über die Auswirkungen der Wirtschaftskrise auf die Entwicklungsländer zu beraten, legt eine Studie offen, wie es tatsächlich um die Hilfsversprechen der EU-Staaten steht. Der Aid Watch Report des europäischen Dachverbands CONCORD veröffentlicht jedes Jahr, welche Länder einen fairen Beitrag zur Erreichung der Millenniumsentwicklungsziele leisten und welche Länder hinter den Versprechungen zurückbleiben.
Österreichs Regierung muss nachsitzen Geht es nach dem Aid Watch Report 2009, dann müssen Österreichs Regierungsmitglieder nachsitzen: So schlecht sind die Noten, die ihnen der Report beim Vergleich der entwicklungspolitischen Leistung zuteilt. Als eines der reichsten EU-Länder rangiert Österreich mit 0.42% des BNE für 2008 im unteren Drittel. Doch auch dieser Betrag besteht zu mehr als der Hälfte aus aufgeblähter Hilfe, d.h. an echter Hilfe erreichen nur 0.20% des BNE die Menschen in den ärmsten Ländern.
Hildegard Wipfel von der KOO beschrieb die Auswirkungen dieser politischen Versäumnisse: In den Partnerländern sind durch das Bekenntnis Österreichs, die Mittel zu steigern, Erwartungen geweckt worden. Der Bedarf ist durch die aktuellen Krisen gestiegen. Fertig ausgearbeitete Projektvorschläge liegen in der Schublade. Aber es gibt dafür kein Geld. Konkrete Beispiele wären ein Landwirtschaftsprogramm in Tansania, Spitalsrehabilitation in Uganda, ein Bildungs- und Empowermentprogramm für junge Frauen in Äthiopien oder Berufsausbildung für Jugendliche in Ghana. Diese Projekte würden einen wichtigen Beitrag zum Erreichen der Millennium-Entwicklungsziele leisten und könnten bei Bereitstellung der finanziellen Mittel sofort beginnen, meinte Wipfel und betonte die wiederholte Forderung nach einem verbindlichen mehrjährigen Stufenplan zur Steigerung der Mittel. Angesichts des enttäuschenden Ergebnisses der Budgetverhandlungen kommt es darauf an, zumindest für die Jahre ab 2011 deutlich mehr Geld für EZA einzuplanen. Ein Problem dabei sei, dass sich die Politik vor Populismus fürchte und der österreichischen Bevölkerung zu wenig zutraue. Fairtrade-Vorsitzender Helmut Schüller meinte dazu: Die Österreicherinnen und Österreicher haben ein weit besseres Verständnis für die Zusammenhänge in einer globalisierten Welt und auch für das Thema Entwicklungszusammenarbeit, als unsere Politik glaubt. Das merken wir mit den Fairtrade-Produkten und das zeigt auch die Spendenbereitschaft der Menschen.
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Die Presseaussendung im Original finden Sie hier.
Einen der Medienbeiträge zum Pressegespräch finden Sie hier. Bilder und alle Infos zum "Eurovision Aid Contest" von CONCORD am 18. Mai 2009 in Brüssel finden Sie hier.
Das Video der Performances beim "Eurovision Aid Contest" - mit dem österreichischen Beitrag "Geld oder Leben" - finden Sie hier. |
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